AzerTelecom und Telecom Armenia haben am 22. Juni Vereinbarungen zur Weiterleitung des internationalen Internetverkehrs unterzeichnet. Das Abkommen gilt als weiterer praktischer Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Armenien und stärkt zugleich die regionale Telekommunikationsinfrastruktur.
Den Vereinbarungen zufolge wird AzerTelecom seine internationalen Internet-Transitdienste ausweiten und künftig Datenverkehr über die eigene Infrastruktur nach Armenien leiten. Im Gegenzug wird Telecom Armenia Internetverkehr über sein Netzwerk nach Aserbaidschan übertragen.
Für Armenien eröffnet das Abkommen eine zusätzliche internationale Verbindungsroute. Bislang war das Land bei der Anbindung an das globale Internet hauptsächlich auf Transitverbindungen über Georgien, Iran und Russland angewiesen. Die neue Route soll die Netzstabilität erhöhen, die Abhängigkeit von einzelnen Korridoren verringern und die Ausfallsicherheit der internationalen Telekommunikationsverbindungen verbessern.
AzerTelecom wurde 2008 gegründet und ist einer der wichtigsten Betreiber für den internationalen Internetverkehr in Aserbaidschan. Telecom Armenia, das unter der Marke Team Telecom Armenia auftritt, gilt als ältester Telekommunikationsanbieter Armeniens und bietet Mobilfunk-, Festnetz-, Breitband-, Fernseh- und Telefondienste an.
Signal für die Annäherung beider Länder
Das Abkommen fällt in eine Phase der schrittweisen Normalisierung der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Armenien. Nach dem zweiten Karabachkrieg im Jahr 2020 und der aserbaidschanischen Militäroperation im Jahr 2023 haben beide Länder ihre diplomatischen Kontakte intensiviert.
Am 8. August 2025 paraphierten Vertreter beider Staaten in Washington einen Friedensvertrag, in dem sie die territoriale Integrität des jeweils anderen anerkennen und auf gegenseitige Ansprüche verzichten. Zudem wurde der grenzüberschreitende Güterverkehr zwischen den beiden Ländern bereits wieder aufgenommen.
Die nun vereinbarte Zusammenarbeit im Telekommunikationssektor wird als weiterer Vertrauensschritt gewertet und könnte langfristig zur stärkeren wirtschaftlichen und digitalen Vernetzung des Südkaukasus beitragen.
