Polens Einzelhandel ist mit einem unerwartet kräftigen Plus ins Jahr gestartet. Die Umsätze stiegen im Januar real um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrafen damit die Markterwartungen deutlich. Haupttreiber war ausgerechnet das raue Winterwetter.

Besonders stark legte der Absatz von Textilien, Bekleidung und Schuhen zu: Er schnellte im Jahresvergleich um 17,6 Prozent nach oben – fast dreimal so stark wie im Dezember. Analysten führen dies auf die ungewöhnlich kalten Temperaturen zurück. Nach mehreren milden Wintern seien viele Verbraucher offenbar nicht ausreichend mit warmer Kleidung ausgestattet gewesen, so die ING.

Auch andere Segmente entwickelten sich überwiegend positiv. Der Verkauf von Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren stieg um 4,2 Prozent, Kraftstoffe um 4,6 Prozent. Möbel und Haushaltsgeräte legten um 10,5 Prozent zu, während Arzneimittel und Kosmetika ein Plus von 9,6 Prozent verzeichneten.

Eine Ausnahme bildeten Autoverkäufe und Autoteile: Sie sanken im Januar um 4,5 Prozent – der erste Rückgang seit Mitte 2023.

Solider Konsum, aber geringere Dynamik

Im Monatsvergleich gingen die Umsätze erwartungsgemäß deutlich zurück, da das starke Weihnachtsgeschäft im Dezember ausgelaufen war. Saisonbereinigt zeigte sich jedoch ein moderater Anstieg.

Für das Gesamtjahr erwarten Ökonomen weiterhin solides Konsumwachstum, wenngleich mit geringerer Dynamik als 2025. Die Bank Pekao rechnet mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um 3,4 Prozent, nach 3,7 Prozent im Vorjahr. Das reale Einkommenswachstum dürfte sich abschwächen, während die Inflation weiter sinkt.

Für die Geldpolitik ergeben sich aus den Januarzahlen kaum neue Impulse. Die polnische Nationalbank dürfte angesichts der nachlassenden Inflation im März eine weitere Zinssenkung prüfen.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

Related Post