Autor: Klaus Dormann
In der letzten Woche veröffentlichte das Statistikamt Rosstat weitere Konjunkturdaten für den Monat Januar. Beim Vorjahresvergleich zum Januar 2025 zeigt sich ein unerwartet starker Rückgang der Produktion der russischen Wirtschaft. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung schätzte, dass Russlands reales Bruttoinlandsprodukt im Januar 2,1 % niedriger war als im Januar 2025.
Eine gewisse Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit am Anfang des Jahres 2026 war zwar erwartet worden. So rechnete die russische Zentralbank damit, dass die 2026 bevorstehende Anhebung der Mehrwertsteuer und die angekündigte Erhöhung der Recyclinggebühr beim Autokauf die Nachfrage nur vorübergehend bis zum Jahresende 2025 verstärken würden. Anfang 2026 sei im Gegenzug zu diesem „Wachstumsschub“ am Jahresende mit einem Rückgang des Konsumwachstums zu rechnen, vermutete die Zentralbank.
Die Konjunkturdaten für Januar fielen jedoch zum Teil noch deutlich schlechter aus als erwartet. Bei einer Analysten-Umfrage von Interfax wurde zum Beispiel für Januar noch mit einem Anstieg der Industrieproduktion um 0,9 Prozent gerechnet. Tatsächlich sank die Industrieproduktion im Januar aber um 0,8 % im Jahresvergleich. Und der reale Einzelhandelsumsatz stieg im Januar nur noch um 0,7 %, weit weniger als die Analysten vermutet hatten (+1,9 %). Das berichtet Olga Belenkaya, Chef-Volkwirtin des Börsenunternhemens FINAM, in einer ausführlichen Analyse zum „schwachen Start“ der russischen Wirtschaft in das Jahr 2026.
Die Ausgangssituation der russischen Wirtschaft am Jahreswechsel 2025/2026
Im Moskauer Wirtschaftsmagazin Profile.ru umriss der leitende Korrepondent Vladislav Grinkevich Anfang März die aktuelle „Problemlage“ der russischen Wirtschaft zusammengefasst so:
„Tatsächlich steht die russische Wirtschaft vor zahlreichen Problemen: Das Wachstum verlangsamt sich, die Inflation bleibt hoch, der Industriesektor befindet sich im Abschwung, und der Arbeitsmarkt ist angespannt. Dennoch sind sich die meisten Experten einig, dass von einer Krise, geschweige denn einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft, keinesfalls die Rede sein kann. Man muss allerdings anerkennen, dass dieses Jahr das schwierigste seit 2022 sein wird.“
Grinkevich verweist dazu vor allem auf das steigende Defizit im Bundeshaushalt und den Rückgang der Produktion in vielen Industriebranchen außerhalb des Rüstungsbereichs.
Russlands föderales Haushaltsdefizit ist 2025 deutlich gestiegen
Das Haushaltsdefizit ist, so Grinkevich, bereits im Jahr 2025 auf 2,6 Prozent des BIP gestiegen, obwohl ursprünglich ein Rückgang auf 0,5 Prozent des BIP geplant war.
Laut „nachrichtendienstlichen Erkenntnissen“ des deutschen Bundesnachrichtendienst BND stieg das Defizit mit 8,0 Billionen Rubel sogar auf 3,7 Prozent des BIP (Die Welt, ZDF). Das Defizit sei damit rund 42 Prozent höher gewesen als von der Regierung angegeben wurde, teilt der BND mit.
Abbildung des BND:
Anstieg des Defizits im russischen Bundeshaushalt

Bundesnachrichtendienst, BND: Russische Wirtschaft in roten Zahlen: Sanktionen wirken, Defizit steigt deutlich, Investitionsstandort wird zum unwägbaren Risiko, 04.03.26
Grinkevich: Der Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen ist finanzierbar
Hauptursache für den Anstieg des Defizits im Jahr 2025 war laut Grinkevich der Rückgang der staatlichen Einnahmen aus dem Öl- und Gasbereich um 24 Prozent wegen niedriger Weltmarktpreise. Prognosen des in Finnland registrierten unabhängigen „Centre for Research on Energy and Clean Air“ (CREA) ließen 2026 einen weiteren Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen um 27 Prozent erwarten.
