Autor: Klaus Dormann
Die Auswirkungen der starken Beschädigungen russischer Raffinerien durch Angriffe der Ukraine zeigen sich inzwischen in der Entwicklung der russischen Wirtschaftsdaten immer deutlicher. Auch die Ergebnisse der Analysten-Umfrage, die die russische Zentralbank rund 2 Wochen vor ihrer nächsten Leitzinsentscheidung am 24. Juli durchführte, sind wohl stark von den Folgen der „Kraftstoff-Krise“ geprägt. Angesichts der Produktionsausfälle im Bereich der Erdölverarbeitung senkten die Analysten ihre Prognosen für das diesjährige Wachstum der russischen Wirtschaft noch weiter. Im Mittelwert erwarten sie 2026 jetzt nur noch einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,6 Prozent.
Gestiegene Inflationsprognosen und langsamer sinkende Zinsen
Trotz des noch schwächeren Wachstums rechnen die Analysten aber nicht mit einem schnelleren Rückgang der Inflation. Sie erwarten im Gegenteil zum Jahresende 2026 und im Jahresdurchschnitt deutlich höhere Inflationsraten als in der letzten Umfrage im Juni. Die Analysten erwarten jetzt nicht mehr, dass der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2026 von 8,7 % auf 5,4 % sinkt, sondern nur auf 6,0 %. Hauptgrund dafür dürfte der im Juni registrierte sprunghafte Anstieg der Kraftstoffpreise wegen des Rückgangs der Produktion der Raffinerien sein.
Wegen der höheren Inflationsprognosen wird nach Einschätzung der Analysten auch der Leitzins langsamer gesenkt werden als bisher erwartet wurde.
Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage vom 10. bis 14.07.2026
(in Klammern Ergebnisse der Juni-Umfrage)

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.07.26
Am 24. Juli behält die Zentralbank den Leitzins von 14,25 % voraussichtlich bei
Präsident Wladimir Putin hat am 14. Juli laut Gazeta.ru zwar erklärt, eine Zinssenkung sei „unbedingt notwendig und werde sich angesichts der makroökonomischen Indikatoren und der wirtschaftlichen Stabilität als natürlicher Prozess erweisen“. Gleichzeitig habe der Präsident jedoch betont, dass die Zentralbank Russlands die Entscheidung selbst treffen werde.
Trotz dieser Erklärung des Präsidenten erwarteten bei einer Umfrage der Wirtschaftszeitung Vedomosti aber 14 von 20 Teilnehmern, dass die Zentralbank am nächsten Freitag ihren Leitzins nicht weiter senkt, sondern bei 14,25 Prozent hält. Kein Teilnehmer rechnet mit einer Erhöhung.
Auch die Analysten von SberCIB Investment Research erwarten am 24. Juli keine weitere Leitzinssenkung mehr. Sie gehen in einer ausführlichen Analyse davon aus, dass die Zentralbank den Leitzins unverändert bei 14,25 % hält und „ein neutrales Signal“ für ihre künftige Leitzinspolitik vermitteln wird. Als Gründe dafür nennt SberCIB Investment Research die Beschleunigung der Inflation in Russland, das rasche Wachstum der Geldmenge und die erneute Eskalation des Krieges im Nahen Osten.
Die Analysten von SberCIB Investment Research gehen sogar davon aus, dass die steigende Inflation, die „Ungleichgewichte“ auf dem heimischen Kraftstoffmarkt und die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung des Staatshaushalts die Zentralbank dazu veranlassen könnten, den Leitzins auch bei der September-Sitzung bei 14,25 % zu belassen. Sie schätzen, dass die Zentralbank die Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte erst im Zeitraum Oktober bis Dezember wieder aufnehmen wird, weil dann eine Stabilisierung der Kraftstoffpreise und ein langsameres Kreditwachstum zu erwarten sei.
Starker Inflationsschub durch gestiegene Kraftstoffpreise im Juni
Der Anstieg der Verbraucherpreise erhöhte sich laut dem Statistikamt Rosstat im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt auf 6,0 Prozent. Dabei verteuerte sich Benzin im Vergleich zum Juni 2025 um 19,9 Prozent und Diesel um 18,1 Prozent (RBC Ukraine).
