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Georgiens Ausfuhren springen um 21,6%: Wirtschaft wächst im Juli um 8,0%
Georgien · 01.09.2026

Georgiens Ausfuhren springen um 21,6%: Wirtschaft wächst im Juli um 8,0%

Georgiens Warenausfuhren stiegen von Januar bis Juli 2026 um 21,6% auf 4,67 Mrd. US-Dollar. Die Einfuhren wuchsen im selben Zeitraum nur um 2,4% auf 10,85 Mrd. US-Dollar. Das meldete das georgische Statistikamt Geostat am 31. August. Der Außenhandelsumsatz erreichte 15,52 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 7,5%. Das Warendefizit beträgt damit 6,18 Mrd. US-Dollar.

Die Wirtschaft wuchs im Juli real um 8,0% gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Januar bis Juli errechnet Geostat im Schnitt 7,9%. Im Juni hatte die Behörde 8,6% gemessen. Geostat stützt seine Schnellschätzung auf Umsätze der Mehrwertsteuerzahler sowie auf Fiskal- und Geldstatistik. Dieser Umsatz erreichte im Juli 17,71 Mrd. Lari, 12,6% mehr als ein Jahr zuvor.

Das Tempo liegt über dem des Vorjahres. Für 2025 weist Geostat vorläufig 7,5% reales Wachstum aus, bei einem Bruttoinlandsprodukt von 10.296,5 US-Dollar je Kopf. Die Bevölkerung zählte zum 1. Januar 2026 rund 3,94 Mio. Menschen. Georgien wächst seit Jahresbeginn also schneller als im Vorjahr.

Industrie trägt, der Bau bricht weg

Geostat nennt die Treiber beim Namen. Verarbeitendes Gewerbe, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Bergbau sowie Verkehr und Lagerei hätten im Juli deutlich zum realen Wachstum beigetragen. Zum Bau schreibt die Behörde einen einzigen Satz: „Ein Rückgang wurde im Bausektor verzeichnet.“

Die Gründungsdynamik hält an. Im Juli meldeten sich 7.027 neue Unternehmen an, 14,1% mehr als im Vorjahresmonat.

Die Inflation liegt über dem Ziel

Die Verbraucherpreise lagen im Juli 5,5% über dem Vorjahresmonat. Gegenüber Juni fielen sie um 0,4%. Die Erzeugerpreise für Industrieerzeugnisse stiegen im Jahresvergleich um 5,1% und sanken gegenüber Juni um 0,7%.

Die Nationalbank Georgiens hält ihren Leitzins seit dem 6. Mai bei 8,25%. In ihrem Beschluss vom 17. Juni schrieb das Geldpolitische Komitee: „Die Wirtschaftstätigkeit bleibt stark.“ Hochproduktive Branchen trieben das Wachstum und dämpften so einen Teil des Preisdrucks von der Nachfrageseite. Das Inflationsziel liegt bei 3%. Für 2026 erwartet die Notenbank im Schnitt 4,9%.

Deutsche Lieferanten treffen auf einen Markt, der langsamer einkauft als er wächst. Die Einfuhren legen um 2,4% zu, die Wirtschaftsleistung um fast 8%. Wer Bautechnik anbietet, muss den schrumpfenden Bausektor einpreisen. Chancen liegen bei Ausrüstung für das verarbeitende Gewerbe und für Logistik, denn beide Branchen tragen das Wachstum. Der Leitzins von 8,25% verteuert die Finanzierung vor Ort. Lieferantenkredite und Exportkreditgarantien gewinnen dadurch an Gewicht.

Quellen: Geostat, „Rapid Estimates of Economic Growth, July 2026“, 31.08.2026 (EN); National Bank of Georgia, Beschluss des Geldpolitischen Komitees vom 17.06.2026 (EN)

SK, Frankfurt

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