Ein ungarisches Start-up sorgt für Aufsehen in der Batteriebranche. Edortech hat mit „ONLi“ eine patentierte Zinnanodentechnologie vorgestellt, die laut unabhängigen Tests die Leistung von Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Batterien deutlich steigern kann. Das Produkt sei bereit für die Massenproduktion, erklärte Ex-Präsident János Áder auf der Nachhaltigkeitsmesse Planet Budapest 2026.
Die Technologie wurde über mehr als ein Jahrzehnt am staatlichen Bay-Zoltán-Forschungsinstitut entwickelt. Anders als viele Wettbewerber konzentrierte sich das Team auf die Anode – einen zentralen, bislang weniger beachteten Bestandteil moderner Batterien.
ONLi ist ein pulver-, lösungsmittel- und bindemittelfreies Anodensystem auf Metalllegierungsbasis. Laut Edortech kann es eine bis zu 70 Prozent höhere Energiedichte und die 1,8-fache Kapazität im Vergleich zu herkömmlichen Graphit- oder Silizium-Carbon-Anoden erreichen.
Mehr Reichweite, geringere Kosten
Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Technologie eine höhere Energiedichte, schnelleres und sichereres Laden sowie eine längere Lebensdauer. Elektrofahrzeuge könnten mit derselben Batterieladung eine deutlich größere Reichweite erzielen – oder mit kleineren Batterien auskommen.
Ein weiterer Vorteil: Die Anoden lassen sich in bestehende Produktionslinien integrieren, ohne umfangreiche Umrüstungen. Das vereinfacht die industrielle Skalierung erheblich.
Strategische Dimension
Edortech-CEO Ádám Vida betonte die geopolitische Bedeutung von Schlüsseltechnologien im Energiesektor. Wer nicht an ihrer Entwicklung beteiligt sei, müsse sich den Entscheidungen anderer anpassen. Das Unternehmen plant, innerhalb von zwei bis drei Jahren Kapital für den Bau eines Werks mit einer Produktionskapazität von 1.000 Tonnen aufzunehmen.
Gespräche mit großen Akteuren der Branche, darunter Tesla, laufen bereits. Auch Vertreter internationaler Batteriehersteller äußerten sich positiv zu den möglichen Anwendungen.
Die Vorstellung von ONLi erfolgt in einer Phase struktureller Unsicherheit im globalen Batteriemarkt. Experten verweisen auf Überkapazitäten und intensiven Wettbewerb, insbesondere durch chinesische Hersteller. Branchenkenner sehen in der ungarischen Innovation jedoch das Potenzial, Effizienz und Kostenstruktur der Produktion grundlegend zu verbessern.
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