Gegenüber dem Vormonat Mai beschleunigte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Juni auf insgesamt 0,9 Prozent (siehe folgende Abbildung). Dabei waren die Benzinpreise im Juni 6,9 Prozent und die Dieselpreise 7,1 Prozent höher als im Mai (Ukrinform).
Verbraucherpreisindex
Veränderung zum Vormonat in Prozent

Trading Economics: Russland Inflationsrate, Veränderung zum Vormonat in Prozent, 10.07.26
Laut der Zentralbank beschleunigte sich die auf Jahresrate hochgerechnete saisonbereinigte Inflationsrate im Juni auf 10,6 %. Im Mai hatte sie noch lediglich 2,0 % betragen (siehe graue Säulen in der folgenden Abbildung der Zentralbank).
Saisonbereinigte Veränderung der Verbraucherpreise;
auf Jahresrate hochgerechnete Veränderung gegenüber dem Vormonat in %

Russische Zentralbank; Pressemitteilung: „Was sagen die Trends?“, Beschleunigung des Verbraucherpreiswachstums unter dem Einfluss temporärer Faktoren, 15.07.26
Hauptgrund für diesen Inflationsschub im Juni war, so SberCIB, der Anstieg der Kraftstoffpreise. Sie trugen mit 0,3 Prozentpunkten im Juni rund ein Drittel zur monatlichen Inflationsrate von 0,9 % bei.
Der Stellvertretende Präsident der Zentralbankchef Alexey Zabotkin meinte auf dem Telegram-Kanal der Zentralbank am 14. Juli, der Inflationsanstieg im Juni sei hauptsächlich auf „einmalige“ Faktoren zurückzuführen, vor allem auf den Anstieg der Kraftstoffpreise. Die Zentralbank werde bei der Festlegung des Leitzinses den Anstieg der Kraftstoffpreise und seine Auswirkungen auf die Inflationserwartungen genau beobachten. Er fügte hinzu, dass einem einmaligen Preisschub eher eine Verlangsamung als eine weitere Beschleunigung des Preisanstiegs folge. Als Beispiel verwies er darauf, dass nach dem im Vergleich mit dem aktuellen Preisschub deutlich stärkeren Inflationsanstieg im März/April 2022 der Preisanstieg gegenüber dem Vormonat in den folgenden sechs Monaten nahe Null gelegen habe (Vedomosti, russland.capital, Finanzmarktwelt.de). Das zeigt auch die obige Abbildung der Zentralbank.
Die Prognose für den BIP-Anstieg 2026 sank bei der Analysten-Umfrage noch weiter
Nachdem die russische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2026 Mitte Mai auf nur noch 0,4 Prozent gesenkt hat, rechnen jetzt auch immer mehr Analysten mit einer ähnlich schwachen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Bei der Juni-Umfrage der Zentralbank war der Mittelwert ihrer Prognosen für den diesjährigen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts bereits von 1,0 auf 0,7 Prozent gefallen.
Jetzt sank die Wachstumsprognose im Mittelwert noch etwas weiter auf nur noch 0,6 Prozent. Die Spanne der Prognosen für 2026 reicht dabei von einer leichten Rezession (-0,2%) bis zu einer leichten Beschleunigung der jährlichen Wachstumsrate auf +1,2% (2025: +1,0%). Im nächsten Jahr erwarten die Teilnehmer der Umfrage im Mittelwert eine Beschleunigung des Anstiegs der gesamtwirtschaftlichen Produktion auf 1,3 % (Juni-Prognose: +1,5%).