Grinkevich betont aber, dass dieser Rückgang „kein Grund zur Panik“ sei. Nach Einschätzung von Sergei Khestanov (Associate Professor at the Russian Presidential Academy of the National Economy and Public Administration, RANEPA) verfüge der russische Staat über Reserven zur Deckung des Haushaltsdefizits. Der liquide Anteil des Nationalen Wohlfahrtsfonds betrage noch etwa 4 Billionen Rubel. Das Potenzial zur Aufnahme von Staatsanleihen umfasse weitere 3 bis 3,5 Billionen Rubel.
Auch Analysten der deutschen Bundesregierung rechnen laut „Die Welt“ nicht damit, dass Russland den Krieg in der Ukraine kurzfristig aus finanziellen Gründen beenden muss. Kürzlich hatte bereits der Chef des finnischen Militärgeheimdienstes Pekka Turunen gegenüber WELT erklärt, Russland könne den Krieg aus finanzieller Perspektive „zumindest in diesem Jahr und vielleicht auch im nächsten fortsetzen.“
Seit 2018 hat sich der Anteil der Einnahmen aus dem Öl- und Gasbereich an den gesamten Einnahmen des Bundeshaushaltes bereits halbiert. Nach Angaben von Tatiana Mitrova (Global Fellow at the Center on Global Energy Policy Columbia University) sank er von 46 Prozent im Jahr 2018 auf 23 Prozent im Jahr 2025.

Tatiana Mitrova (Columbia University): Russian Oil under Pressure: Adaptation, Fiscal Reconfiguration, and Domestic Constraints; in: RUSSIAN ANALYTICAL DIGEST No. 335, 18.02.26
Kann der Anstieg der Ölpreise Russland bei der Haushaltsfinanzierung helfen?
Als Folge des Krieges im Nahen Osten sind die Ölpreise stark gestiegen. Die folgende Abbildung aus dem am Freitag veröffentlichten Wochenbericht des Instituts der staatlichen russischen Entwicklungsgesellschaft VEB.RF zeigt: Der Preis von Brent-Öl stieg am 05. März auf rund 85 Dollar/Barrel. Russisches Urals-Öl wurde zu rund 72 Dollar/Barrel notiert. Der „Abschlag“ von Urals-Öl gegenüber Brent betrug damit rund 16 Prozent (graue Fläche, linke Skala in der folgenden Abbildung).
Ölpreise: Urals und Brent in US-$/Barrel; Urals-Abschlag in %

VEB-Institut: Weltwirtschafts- und Marktausblick, 06.03.26
Alexander Kolyandr, Senior Fellow beim „Democratic Resilience Program“ am „Center for European Policy Analysis (CEPA)“, meint allerdings laut der Überschrift seines CEPA-Artikel, der Iran-Krieg werde Russlands „marode Wirtschaft“ nicht retten. Russland stecke wegen des wachsenden Haushaltsdefizits in ernsten Schwierigkeiten.
Das Fazit seines Artikels: Die Auswirkungen des Krieges auf die Ölpreise könnten Russland zwar helfen. Sofern die Ölpreise aber nicht längerfristig auf hohem Niveau blieben und der Rubel nicht deutlich an Wert verliere, würden die Haushaltsprobleme wohl noch lange bestehen bleiben.
