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Tschechiens Einzelhandel wächst im September um 4,1%: Der Onlinehandel legt um 14,5% zu

Tschechiens Einzelhandel wächst im September um 4,1%: Der Onlinehandel legt um 14,5% zu

Tschechiens Einzelhandel hat im September real 4,1% mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor. Das meldet das tschechische Statistikamt ČSÚ am 5. November. Die Zahl gilt ohne Kraftfahrzeuge, preisbereinigt und bereinigt um Kalendereffekte. Gegenüber dem August stiegen die Umsätze um 0,1%.

ČSÚ fasst die Lage in einem Satz zusammen. In der Übersetzung aus dem Tschechischen lautet er: „Die Einzelhandelsumsätze stiegen im September real im Jahresvergleich um 4,1% und im Monatsvergleich um 0,1%.“ Der Handel mit Kraftfahrzeugen entwickelte sich schwächer. Seine Umsätze sanken im Jahresvergleich um 1,6% und stiegen zum Vormonat um 0,2%.

Onlinehandel und Nonfood tragen das Wachstum

Den größten Schub liefern Waren, die keine Lebensmittel sind. Der Nonfood-Handel setzte im Jahresvergleich 7,3% mehr um. Der Versand- und Internethandel legte um 14,5% zu und ist damit das stärkste Segment. Jana Gotvaldová leitet bei ČSÚ die Abteilung für Handels-, Verkehrs- und Dienstleistungsstatistik. Sie nennt den Internethandel laut dem Branchendienst IndexBox das am schnellsten wachsende Segment.

Die Lebensmittelumsätze stiegen um 2,7%. Nicht spezialisierte Geschäfte, in denen Lebensmittel, Getränke und Tabak überwiegen, kamen auf 2,9%. Apotheken und Händler für medizinische Waren wuchsen um 6,6%. Die Umsätze mit Kraftstoffen fielen dagegen um 4,5%.

Zum August zeigt sich ein ruhigeres Bild, saisonbereinigt gerechnet. Nonfood legte um 0,3% zu, die Lebensmittelumsätze blieben unverändert, Kraftstoffe verloren 0,6%. Alle Nonfood-Gruppen wuchsen. Die Zahlen sind vorläufig. ČSÚ veröffentlicht die nächsten Daten am 8. Dezember.

Gestiegene Lebenshaltungskosten dämpfen den Ausblick

Die englischsprachige Zeitung Expats.cz verweist auf höhere Lebenshaltungskosten, die den Ausblick trüben. Miroslav Novák, Analyst des Finanzvermittlers Citfin, erwartet für 2026 ein Wachstum von 3,5 bis 4%. Die Septemberzahl liegt am oberen Rand dieser Spanne. Das Wachstum kommt damit aus gestiegener Kaufbereitschaft, nicht aus einem Preisschub bei Waren: ČSÚ rechnet in konstanten Preisen.

Für deutsche Exporteure folgt daraus eine klare Gewichtung. Wer Nonfood-Ware nach Tschechien liefert, findet die Nachfrage im Onlinehandel. Lieferanten von Elektronik, Haushaltswaren und Mode sollten Versandhändler und Marktplätze beliefern, nicht nur Ladenketten. Lebensmittelexporteure profitieren mit 2,7% nur moderat. Autozulieferer und Kraftstoffhändler treffen auf einen Markt, der schrumpft.

Quellen: ČSÚ (CS), IndexBox (EN), Expats.cz (EN)

SK, Frankfurt

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