Reales Bruttoinlandsprodukt
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.07.26
Die Inflation sinkt deutlich langsamer als bisher erwartet
Der Anstieg der Verbraucherpreise wird sich im Jahresdurchschnitt nach Einschätzung der Analysten von 8,7 % im Jahr 2025 auf 6,0 % im Jahr 2026 vermindern. Dazu dürfte das erwartete schwächere Wirtschaftswachstum beitragen. Im Juni hatten die Umfrage-Teilnehmer für den Jahresdurchschnitt 2026 noch eine merklich niedrigere Inflationsrate von 5,4 % im Jahresdurchschnitt erwartet. Wahrscheinlich hat der aktuelle starke Anstieg der Kraftstoffpreise zum Anstieg der Inflationserwartungen für das Jahr 2026 beigetragen.
Für den Dezember 2026 erwarten die Analysten jetzt mit einer Inflationsrate von 6,2 % sogar fast einen Prozentpunkt mehr Inflation als bei der Juni-Umfrage (5,3 %).
Die mittelfristige Prognose der Zentralbank, die zum nächsten Leitzinsentscheid aktualisiert wird, geht hingegen noch von einem Rückgang der Inflationsrate auf 4,5 bis 5,5 % am Jahresende 2026 aus.
Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage vom 10. bis 14.07.2026
(in Klammern Ergebnisse der Juni-Umfrage)

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.07.26
Der Leitzins sinkt erst 2029 unter 10 Prozent
Angesichts der nur langsam sinkenden Inflationsrate rechnen die Analysten damit, dass die Zentralbank den Leitzins noch langsamer senken wird als schon bisher erwartet wurde. Sie gehen davon aus, dass der Leitzins im Jahresdurchschnitt 2026 noch 14,5 Prozent betragen wird, Im Juni hatten sie einen stärkeren Rückgang auf 14,1 Prozent erwartet.
In den nächsten beiden Jahren wird der Leitzins nach Einschätzung der Analysten im Jahresdurchschnitt nur um jeweils gut 2 Prozentpunkte gesenkt werden. Damit werde er im Jahr 2028 mit 10,0 Prozent immer noch zweistellig sein. Die Forderungen von Unternehmerverbänden und Banken nach einer rascheren Senkung der Kreditkosten für eine Ankurbelung der Produktion werden aus Sicht der Analysten offenbar kaum Gehör finden.
Leitzins in Prozent pro Jahr im Jahresdurchschnitt

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.07.26
Das angestrebte Inflationsziel wird erst 2029 erreicht
Die folgende Abbildung der Zentralbank zeigt, wie sich die Inflationsrate laut der Analysten-Umfrage am Jahresende entwickeln dürfte. Im Dezember 2026 werden die Verbraucherpreise laut der Umfrage im Vorjahresvergleich noch um 6,2 Prozent steigen. Auch Ende 2027 wird das Inflationsziel laut der Umfrage mit einem Preisanstieg von 4,6 Prozent noch nicht erreicht.
Verbraucherpreisindex
Anstieg Dezember gegenüber Dezember des Vorjahres in %

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia,15.07.26
Die von der Zentralbank angestrebte Inflationsrate von 4,0 Prozent wird im Mittelwert der Einschätzungen der Umfrage-Teilnehmer erst Ende 2029 erreicht werden (dunkelrote Linie).
Das staatliche Haushaltsdefizit sinkt langsamer als bisher erwartet
Das Defizit im konsolidierten Staatshaushalt Russlands hat sich 2025 mehr als verdoppelt. Es stieg auf 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Analysten erwarteten im Juni noch, dass das Defizit 2026 auf 2,6 Prozent des BIP gesenkt werden kann. Jetzt rechnen sie nur noch mit einem Rückgang auf 3,2 Prozent des BIP in diesem Jahr.
Konsolidierter Haushaltssaldo in Prozent des BIP

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia,15.07.26
Der Ölpreis für Steuerzwecke steigt 2026 schwächer als bisher erwartet
2025 war der Ölpreis für Steuerzwecke im Jahresdurchschnitt auf 56 US-Dollar je Barrel gesunken. Angesichts der Sperrung der Straße von Hormus prognostizierten die Analysten bei der Juni-Umfrage für das Jahr 2026 noch einen Anstieg um 25 Prozent auf 70 US-Dollar. In der neuen Umfrage gehen sie davon aus, dass der Ölpreis im Jahresdurchschnitt 2026 nur halb so stark auf 63 US-Dollar steigt.
