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Eigenausfuhr plus 63,5%: Georgiens Export löst sich vom Autohandel
Georgien · 22.09.2026

Eigenausfuhr plus 63,5%: Georgiens Export löst sich vom Autohandel

Georgiens Eigenausfuhr stieg von Januar bis August 2026 um 63,5% auf 3,29 Mrd. US-Dollar. Das meldete das nationale Statistikamt Geostat am 21. September. Ihr Anteil am Gesamtexport erreichte 60,6%, ein Jahr zuvor waren es 45,2%.

Der Gesamtexport wuchs um 22,1% auf 5,42 Mrd. US-Dollar. Die Einfuhr legte nur um 3,4% auf 12,50 Mrd. US-Dollar zu. Das Handelsdefizit sank auf 7,08 Mrd. US-Dollar. Es entspricht 39,5% des Außenhandelsumsatzes.

Raffinerieprodukte verdrängen Gebrauchtwagen

Den Sprung trägt ein einziger Posten. Erdöl und Erdölerzeugnisse kamen in der Eigenausfuhr auf 649,1 Mio. US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es 14,6 Mio. US-Dollar. Der Posten steht jetzt für 19,8% der Eigenausfuhr.

Dahinter folgen Edelmetallerze mit 403,1 Mio. US-Dollar, ein Plus von 68,6%. Ferrolegierungen erreichten 219,0 Mio. US-Dollar, ein Plus von 59,7%. Kupfererze stiegen um 242,5% auf 163,4 Mio. US-Dollar.

Geostat fasst den Begriff eng. Zur Eigenausfuhr zählen Güter, „die im Land hergestellt oder aus dem Ausland eingeführt wurden und deren Wert sich durch inländische Verarbeitung erheblich verändert hat“, heißt es im Bericht des Statistikamts vom 21. September.

Gleichzeitig bricht das alte Geschäftsmodell weg. Die Ausfuhr von Personenkraftwagen fiel um 22,0% auf 1,35 Mrd. US-Dollar. Ihr Anteil am Gesamtexport sank von 38,9% auf 24,9%.

Der Wagenhandel lief über die Schwarzmeerhäfen nach Zentralasien. Kirgistan bezog georgische Waren für 577,6 Mio. US-Dollar, 38,8% weniger als im Vorjahr. Kasachstan nahm 388,5 Mio. US-Dollar ab, ein Minus von 32,2%.

China rückt auf, Deutschland verliert Anteile

China kaufte georgische Waren für 543,7 Mio. US-Dollar, 177,3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Geliefert wurden vor allem Edelmetallerze für 311,7 Mio. US-Dollar. Russland blieb mit 500,7 Mio. US-Dollar drittgrößter Abnehmer, ein Plus von 4,1%.

Auf der Importseite führt die Türkei mit 1,92 Mrd. US-Dollar. Russland folgt mit 1,53 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 24,9%. Deutschland liegt auf Rang fünf. Die deutschen Lieferungen sanken um 9,9% auf 762,3 Mio. US-Dollar, der Anteil am georgischen Import fiel auf 6,1%.

Für deutsche Exporteure verschiebt sich die Rolle des Landes. Georgien war jahrelang die Drehscheibe für Gebrauchtwagen aus Europa Richtung Zentralasien. Dieser Kanal schrumpft. Wer den Markt beliefert, verkauft künftig stärker an georgische Verarbeiter und an den Binnenkonsum. Die Einfuhr wächst nur noch langsam, während türkische und russische Anbieter Anteile gewinnen. Maschinen- und Anlagenbauer sollten die Raffinerie- und Bergbauprojekte prüfen, die hinter dem Exportsprung stehen.

Quellen: Geostat, Außenhandel Januar–August 2026 und Eigenausfuhr Januar–August 2026, beide 21.09.2026 (EN/GE).

SK, Frankfurt

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