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Georgien und Aserbaidschan vertiefen Energiepartnerschaft
Aserbaidschan · 19.05.2026

Georgien und Aserbaidschan vertiefen Energiepartnerschaft

Neue Abkommen zwischen Georgien und Aserbaidschan sollen Energiehandel und Transit im Südkaukasus stärken.

Georgien und Aserbaidschan haben ein umfangreiches Paket an Energie- und Infrastrukturabkommen unterzeichnet und damit ihre Zusammenarbeit entlang des sogenannten Mittleren Korridors weiter ausgebaut. Ziel ist es, die Rolle Georgiens als regionalen Transitknotenpunkt zwischen Asien und Europa zu stärken.

Die Vereinbarungen wurden am 18. Mai bei einem Treffen zwischen Präsident Ilham Aliyev und dem georgischen Premierminister Irakli Kobachidse in Baku geschlossen. Sie umfassen unter anderem die Erdgasversorgung, Stromimporte und Stromtransit, die Wiederinbetriebnahme der Pipeline Baku–Tiflis–Supsa sowie Sanierungsarbeiten an der Bahnstrecke Baku–Tiflis–Kars.

Fokus auf den Mittleren Korridor

Die neuen Abkommen stärken die Position Aserbaidschans als wichtigsten Energiepartner Georgiens. Gleichzeitig treiben beide Länder den Ausbau des sogenannten Mittleren Korridors voran – einer transkaspischen Handelsroute, die China und Zentralasien über den Südkaukasus und die Türkei mit Europa verbindet. Die Route gilt als Alternative zu russischen Transitwegen.

Kobachidse bezeichnete insbesondere das Stromimport- und Transitabkommen als „sehr wichtig“. Nach Angaben des Premierministers soll das Pipelineabkommen zwischen Baku, Tiflis und Supsa Georgien künftig jährliche Transiteinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe sichern.

Auch die georgische Außenministerin Maka Botorischwili betonte die strategische Bedeutung Aserbaidschans für die Entwicklung des Mittleren Korridors.

„Gerade bei Zukunftsprojekten wie dem Mittleren Korridor ist Aserbaidschan ein unverzichtbarer strategischer Partner für uns“, erklärte sie gegenüber lokalen Medien. Die vollständige Ausschöpfung des georgischen Transitpotenzials gehöre zu den wichtigsten Prioritäten der Regierung in Tiflis.

Pipeline Baku–Tiflis–Supsa soll wieder starten

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Wiederinbetriebnahme der Pipeline Baku–Tiflis–Supsa. Die Leitung verbindet aserbaidschanische Ölfelder mit der georgischen Schwarzmeerküste und war seit mehreren Jahren außer Betrieb.

Die georgische Wirtschaftsministerin Mariam Kvirivishvili erklärte, die Regierung habe nach Verhandlungen beschlossen, gemeinsam mit der staatlichen aserbaidschanischen Ölgesellschaft SOCAR die Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Pipeline verfügt über eine Kapazität von rund 100.000 Barrel pro Tag.

Ausbau der Bahnverbindung Baku–Tiflis–Kars

Darüber hinaus unterzeichneten beide Seiten ein Protokoll zur Modernisierung und zum Ausbau der Bahnstrecke Marabda–Kartsakhi an der türkischen Grenze. Die Strecke ist Teil des internationalen Bahnprojekts Baku–Tiflis–Kars, das die drei Länder bereits seit 2017 miteinander verbindet.

Die Bahnlinie gewinnt zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Unternehmen ihre Lieferketten umstellen und russische Transitstrecken meiden. Besonders der georgische Abschnitt Marabda–Kartsakhi gilt bislang als Engpass, dessen Modernisierung für eine höhere Transportkapazität entscheidend ist.

Georgien bleibt abhängig von Energieimporten

Da Georgien über kaum eigene Kohlenwasserstoffvorkommen verfügt, bleibt das Land stark auf Energieimporte angewiesen. Aserbaidschan ist bereits heute der wichtigste Gaslieferant des Landes.

Mit den neuen Vereinbarungen weitet sich diese Zusammenarbeit nun auch stärker auf den Stromsektor aus. Gleichzeitig sichert sich Georgien zusätzliche Einnahmen aus Transitgebühren und stärkt seine wirtschaftliche Rolle als zentrale Transitroute zwischen Europa und Asien.

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