Ölpreis für Steuerzwecke,
US-Dollar/Barrel, Jahresdurchschnitt

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia,15.07.26
Lesetipps:
Deutsch-Russische Auslandshandelskammer:
- Russlands Banken: Rekordgewinn, Kreditkrise und Bankenschwund, 14.07.26
- Experten: Steht Russlands Wirtschaft vor Kollaps? 09.07.26
- Benzinkrise in Russland, 30.06.26
Podcasts, Videos:
- „Die Presse“-Podcast: Russland – Gas, Sanktionen, Oligarchen: „Sind es nun die ukrainischen Drohnen, die Putin zu Fall bringen werden?“ Ex-Oberst Wolfgang Richter und Ökonom Vasily Astrov (WIIW) diskutieren mit Eduard Steiner, wie weit die Ukraine bei der Waffentechnologie ist, in welche Eskalationsgefahr der Westen mit Russland gerade schlittert und wie viel von der russischen Ölindustrie bereits zerstört ist (Min. 18-34); 49 Min., 15.07.26
- Michael Thumann, „Die Zeit“-Korrespondent in Moskau, im „Der Standard“-Podcast im Gespräch mit Daniel Retschitzegger:Zerbricht das System Putin? Wächst in Russland die Ablehnung gegenüber Wladimir Putin? … 03:43 – Wirtschaftliche Folgen: Spritmangel und Alltagssorgen; 06:16 – Inflation: Die geschönte Statistik vs. Realität…, 23:15 – Putins Wirtschaftsidee: Das Scheitern der Importsubstitution; 26:59 – Der China-Schock: Russlands Abhängigkeit vom Osten; 57 Min., 14.07.26
- Silke Bigalke, Russlandkorrespondentin der SZ, im SZ-Podcast „Auf den Punkt“: Benzinkrise in Russland: Frust, Propaganda – und keine Revolution Weil die Ukraine seit einiger Zeit verstärkt die russische Ölindustrie angreift – das Herz der russischen Wirtschaft – erwägt der Kreml jetzt, Benzin aus dem Ausland einzukaufen. Warum die Unzufriedenheit der Russinnen und Russen trotzdem nicht zu einer Revolution führen wird, erklärt Silke Bigalke, 03.07.2026
Konjunkturprognosen:
- Eurasian Fund for Stabilization and Development: Regional Economic Outlook, 16.07.26
- russland.capital: Russlands Wirtschaft wächst kaum noch – hohe Zinsen bleiben länger, 16.07.26
- Radio „Kommersant FM“; Leonid Pasternak: Die Inflation hat das Budget umgeschrieben. Was Unternehmer über die Wirtschaftsprognosen der Zentralbank sagen, 16.07.26
- Kommersant.ru; Artem Chugunov: Die Preise setzen die Prognosen unter Druck. Die Konjunkturprognosen und die Inflationserwartungen haben sich verschlechtert; 16.07.26
- Alfa Bank; Alexey Devyatov: Makroökonomische Umfrage der Zentralbank: Analystenprognosen. Analyse der Ergebnisse der Juli-Umfrage, 15.07.26
- Interfax.com: Analysts lower Russian 2026 GDP growth forecast slightly, raise inflation outlook substantially, 15.07.26
- Zentralbank-Analysten-Umfrage: Macroeconomic survey of the CBR, Survey Calendar; 15.07.26
- Vedomosti: Erster Vizepräsident der Gazprombank: Das BIP könnte um 1,3 % steigen. 15.07.26
- OPEC-Sekretariat, Wien: Monthly Oil Market Report, 13.07.26
- Finmarket.ru; Interfax-Umfrage: Analysten prognostizieren für Juni einen Rückgang der Industrieproduktion in Russland um 0,1 Prozent bei einer Inflation von 0,85 Prozent, 10.07.26
Aktuelle Konjunkturentwicklung; Wirtschaftslage insgesamt
- russland.capital: Kreml bezeichnet Russlands Wirtschaft trotz schwachen Wachstums als stabil, 17.07.26; russland.capital: Russlands Wirtschaft zwischen teurem Geld und teurem Benzin,15.07.26