Laut Kolyandr scheint die russische Regierung nun bereit, ihre Haushaltsprobleme anzuerkennen. Offenbar sei es den Experten gelungen, Präsident Putin zu Ausgabenbeschränkungen zu bewegen. Damit werde der wichtigste Motor des Wirtschaftswachstums der letzten drei Jahre gebremst. Da Kürzungen der Militärausgaben praktisch unmöglich seien, würden die ohnehin schon stagnierenden zivilen Wirtschaftszweigen durch die Einsparung von Ausgaben unverhältnismäßig stark belastet werden.
Die Produktion der „zivilen“ Bereiche der Industrie stagniert oder sinkt
Die Entwicklung der russischen Industrie sieht auch Vladislav Grinkevich in zwei Blöcke gespalten: Der erste Block, die Rüstungsindustrie, werde prioritär vom Staat gefördert und wachse. Die Produktion im zweiten „zivilen“ Block der Industrie stagniere hingegen oder sinke sogar.
Nach Einschätzung von Grinkevich wird auch „in naher Zukunft“ der Schwerpunkt der öffentlichen Ausgaben bei der Finanzierung der „Sicherheitskräfte“ liegen. Die Ausgaben für „Nationale Verteidigung“ und „Nationale Sicherheit“ werden sich laut der Haushaltsplanung 2026 auf 12,1 Billionen Rubel bzw. 3,8 Billionen Rubel, zusammen also fast 16 Billionen Rubel belaufen. Zum Vergleich: Die Ausgaben für den zivilen Bereich „Nationale Wirtschaft“ werden 4,8 Billionen Rubel betragen.
Wie die Regierung den BIP-Rückgang im Januar 2026 erklärt
Zur Erklärung des Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Produktion im Januar 2026 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 wies das Wirtschaftsministerium auf die hohe Vergleichsbasis vom Januar des Vorjahres hin. Im Januar 2025 sei das reale BIP kräftig um 2,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.
Im Januar 2026 habe es nur 15 Arbeitstage gegeben – zwei Tage weniger als im Januar 2025 mit 17 Arbeitstagen.
Ein weiterer Grund sei das diesjährige deutlich kältere Wetter im Vergleich zum Januar 2025. Die Bauproduktion sei witterungsbedingt im Januar 2026 um 16 Prozent niedriger als vor einem Jahr gewesen.
CSR-Institut schätzt den kalenderbereinigten BIP-Rückgang auf 0,8 Prozent
Berücksichtigt man, dass es vor einem Jahr im Januar zwei Arbeitstage mehr gab sank das BIP im Januar 2026 „kalenderbereinigt“ im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 0,8 Prozent, so erste Berechnungen von Daniil Nametkin, Direktor des Zentrums für Investitionsanalyse und makroökonomische Forschung CSR (Pressemitteilung; Public News Service OSN). Nametkin betonte, der aktuelle Rückgang des BIP im Januar sei kein langfristiger Trend. Die künftige Entwicklung werde maßgeblich von der Geldpolitik der russischen Zentralbank abhängen. Sollte der Leitzins weiter gesenkt werden, sei mit einer Erholung der Geschäftstätigkeit und des Investitionswachstums in einer Reihe von Branchen zu rechnen.
So entwickelte sich die Produktion der „Kernbranchen“ im Januar
Der Index der Waren- und Dienstleistungsproduktion in den sogenannten „Kernwirtschaftszweigen“ der russischen Wirtschaft sank im Januar um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Produktionsrückgänge gegenüber Januar 2025 verzeichneten: die Industrie (-0,8 %), das Baugewerbe (-16 %), der Großhandel (-11,3 %) und der Warentransport (-5,8 %).
Zum Rückgang der Industrieproduktion um 0,8 Prozent zog Kommersant-Redakteur Artem Chugunov folgendes Fazit:
„Obwohl der Rückgang laut dem Ministerium auf Kalendereffekte zurückzuführen ist, deuten Analystenschätzungen und Daten aus Unternehmensumfragen auf einen anhaltenden Trend hin: Die zivile Industrie stagniert, und das Produktionswachstum ist nach einem starken Anstieg im Dezember wieder auf Null oder sogar ins Negative zurückgekehrt.“
Das Wachstum des realen Einzelhandelsumsatzes verlangsamte sich im Januar auf 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wuchsen die Umsätze mit Dienstleistungen für die Bevölkerung weiter um 2,7 %. Der Umsatzanstieg im Gastgewerbe beschleunigte sich sogar auf 15,1 % (trotz Presseberichten über Restaurantschließungen).
