Die Warschauer Börse hat sich am 23. Februar deutlich vom internationalen Trend abgekoppelt. Während viele westliche Märkte unter Druck standen, legten die wichtigsten polnischen Indizes kräftig zu. Auslöser waren sowohl die vorerst ausgebliebene militärische Eskalation im Nahen Osten als auch überraschend starke Einzelhandelsdaten aus Polen.
Die Sorge vor einem möglichen US-Militärschlag gegen den Iran, der von einigen Marktteilnehmern für das Wochenende erwartet worden war, erfüllte sich nicht. Diese Entspannung reichte aus, um die Risikobereitschaft der Anleger in Warschau zu erhöhen. Der Leitindex WIG20 schloss mit einem Plus von 1,67 Prozent, der breiter gefasste WIG gewann 1,33 Prozent.
Im Gegensatz dazu blieben viele große europäische Börsen unter Druck. In den USA belasteten Unsicherheiten rund um die Handelspolitik und neue Zollankündigungen die Stimmung zusätzlich.
Starker Konsum als Kurstreiber
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Markt durch robuste Konjunkturdaten. Das Statistikamt GUS meldete für Januar einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 4,4 Prozent im Jahresvergleich – deutlich mehr als die erwarteten 3,1 Prozent.
Besonders stark entwickelten sich Bekleidung und Schuhe. Auch Möbel-, Elektronik- und Haushaltswarenhändler profitierten von zweistelligen Wachstumsraten. Analysten erwarten daher positive Impulse für entsprechende börsennotierte Unternehmen.
Die Kombination aus nachlassenden geopolitischen Spannungen und solider Binnenkonjunktur machte Warschau damit zum positiven Ausreißer in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld.
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