
Thomas Baier
Chinas Handel mit Tadschikistan stieg 2025 um 12% auf 4,3 Mrd. US-Dollar. Damit überholte Peking erstmals seit über 20 Jahren Russland als größten bilateralen Partner Duschanbes. Die Daten stammen vom tadschikischen Statistikamt und der Times of Central Asia.
Importe aus China dominieren die Bilanz
Tadschikistan importierte 2025 chinesische Waren im Wert von 3,7 Mrd. US-Dollar. Die eigenen Exporte nach China beliefen sich dagegen nur auf 560 Mio. US-Dollar. Das Defizit zeigt das Ungleichgewicht: Tadschikistan liefert Rohstoffe und Baumwolle, kauft aber Maschinen, Fahrzeuge und Elektronik.
Das gesamte Außenhandelsdefizit wuchs 2025 auf 35% des BIP, laut Asiatischer Entwicklungsbank (ADB). Höhere Importe von Fahrzeugen, Maschinen und Nichtedelmetallen trieben das Minus.
Chinesische Direktinvestitionen erreichen 5,1 Mrd. US-Dollar
China investierte 2025 direkt 294,1 Mio. US-Dollar in Tadschikistan. Damit kam Peking auf einen Anteil von 57,7% an allen ausländischen Direktinvestitionen des Jahres. Die kumulierten chinesischen Investitionen erreichten Mitte 2025 rund 5,1 Mrd. US-Dollar.
Die Schwerpunkte: Bergbau, Energie, Verkehr und Landwirtschaft. China baut zudem Kapazitäten im Mobilfunk und in der digitalen Infrastruktur auf. Beide Länder kündigten Ende 2025 eine engere Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz und grünen Technologien an.
Rogun-Damm verschlingt 2026 über 1 Mrd. US-Dollar
Tadschikistan plant 2026 mindestens 10 Mrd. Somoni (über 1 Mrd. US-Dollar) für den Wasserkraftwerksbau Rogun ein. Finanzminister Faiziddin Qahhorsoda nannte die Zahl im Februar in Duschanbe. Die Weltbank stützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von 350 Mio. US-Dollar aus der International Development Association.
Insgesamt fehlen für die Fertigstellung 6,29 Mrd. US-Dollar. Zehn internationale Finanzinstitutionen prüfen weitere Beteiligungen. Nach Fertigstellung 2033 soll Rogun 3.780 Megawatt liefern und rund 70% der Energie nach Kasachstan und Usbekistan exportieren.
Was deutsche Investoren beachten sollten
Tadschikistans BIP wuchs 2025 um 8,4%, getrieben von Geldüberweisungen aus Russland. Die ADB rechnet 2026 nur noch mit 6,5% Wachstum, weil die Überweisungen normalisieren. Für deutsche Maschinenbauer und Energietechnik-Anbieter öffnet sich durch Rogun ein konkretes Lieferfenster — Konkurrenz aus China und der Türkei dominiert aber den Markt.