Konjunkturindikatoren am Jahresanfang 2026
Veränderungen gegenüber Vorjahr in %

Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse Januar 2026 – Ein schwacher Start ins Jahr, 05.03.26
Die Löhne stiegen im Dezember deutlich langsamer
Das Wachstum der Löhne hat sich nominal und real im Dezember deutlich verlangsamt (Rosstat veröffentlichte noch keine Daten für Januar). Olga Belenkaya sieht das als ein weiteres Zeichen für eine Entspannung am Arbeitsmarkt angesichts der anhaltenden Konjunkturabkühlung. Das Wachstum der Löhne nähere sich damit der Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität. Das sei, so die Zentralbank, eine wichtige Voraussetzung für die Reduzierung des anhaltenden Inflationsdrucks.
Nominal verlangsamte sich der Anstieg der Löhne im Dezember auf +8,1 % gegenüber dem Vorjahr (nach +12,8 % im November). Real sank der Lohnanstieg auf +2,4 % (nach +5,8 % im November). Bei dieser starken Verlangsamung des Anstiegs der Löhne im Dezember muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Löhne ein Jahr zuvor im Dezember 2024 sehr stark gestiegen sind, weil die Auszahlung der jährlichen Boni vor dem Inkrafttreten einer schärferen Einkommensteuerprogression in den Dezember 2024 vorgezogen wurde. Im Dezember 2024 stiegen die Löhne so nominal um 21,9 % und real um 11,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Industrie produzierte im Januar 0,8 Prozent weniger als vor einem Jahr
Erstmals seit Februar 2025 sank die Industrieproduktion im Januar 2026 im Vorjahresvergleich wieder. Nachdem sie im Dezember noch stark zugelegt hatte (+3,7 % im Jahresvergleich), war sie im Januar um 0,8 % niedriger als vor einem Jahr (Finmarket.ru). Zum jährlichen Wachstum des russischen Bruttoinlandsprodukts um real 1,0 Prozent im letzten Jahr hat die Industrie 2025 mit einem Anstieg ihrer Produktion um 1,3 Prozent beigetragen.
Im Januar 2026 stagnierte die Industrieproduktion laut einer ersten Schätzung des Statistikamtes Rosstat saison- und kalenderbereinigt auf dem im Dezember 2025 erreichten Niveau. Die Bitcoin-Hotline von Evgeny Kogan veröffentlichte dazu die folgende Kopie einer Rosstat-Abbildung. Die Stagnation des Indexes der saison- und kalenderbereinigen Produktion der Industrie zeigt die graue Linie, die teilweise von der von Rosstat berechneten hellblaue Trendlinie überlagert wird.
Indizes der Industrieproduktion laut Rosstat

dunkelblaue Linie: unbereinigt; graue Linie: saison- und kalenderbereinigt; hellblaue Linie: Trend
Quelle: Evgeny Kogan: Die russische Industrie stagniert nach einem turbulenten Dezember; 27.02.26
Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes war im Januar 3 Prozent niedriger
Der Rückgang der gesamten Industrieproduktion um 0,8 Prozent im Januar 2026 im Vorjahresvergleich ergab sich vor allem aus der Abnahme der Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ um 3,0 Prozent.
Die Produktion Im Bergbau und bei der Förderung von Rohstoffen war im Januar hingegen um 0,5 % höher als vor einem Jahr. Laut Schätzungen von Interfax stieg die Erdgasproduktion im Januar um 6,5 % gegenüber dem Vorjahr (der höchste Anstieg der letzten vier Jahre), was auf die kalte Witterung zurückzuführen ist. Die Kohleproduktion ging hingegen um 6,6 % zurück.