- Interfax.ru: Analysten der Bank von Russland stellten eine Wiederaufnahme des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal fest.15.07.26
- Expert.ru; Artem Novikov: Zentralbank: Analysten haben ihre Prognose für das russische BIP-Wachstum im Jahr 2026 gesenkt. 15.07.26
- China Business Spotlight: Despite Oil Boom: Russia Is Running Out of Cash. Record oil revenues fail to mask Russia’s real economic decline as soaring production costs, rising corporate bankruptcies, and a massive budget deficit force emergency measures, 14.07.26
- Deutsche Wirtschaftsnachrichten; Johan Wendel: Russische Wirtschaft: Das System steht vor der Zerreißprobe. Offiziell wächst Russlands Wirtschaft. Tatsächlich soll sie schrumpfen. Geheimdienstchef widerspricht Putins Wachstumszahlen; Interview des schwedischen Generalleutnants Thomas Nilsson mit der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens industri; 14.07.2026
- Blick.ch; Michael Hotz: Hohe Zinsen, kein Benzin, viel Kritik Jetzt bröckelt Putins Wirtschaftsmodell für Russland; wiiw-Sommerprognose für Russland, 12.07.26
- FR.de; Lennart Niklas, Johansson Schwenck: Russlands Wirtschaft bröckelt: Wie Krieg, Zinsen und Drohnen Putins Wirtschaftsmodell aushöhlen, 12.07.26
- VEB-Institut: „Weltwirtschaft und Märkte“, Wochenbericht 03. bis 09.07.26; 10.07.26
- Welt+; Eduard Steiner: Neun Gründe für den Niedergang der russischen Wirtschaft. Mitten im fünften Kriegsjahr sieht sich die russische Wirtschaft plötzlich nur noch mit Problemen konfrontiert. Wachstum ist nicht in Sicht. Führende Russland-Ökonomen erklären hier die Hauptgründe dafür, 09.07.26
Kraftstoffversorgung, Energiewirtschaft
- ntv; Christian Hermann: Jagd auf Benzin und Diesel. Telegram ist Russlands neue Tankstelle, 19.07.26,
- bne IntelliNews; Ben Aris: Fuel crisis hitting Russia’s real economy as agricultural peak season approaches. 18.07.26
- ntv Nachrichten: Geht Putin der Sprit aus? Ukraine trifft Russlands Ölindustrie, Video, 17.07.26
- The Moscow Times: Russland bereitet sich darauf vor, nach Benzin auch Dieselkraftstoff zu importieren. 17.07.26
- RBC Ukraine; Daryna Vialko: Russia to import diesel after gasoline as fuel crisis deepens, media reports, 17.07.26; Russia’s fuel crisis deepens as drone attacks send prices to record highs. 15.07.26
- Financial Post; Bloomberg News: Russian Fuel Prices Soar as Drone Attacks Curb Refinery Output; mit Chart; 15.07.26
- MDR aktuell; Putins Krieg – Interviews und Hintergründe, Rebecca Barth: Neue Drohnenstrategie setzt Russland unter Druck. Mit Drohnen greift die Ukraine verstärkt den russischen Energiesektor an,15.07.26; MDR aktuell, Lilia Becker:Tanknotstand in Russland; Audio, 3 Min., 10.07.26
- Blick.ch, Patrik Berger: Putins Benzin-Krise immer irrer, 15.07.26
- Kommersant; Artem Chugunov: Benzin nähert sich der Rate. Die Zentralbank und Analysten bewerteten die wirtschaftlichen Auswirkungen der Situation auf dem Kraftstoffmarkt; 14.07.26
- Inosmi.ru: Die EU hat eine Rekordmenge Gas aus Russlands Vorzeigeprojekt gekauft. FT: Europa kaufte vor den Sanktionen eine Rekordmenge Gas von Yamal LNG. Originalartikel: Financial Times 14.07.26
- ukrinform.net: Gasoline prices in Russia increase rapidly amid intensified Ukrainian strikes on oil refineries — ISW, 12.07.26
