Slowenien reagiert auf anhaltende Störungen in der Treibstoffversorgung mit einem ungewöhnlichen Schritt: Als erstes europäisches Land begrenzt die Regierung den Verkauf von Kraftstoff. Gleichzeitig werden Steuern gesenkt, um den Preisdruck zu dämpfen.
Ab sofort dürfen Privatpersonen pro Tag maximal 50 Liter tanken, Unternehmen bis zu 200 Liter. Die Maßnahme gilt landesweit, mit besonderem Augenmerk auf Autobahnraststätten, wo zuletzt ein deutlicher Nachfrageanstieg beobachtet wurde. Auch sogenannte „Benzintouristen“ stehen im Fokus – für ausländische Kunden könnten künftig höhere Preise gelten.
Die Entscheidung fiel nach mehreren Krisensitzungen der Regierung mit Energieunternehmen und Logistikakteuren. Hintergrund sind erhebliche Probleme in der Verteilung, die insbesondere den größten Anbieter des Landes, Petrol, betreffen. Trotz ausreichender Reserven kam es zuletzt zu spürbaren Engpässen im Vertrieb.
Die Regierung hat Petrol angewiesen, umgehend einen Maßnahmenplan zur Stabilisierung der Lieferketten vorzulegen. Parallel prüfen Behörden mögliche Regelverstöße, während eine Sonderprüfung der Logistikprozesse eingeleitet wurde. Auch strafrechtliche Schritte werden nicht ausgeschlossen.
Zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen senkt der Staat vorübergehend die Umweltsteuer auf Kraftstoffe auf null. Die Maßnahme gilt bis Anfang Mai und soll die Auswirkungen steigender Energiepreise abfedern – auch wenn sie den Staat rund 23 Millionen Euro kostet.
Die Eingriffe zeigen, wie stark der Druck auf den Energiemarkt inzwischen geworden ist: steigende Preise, gestörte Lieferketten und wachsende Nachfrage zwingen selbst stabile Märkte zu ungewöhnlichen Maßnahmen.