Zu den wenigen „Wachstumstreibern“ im Verarbeitenden Gewerbe zählten im Januar zwei Branchen aus dem Bereich der Rüstungsindustrie: Die Produktion von „Sonstigen Transportfahrzeugen und -ausrüstungen (einschließlich Flugzeugbau, Schiffbau usw.) stieg um fast ein Viertel (+24,5 %). Die Produktion von Computern, Elektronik- und Optikprodukten wuchs um fast ein Zehntel (+9,8 %). Die Herstellung von Metallerzeugnissen – verzeichnete hingegen einen Rückgang von 6 % im Jahresvergleich.
Die Produktion der Automobilindustrie blieb im Januar nach einem Rückgang von 20,2 % im Dezember weiterhin stark rückläufig (-21,3 % gegenüber dem Vorjahr). Die Pkw-Produktion sank im Januar um 13 % gegenüber dem Vorjahr, die Lkw-Produktion sogar um fast 36 %.

Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse Januar 2026 – Ein schwacher Start ins Jahr, 05.03.26
Der Frachtumschlag im Transportgewerbe sank im Januar im Vergleich zum Vorjahr im Januar um 5,8 % (der stärkste Rückgang seit Oktober 2022), nach einem Rückgang von 1,3 % im Dezember. Die Bauproduktion war – witterungsbedingt – 16 % niedriger, die landwirtschaftliche Produktion stieg hingegen (+ 1,1 %).
Sehr gegensätzliche Schätzungen zur saison- und kalenderbereinigten Entwicklung
Während laut den ersten Rosstat-Schätzungen die Industrieproduktion im Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt auf dem Niveau vom Dezember 2025 stagnierte, kamen andere Schätzungen zu deutlich anderen Ergebnissen. Das Moskauer „Zentrum für makroökonomische Analyse und Kurzfristprognose“ (CMASF) hat seine eigenen Schätzungen mit den Rosstat-Schätzungen und Schätzungen der Moskauer „Higher School of Economics“ (HSE) in der folgenden Abbildung verglichen.
Die obere rote Linie zeigt, dass die Industrieproduktion laut Rosstat im Januar bereinigt auf dem Indexstand 112,7 stagnierte.
Die mit der hellblauen Linie dargestellten Schätzungen des CMASF waren bisher nur wenig von den Rosstat-Schätzungen abgewichen. Im Januar sank die Industrieproduktion laut CMASF jedoch um 1,7 % gegenüber dem Vormonat.
Laut dem Konjunkturforschungszentrum der HSE (grüne Linie) ist die Produktion hingegen um 0,8 % gegenüber Dezember gestiegen.
Industrieproduktion laut Rosstat, CMASF- und HSE-Schätzungen
(saisonbereinigt, Monatsdurchschnitt 2021 = 100)

* Herstellung von Metallerzeugnissen, die keiner anderen Gruppe zugeordnet sind; Computer, Elektronik- und optische Produkte; Luft- und Raumfahrtindustrie; Sonstige Transportfahrzeuge, die keiner anderen Gruppe zugeordnet sind
Die dunkelblaue Linie zeigt CMASF-Schätzungen, wie sich die Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ ohne die Produktion der Rüstungsindustrie und der Mineralölraffinerien entwickelt. Sie ist im Verlauf des Jahres 2025 stark gesunken und hat im Januar 2026 einen neuen Tiefpunkt errreicht.
Die untere braune Linie zeigt CMASF-Schätzungen, wie sich die gesamte Industrieproduktion ohne vom Rüstungskomplex dominierte Branchen entwickelte.
