Kasachstan und Usbekistan haben dem von US-Präsident Donald Trump initiierten „Board of Peace“ (BoP) beträchtliche finanzielle Unterstützung zugesagt. Konkrete Summen nannten beide Seiten jedoch nicht. Die Zusagen erfolgten bei der Gründungsversammlung des Gremiums am 19. Februar in Washington.
Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew kündigte an, Mittel über den Gaza-Wiederaufbau- und Entwicklungsfonds der Weltbank bereitzustellen. Zudem stellte Astana medizinisches Personal für eine geplante internationale Stabilisierungstruppe in Aussicht. Berichte über die Entsendung zusätzlicher Sicherheitseinheiten wurden von offizieller Seite jedoch nicht bestätigt.
Darüber hinaus versprach Kasachstan Weizenlieferungen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit sowie 500 Stipendien für palästinensische Studierende in den kommenden fünf Jahren.
Usbekistans Präsident Shavkat Mirziyoyev bekräftigte Pläne für den Aufbau eines „Usbekistan-Viertels“ im Gazastreifen mit Wohnhäusern, Schulen und medizinischen Einrichtungen. Details zur Finanzierung wurden nicht veröffentlicht.
Signal an Washington
Beide Staaten verfolgen mit ihrem Engagement offenkundig auch strategische Interessen. Der ehemalige kasachische Diplomat Dulat Baqyshev erklärte gegenüber RFE/RL, Astana und Taschkent wollten ihre Beziehungen zu den USA vertiefen. Seit ihrer Unabhängigkeit bemühen sich die zentralasiatischen Staaten, ihre außenpolitischen Optionen zu diversifizieren und westliche Partnerschaften auszubauen.
Mirziyoyev bezeichnete Trumps Initiative als „kühn und historisch“, Tokajew sprach von einem Schritt hin zu mehr Stabilität. Zugleich regte er die Einrichtung eines Friedenspreises an, der Trumps Namen tragen soll.
Wirtschaftliche Gespräche in Washington
Am Rande des Treffens führte Tokajew Gespräche mit Vertretern der US International Development Finance Corporation (DFC), von Boeing sowie internationalen Investoren. Themen waren unter anderem Investitionen in Bergbau, Infrastruktur und Luftfahrt. Kasachische Fluggesellschaften planen demnach eine vertiefte Zusammenarbeit mit Boeing, einschließlich neuer Flugzeuglieferungen und möglicher Wartungszentren. Auch ein internationales Klinikprojekt in Kooperation mit US-Partnern wurde erörtert.
Westliche Staaten wie Großbritannien, Kanada, Frankreich und Deutschland traten dem Friedensrat bislang nicht bei. Kritiker befürchten, das Gremium könne bestehende multilaterale Strukturen umgehen.
Beobachter sehen in dem Engagement Kasachstans zudem den Versuch, eigene wirtschaftliche Interessen zu sichern – insbesondere angesichts jüngster Störungen wichtiger Exportwege für kasachisches Rohöl.
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