Georgiens Handelsdefizit lag von Januar bis August bei 7.070,5 Mio. US-Dollar. Ein Jahr zuvor summierten sich die Monatswerte auf 7.650,7 Mio. US-Dollar. Die Lücke schrumpfte damit um 7,6%. Das Statistikamt Geostat veröffentlichte die Zahlen am 14. September.
Den Ausschlag gibt die Importseite. Georgien führte Waren für 12.493,0 Mio. US-Dollar ein, nur 3,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren stiegen dagegen um 22,1% auf 5.422,6 Mio. US-Dollar. Der gesamte Warenhandel erreichte 17.915,6 Mio. US-Dollar, ein Plus von 8,3%. Das Defizit entsprach 39,5% des Handelsumsatzes.
Der August verschärft das Muster
Im August exportierte Georgien Waren für 752,4 Mio. US-Dollar. Im August 2025 waren es 603,1 Mio. Das ist ein Zuwachs von 24,8%. Die Einfuhren kamen auf 1.550,9 Mio. US-Dollar nach 1.497,5 Mio., ein Plus von 3,6%. Das Monatsdefizit fiel von 894,3 auf 798,5 Mio. US-Dollar.
Welche Waren den Exportsprung tragen, bleibt vorerst offen. Geostat kündigte die Detaildaten nach Warengruppen und Partnerländern für den 21. September an.
Notenbank hält den Leitzins bei 8,25%
Die Nationalbank Georgiens beließ ihren Leitzins am 9. September bei 8,25%. Auf diesem Niveau liegt er seit Anfang Mai. Die Jahresteuerung betrug im August 5,6%. Die Kernrate lag bei 3,6%, die Teuerung bei Dienstleistungen bei 4,4%. Für 2026 erwartet die Notenbank im Schnitt 5,2%.
„Die Wirtschaftstätigkeit bleibt stark“, schreibt der Geldpolitische Ausschuss in seiner Erklärung vom 9. September. Im Juli wuchs die Wirtschaft nach vorläufigen Daten um 8,0%. Im Mittel der ersten sieben Monate waren es 7,9%. Sektoren mit hoher Produktivität trügen das Wachstum und milderten den Preisdruck aus der starken Gesamtnachfrage, heißt es in der Erklärung weiter.
Für deutsche Exporteure enthält die Statistik eine unangenehme Botschaft. Die georgische Wirtschaft wächst um knapp 8%, die Wareneinfuhr aber nur um 3,3%. Das Wachstum entsteht in Dienstleistungen, die wenig importieren. Wer den Markt am Bruttoinlandsprodukt bemisst, überschätzt ihn.
Zwei Punkte sprechen dennoch für Georgien. Das schrumpfende Defizit stützt den Lari, und eine festere Währung verbilligt europäische Investitionsgüter vor Ort. Der Leitzins von 8,25% verteuert dagegen die Finanzierung beim Kunden. Deutsche Lieferanten verkaufen leichter, wenn sie Exportkredite oder Lieferantenkredite mitbringen.
Quellen: Geostat, Express Release zum Außenhandel Januar–August 2026, 14.09.2026 (EN); Nationalbank Georgiens, Beschluss des Geldpolitischen Ausschusses, 09.09.2026 (EN).
SK, Frankfurt