- Pravda.de: Rosstat verzeichnete einen Rekordanstieg der Benzinpreise in der Russischen Föderation: für das Jahr — fast 20%, für Juni – 6,88%, 11.07.26
- Forbes.ru; Evgeniya Belkova: Rosstat berichtete, dass sich das Benzinpreiswachstum im Juni auf 6,88 % beschleunigt habe. 10.07.26
- Meduza.io: Meduza hat das Ausmaß der Treibstoffkrise in Russland anhand von Börsendaten ermittelt. Die Preise sind um 40 % gestiegen, die Verkäufe um 40 % gesunken; 10.07.26
- Tagesschau.de: Kraftstoffkrise: Langes Warten an Russlands Tankstellen, 10.07.26
- Báo Dân trí: Was wird angesichts Russlands drastischem Ölexportverbot mit Moskaus Energiesicherheit geschehen? Angesichts zunehmend akuter Treibstoffknappheit wird Russland im Juli die Diesel-Exporte vorübergehend aussetzen und mit dem Import von Kraftstoff beginnen, 10.07.26
- SRF Echo der Zeit; Calum MacKenzie: Treibstoffknappheit in Russland spitzt sich zu, 09.07.2026
- Monocle.ru: Der Ölpreis begann rapide zu steigen. 09.07.26
- Meduza.io: Die Behörden scheitern daran, die Benzinkrise in den Griff zu bekommen. Welche Folgen hat das für Russland? Die Preise steigen, die Knappheit betrifft immer mehr Branchen und Treibstoffimporte verschärfen die Situation zusätzlich.08.07.26
- Vedomosti, Michail Beljajew: Wichtigste Punkte aus Putins Treffen zur Treibstofflage in Russland. Exportverbot für Dieselkraftstoff, Nachfrageanstieg um ein Drittel und Versorgung durch ein Netzwerk kleiner Raffinerien, 08.07.26
- FR.de, Christian Stör: Drohnen-Dauerfeuer zeigt Wirkung: Russlands Wirtschaft steht vor dem Kollaps – „Explosive Situation“, 08.07.26
- Telepolis; Marcel Kunzmann: Von Moskau bis Sibirien: Russlands Treibstoffkrise spitzt sich zu, 07.07.26
- LBBW: Ölpreise mit sehr hoher Volatilität; Halbjahresausblick 2026 | Irankrieg löst vorübergehend Öl-Hausse aus – Brent kletterte im März fast bis auf 120 USD; 07.07.26
- Klaus-Jürgen Gern, Kiel Institut für Weltwirtschaft: Globaler Ölmarkt im Zeichen der Geopolitik; Wirtschaftsdienst; 106. Jahrgang, 2026, Heft 7, S. 543–544, Juli 2026
- Merkur.de; Jens Kiffmeier: „Solange es keinen Biermangel gibt“: Wie der Benzin-Frust Putins Kriegsrückhalt bröckeln lässt, 06.07.26
- Finanzmarktwelt; Dói Ennoson: Sanktionen verhindern größere Einnahmen. Russisches Öl: Indien zieht an China vorbei. Drohnenangriffe erzwingen Rekord Öl-Export; 06.07.26
- CNN: Clare Sebastian, Zahra Ullahva, Katharina Krebs, Lou Robinson: Almost every Russian region hit by fuel crisis, as Ukraine escalates drone attacks, 06.07.26
- US Energy Information Administration: Short-Term Energy Outlook; Release Date: July 7, 2026
- NAGA: Oil Forecast and Price Predictions H2 2026: Prices are expected to moderate. Global oil prices surged over 50% after the US–Israel–Iran conflict erupted on February 28, 2026. Will oil prices continue to rise in H2 2026? Here are the latest Oil forecasts and price predictions, July 6, 2026
- russland.capital: Russland beschwichtigt beim Benzin – doch die Krise bleibt spürbar, 02.07.26
- Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Russland Benzinmangel: Putins Energie-Supermacht muss plötzlich einkaufen, 01.07.26
Preisentwicklung
