Georgiens Importe aus Deutschland sinken um 7%, Russland legt um 26,5% zu
Georgien importierte von Januar bis Juli 2026 Waren aus Deutschland für 678,0 Mio. US-Dollar. Das sind 7% weniger als im Vorjahreszeitraum. Der deutsche Anteil an den georgischen Gesamteinfuhren fiel von 6,9% auf 6,2%. Die Zahlen stammen aus der vorläufigen Außenhandelsstatistik von Geostat, dem nationalen Statistikamt Georgiens, veröffentlicht am 19. August.
Der gesamte Warenhandel Georgiens erreichte in diesen sieben Monaten 15,52 Mrd. US-Dollar. Das ist ein Plus von 7,5%. Die Exporte stiegen um 21,6% auf 4,67 Mrd. US-Dollar. Die Importe wuchsen nur um 2,4% auf 10,85 Mrd. US-Dollar. Das Handelsdefizit sank auf 6,18 Mrd. US-Dollar und entspricht 39,8% des Umsatzes.
Russland, China und die Türkei drängen nach vorn
Die Türkei bleibt größter Lieferant Georgiens mit 1,65 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 5%. Russland folgt mit 1,38 Mrd. US-Dollar und legte um 26,5% zu. China steigerte seine Lieferungen um 22,3% auf 1,30 Mrd. US-Dollar. Die USA verloren dagegen 25% und fielen auf 1,29 Mrd. US-Dollar.
Der russische Zuwachs stammt vor allem aus Rohöl. In den ersten sieben Monaten 2025 lieferte Russland praktisch kein Rohöl nach Georgien. 2026 waren es 238,5 Mio. US-Dollar bei 569.330 Tonnen. Bei verarbeiteten Erdölprodukten sank der russische Wert dagegen auf 292,4 Mio. US-Dollar.
Die 27 EU-Staaten zusammen stellen 24,5% der georgischen Importe. Deutschland liefert davon rund ein Viertel. Umgekehrt kaufte Deutschland georgische Waren für nur 29,1 Mio. US-Dollar. Der Handel bleibt einseitig.
Autos und Öl treiben den georgischen Export
Georgiens Ausfuhren stützen sich auf Re-Exporte und Rohstoffe. Personenkraftwagen bleiben die wichtigste Position mit 1,16 Mrd. US-Dollar, allerdings 21,5% weniger als im Vorjahr. Erdöl und Erdölprodukte sprangen von 49,6 Mio. auf 571,5 Mio. US-Dollar. Edelmetallerze und -konzentrate stiegen um 75,6% auf 356,3 Mio. US-Dollar.
Die Zielmärkte verschieben sich. Kirgistan nahm georgische Waren für 521,2 Mio. US-Dollar ab, 36,1% weniger als 2025. Kasachstan brach um 34,4% ein. China dagegen vervielfachte seine Käufe auf 493,0 Mio. US-Dollar, ein Plus von 166,4%. Laut Geostat entfielen „auf die zehn wichtigsten Handelspartner 66,3% des gesamten Außenhandelsumsatzes Georgiens“.
Deutsche Exporteure verlieren in Georgien Boden, während der Markt selbst wächst. Wer Maschinen, Fahrzeugteile oder Pharmazeutika nach Tiflis liefert, konkurriert dort inzwischen mit türkischen und chinesischen Anbietern zu anderen Preisen. Für Investoren zählt eine zweite Zahl: Georgien re-exportiert immer mehr nach Zentralasien und China. Wer das Land als Drehscheibe nutzt, erreicht Märkte, die über den Kaukasus hinausreichen.
Quellen: Geostat, External Merchandise Trade of Georgia in January-July 2026, 19.08.2026 (EN)
SK, Frankfurt