Akademischer Direktor der HSE: „Wir müssen die Quartalsergebnisse abwarten“
Georgy Ostapkovich, Akademischer Direktor des Zentrums für Marktforschung an der Higher School of Economics, merkte gegenüber dem Moskauer Wirtschaftsportal globalmsk.ru zu den bisher veröffentlichten Konjunkturdaten für Januar an, dass im verarbeitenden Gewerbe, dem Hauptmotor des BIP-Wachstums mit einem Anteil von über 30 % am BIP, zwar ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen sei. Er meinte jedoch, es sei noch zu früh für Schlussfolgerungen:
„Man muss bedenken, dass diese Daten vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel stammen. Diese Behörde führt alle Berechnungen nach ihren eigenen Methoden durch. …
Der Januar war schon immer ein ungeeigneter Monat für genaue Wirtschaftsanalysen, daher müssen wir die April-Daten abwarten, wenn Rosstat die Quartalsergebnisse zusammenfasst.“
Lesetipps:
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer:
Fokusanalysen, deutsch; auch russisch; (Auswahl):
Wirtschaftliche Folgen des Irankrieges: Ölpreis, Russland, Tourismus; 02.03.26Wachstumsschwäche, sinkende verfügbare Reserven und hohe Militärausgaben, 18.02.26 - Podcast „Zaren, Daten, Fakten“ der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer von Thomas Baier:
Niedrige Gasspeicherstände: Europas Herausforderung im Energiemarkt; Gast: Dr. Heiko Lohmann, „energate Gasmarkt“; 34 Min., 01.03.26
Vom Boom zur Stagnation: Russlands Wirtschaft 2026; Gast: Vasily Astrov, 36 Min., 17.02.26; - globalmsk.ru: Russlands BIP rutschte im Januar in die Negativzone, 06.03.26
- SberCIB Investment Research: Ölmarkt: Die Auswirkungen des Nahostkonflikts und der Blockade der Straße von Hormus für die globalen Ölpreise und Russland, 06.03.26
- Joe Blogs-Video: Russia crippled. Russia’s oil industry is facing a growing list of problems — and rising global oil prices may not be enough to solve them, 10 Min., 05.03.26
- CEPA; Alexander Kolyandr: Iran War Won’t Save Putin’s Crumbling Economy. Russia is in serious trouble from a ballooning budget deficit. Rising oil prices are unlikely to change the math, 04.03.26
- nv.ua: Pro-Kremlin economists warn Russia’s economy shows signs of stagflation, 04.03.26
- Politcom.ru; Marina Voitenko: Februar 2026: Frühindikatoren und Prognosen, 03.06.26
- VEB-Institut: BIP-Index Dezember 2025. 03.03.26
- GIS Report; Carole Nakhle: Shadow fleet keeps Russia’s oil exports beyond Western reach, 02.03.26
- FinanceRambler: Öl- und Gaspreise steigen aufgrund des Nahostkriegs: Was bedeutet das für Russland und den Rubel? 02.03.26
- Profile.ru; Vladislav Grinkevich: Man muss den Atem anhalten: Die russische Wirtschaft wird das nächste Jahr mit alten Reserven überstehen müssen, 01.03.26
- MaresMedia.se; Alexander Dionisius: Russlands Wirtschaft frisst sich selbst auf – Putins Krieg zerstört die Zukunft, 25.02.26
Konjunkturdaten und -prognosen:
- Public News Service — OSN, Tatyana Ponomareva: Der Wirtschaftswissenschaftler Nametki, Direktor des Zentrums für Investitionsanalyse und makroökonomische Forschung (CSR), nennt die Gründe für den Rückgang des BIP um 2,1 %, 05.03.26
- Elitetrader.ru; Promsvyazbank Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung schätzte den Rückgang des realen BIP im Januar auf 2,1 % im Jahresvergleich. 05.03.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse Januar 2026 – Ein schwacher Start ins Jahr, 05.03.26