- Finanzmarktwelt; Josephine Bollinger-Kanne: Russland im Griff von Kraftstoffkrise und Ausgabenspirale. Ukraine-Krieg zeigt immer stärker seine Auswirkungen; 15.07.26
- Russische Zentralbank, PM: Inflation in Russland Nr. 6 (126) • Juni; 15.07.26
- Bank of Russia: Price growth accelerates in June due to one-off factors, 15.07.26
- Vedomosti: Die Zentralbank hat die Auswirkungen steigender Kraftstoffpreise auf die Inflation im Juli analysiert, 15.07.26
- Vedomosti.ru: Zabotkin: Die Zentralbank wird die Kraftstoffpreise nicht „ignorieren“. 14.07.26
- Kommersant: Die Zentralbank rechnet nach dem Preisanstieg im Juni mit einem moderaten Preisanstieg, 14.07.26
- Russische Zentralbank; Alexey Zabotkin, Stellvertretender Präsident: Telegram-Kanal „Anmerkungen zur Wirtschaft“: Das Preiswachstum hat sich im Juni beschleunigt. Woraus setzt sich die Inflation heute zusammen? Wird eine Rückkehr zum Rückgang möglich sein? 14.07.26
- Pravda.de: Rosstat verzeichnete einen Rekordanstieg der Benzinpreise in der Russischen Föderation: für das Jahr — fast 20%, für Juni – 6,88%, 11.07.26
- SberCIB Investment Research: Inflation in Russland im Jahr 2026: Dynamik und Prognosen. Wir erörtern die Preisentwicklung seit Jahresbeginn sowie Prognosen von Analysten, der Zentralbank Russlands und des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung, 10.07.26
- Meduza.io; Rosstat: Die Benzinpreise stiegen im Juni um 6,9 %, die Dieselpreise um 7,1 %. Quelle: Interfax; 10.07.26
- Interfax.com: Inflation in Russia accelerates to 0.87% in June, annual inflation to 6.02%, 10.07.26
Geldpolitik: Vorberichte zur Leitzinsentscheidung am 24. Juli
- Gazeta.ru; Anastasia Alekseevskikh: „Es gab keine ‚Anweisung‘ zur Senkung des Zinssatzes.“ Was ist von der Sitzung der Zentralbank am 24. Juli zu erwarten? Der Anlagestratege Bakhtin sagte voraus, dass der Leitzins am 24. Juli bei 14,25 % bleiben wird. 18.07.26
- Vedomosti.ru; Ksenia Kotchenko, Anastasia Boyko: Vedomosti-Konsensprognose: Die Zentralbank wird den Leitzins im Juli bei 14,25 % belassen, 17.07.26
- Olga Belenkaya, Finam.ru: Eine Pause bei den Leitzinssenkungen und eine Verschärfung der gesamtwirtschaftlichen Prognose sind wahrscheinlich, 17.07.26
- SberCIB Investment Research: Leitzinsprognose für 2026. Wir erörtern die Einschätzung der Bank von Russland zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und wie sich der Leitzins laut Analysten von SberCIB Investment Research im Jahr 2026 verändern könnte, 16.07.26; Klerk.ru: SberCIB-Prognose: Der Leitzins der Zentralbank wird im Juli 2026 bei 14,25 % bleiben, 16.07.26
- russland.capital: Russlands Wirtschaft zwischen teurem Geld und teurem Benzin,15.07.26
- russland.capital: Unternehmerverband erwartet keine weitere Zinssenkung, 08.07.26
- Finam.ru; Nachbesprechung: Die Zentralbank hat die Notbremse gezogen. Könnte sie nun mit einer Zinserhöhung fortfahren? 05.07.26
Warnungen vor Bankenkrise und hoher Unternehmensverschuldung
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Russlands Banken: Rekordgewinn, Kreditkrise und Bankenschwund, 14.07.26
- Fortune; Jason Ma: Russia’s economy is an ‘illusion’ built on debt, and a banking crisis is ready to explode, intel report says, while the Kremlin may seize pensions; 12.07.26
