Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) hat die Mindestannahmeschwelle für ihr Übernahmeangebot der in Wien ansässigen Addiko Bank erreicht. Der konkurrierende Bieter, die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB), setzt jedoch ihre Werbekampagne fort, um weitere Aktionäre zu gewinnen, bevor beide Angebote am 29. Juli auslaufen. Darüber berichtete RTV SLO am 22. Juli.
Die RBI teilte mit, dass sie bis zum Morgen des 20. Juli Annahmeerklärungen für 10.703.509 Aktien erhalten habe. Dies entspreche 55,5% der vom Angebot erfassten Addiko-Aktien und liege damit über der für das Zustandekommen des Angebots erforderlichen Mindestschwelle von 55%.
Aktionäre, die das Angebot der RBI bereits angenommen haben, können ihre Annahmeerklärung jedoch noch bis zum 23. Juli widerrufen und ihre Aktien stattdessen der NLB andienen. Nach Angaben der RBI waren bis zum 20. Juli keine Widerrufserklärungen eingegangen.
NLB wirbt weiter um Aktionäre
Der Übernahmekampf bleibt dennoch offen. Nach Angaben der NLB haben bereits mindestens 28,9% des Addiko-Aktienkapitals ihr Angebot angenommen.
„Immer mehr internationale Investoren bringen ihr Vertrauen in das Angebot der NLB zum Ausdruck“, erklärte die slowenische Bank.
Nach zwei Nachbesserungen bietet die NLB inzwischen 37 Euro je Aktie, abzüglich etwaiger künftig ausgeschütteter Dividenden. Damit liegt das Angebot 39,6% über dem Angebot der RBI von 26,50 Euro je Aktie. Um ihre Erfolgschancen zu erhöhen, hat die NLB ihre Mindestannahmeschwelle zudem von 75% auf 50% plus eine Aktie gesenkt.
Unterstützung durch Großaktionäre
Die NLB kann inzwischen auf die Unterstützung mehrerer bedeutender Aktionäre zählen. Brandes Investment Partners (mehr als 5% der Addiko-Aktien), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) mit 8,4% sowie Wellington Management mit 5,7% haben ihre Unterstützung für das Angebot angekündigt.
Darüber hinaus erklärte die NLB, dass der stellvertretende Vorsitzende des Addiko-Aufsichtsrats, Johannes Proksch, beschlossen habe, seine Aktien im Rahmen ihres Angebots anzudienen.
Unterschiedliche strategische Ziele
Beide Banken verfolgen mit der Übernahme unterschiedliche strategische Ziele. Die RBI möchte auf den slowenischen Bankenmarkt zurückkehren, während die NLB ihre Position in Südosteuropa stärken und über Addiko ihre Präsenz insbesondere in Kroatien ausbauen will.
Die Addiko Bank ist mit Tochtergesellschaften in Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien sowie Montenegro vertreten und konzentriert sich vor allem auf das Privatkunden- und KMU-Geschäft.