- Kommersant, Artem Chugunov: Es besteht weiterhin private Nachfrage. Die wirtschaftliche Abkühlung erreicht erst jetzt den Arbeitsmarkt, 05.03.26
- Harte Zahlen: Tabelle: Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren Mai 25 bis Jan. 26; 04.03.26
Einkaufsmanager-Indizes Februar 2026:
- bne IntelliNews: Russia’s service sector PMI loses momentum in February, dropping to 51.3; 04.03.26
- bne IntelliNews: Russia’s manufacturing PMI downturn eases to 49.5 but confidence remains fragile, 03.03.26
Bruttoinlandsprodukt im Januar 2026:
- Finmarket.ru: Russlands BIP sank im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 %, 04.03.26
- Vedomosti: Das Ministerium schätzte für Januar einen Rückgang des BIP um 2,1 %, 04.03.26
Weitere Konjunkturdaten Januar 2026:
- Finmarket.ru: Die Produktion aus Kerntätigkeiten in Russland ging im Januar um 3,2 % zurück, 04.03.26
- Finmarket.ru: Das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes verlangsamte sich im Januar auf 0,7 %, 04.03.26
- Finmarket.ru: Die Reallöhne in Russland stiegen bis 2025 um 4,4 %, 04.03.26
- Finmarket.ru: Die Arbeitslosenquote in Russland blieb im Januar bei 2,2 %, 04.03.26
- Bitcoin Hotline: Der russische Arbeitsmarkt ist weiterhin überhitzt, 04.03.26.
- Monocle.ru: Das BIP-Wachstum im vierten Quartal ist höchstwahrscheinlich ein statistischer Artefakt. 02.03.26
- Reuters; Gleb Stolyarov: Russian rail freight drop deepens in February as economy slows, 02.03.26
- Handelsblatt; Jan Wöller: Ranking. Die zehn größten Volkswirtschaften der Welt, 02.03.26
Industrieproduktion im Januar 2026:
- CMASF: Entwicklung der Industrieproduktion Im Januar 2025, 05.03.26
- Kommersant; Artem Chugunov: Die Industriebranche startete mit einem Rückgang ins Jahr. Die Leistung der Branche blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück; 02.03.26
- Finmarket.ru: Die Industrieproduktion in Russland sank im Januar um 0,8 %; 27.02.26
- Russland.capital.de: Russische Industrieproduktion im Januar 2026 erstmals seit Februar 2025 zurückgegangen, 03.03.26
- Raiffeisenbank; Focus-Pocus: Industrie im Januar: Stagnation nach starkem Dezemberaufschwung, 02.03.26
- RBC.ru: Rosstat verzeichnete im Januar einen Rückgang der Industrieproduktion, 27.02.26
- Evgeny Kogan: Die russische Industrie stagniert nach einem turbulenten Dezember; Rosstat; 27.02.26
- Harte Zahlen: Industrielle Produktion: Nicht alles ist so einfach, 27.02.26
- Kyiv School of Economics: Russia Chart Book February 2026, 27.02.26
- CMASF, Moskau: Basisversion der makroökonomischen Prognose für 2026-2029, 27.02.26
- CMASF, Moskau: „Analyse makroökonomischer Trends“, 27.02.26
- SberCIB Investment Research: Inflation in Russland im Jahr 2026: Preisentwicklung seit Jahresbeginn sowie Prognosen von Analysten, der Zentralbank und des Wirtschaftsministeriums, 27.02.26 2026Interfax.ru: Die Inflation in Russland lag vom 17. bis 24. Februar bei 0,19 % und verlangsamte sich damit im Jahresvergleich auf 5,8 %; 27.02.26
- Interfax-Russia.ru: Ein Leitzins von 15,5 % bei spürbarer Verlangsamung der Inflation stellt nach wie vor eine restriktive Geldpolitik dar, die die Kreditvergabe einschränkt – so die Zentralbank. 27.02.26
- Reuters; Elena Fabrichnaya and Gleb Bryanski: Russian rouble seen falling sharply this year as oil sales fall and deficit rises, 26.02.26