- Graphic News; Phil Bainbridge: War threatens Russian banking crisis, 10.07.26
- russland.capital: Schulden russischer Unternehmen steigen auf Rekordniveau, 08.07.26
- Gießener Allgemeine; Mark Simon Wolf: EU nimmt russischen Bankensektor ins Visier – droht Putins Finanzsystem ein Lehman-Moment? Die EU bereitet ihr 21. Sanktionspaket gegen die russische Wirtschaft vor. Im Fokus stehen das Bankensystem sowie Krypto-Netzwerke; 07.07.26
- ORF: Geheimdienstbericht warnt vor russischer Bankenkrise, 06.07.26
- Finance Yahoo; The Telegraph, Melissa Lawford: Half a million Russians go bankrupt as Putin risks banking crisis, 06.07.26
- AOL; Reuters; John Irish and John O’Donnell: War threatens Russian banking crisis, European intelligence report says, 05.07.26
- Finanz und Wirtschaft; Andreas Neinhaus: Der Chart des Tages. Krieg als Geschäftsmodell. Russische Banken und der Staat überschütten die Unternehmen im Inland mit Finanzierungen. Die Verschuldung wächst rasant. 15.06.26
Finanzpolitik; Staatshaushalt und Ölpreise
- Reuters: Russia’s 2026 budget deficit may exceed plans by $12.85 billion due to higher spending, 16.07.26
- CMASF: Studie 10. Grundsätze und Leitlinien der Fiskalpolitik für übermorgen, 13.07.26
- Focusonline; Lars-Eric Nievelstein: Ukraine-Krieg. Russlands Wirtschaft ist mit 75 Milliarden Dollar im Minus. Russland verliert viel Geld, weil Öl und Gas nicht mehr genug abwerfen,.12.07.2026
- russland.capital: Russlands Haushaltsloch bleibt größer als geplant – trotz leichter Entspannung im Juni, 10.07.26
- Alfa Bank: Die Haushaltseinnahmen übertrafen die Erwartungen. Das Finanzministerium verzeichnete Rekordsteuereinnahmen, stand aber vor einem neuen Budgetdilemma.10.07.26
- Finmarket.ru: Im ersten Halbjahr belief sich das russische Haushaltsdefizit auf 5,7 Billionen Rubel, 09.07.26
- Bruegel; Marek Dabrowski: How much has the Russian budget gained from Iran-war related higher oil prices? Russia has gained some fiscal headroom from higher oil prices, though not enough to fully offset budgetary difficulties from the Ukraine war, 08.07.26
Politisches Umfeld; Nord Stream 2; Sonstiges
- Merkur.de; Lukas Richter: Putins Elite schlägt Alarm: Russlands größter Industrieller warnt vor düsterer Zukunft, 12.07.26
- The Economist; Übersetzung von „20 Minuten“: Andrey Melnichenko: Der Mann, der Russland verändern würde. Ein führender Oligarch meldet sich zu Wort und warnt vor der drohenden Katastrophe, die seinem Land bevorsteht. veröffentlicht unter Lizenz, 11.07.26
- The Economist; Video: Der Mann, der Russland verändern wollte. Einer der reichsten Oligarchen Russlands, Andrej Melnitschenko, hat vor einer drohenden Katastrophe für sein Land gewarnt. Er sprach 60 Stunden lang mit Arkady Ostrovsky, dem Russland-Korrespondenten des Economist, und entwarf eine alternative Vision für Russland. 10.07.26
- BR24; Peter Jungblut: „Zurücktreten vom Abgrund“: Wird Oligarch Putins Mittelsmann?, 10.07.26
- Russland-Analysen Nr. 485; Theodore P. Gerber: Ungleichheit in Zeiten der russischen Kriegswirtschaft; Ranking: Russen auf der Forbesliste der Milliardäre weltweit 2026; 08.07.26
- russland.capital: Nord Stream 2 erhält keine Versicherungsgelder für Pipeline-Sprengung, 08.07.26


