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Unerwartet schwacher Start der russischen Wirtschaft
Russland · 09.03.2026

Unerwartet schwacher Start der russischen Wirtschaft

Schwacher Jahresauftakt für Russland: Industrieproduktion, BIP und Konsum bleiben im Januar 2026 hinter den Erwartungen.


Autor: Klaus Dormann


In der letzten Woche veröffentlichte das Statistikamt Rosstat weitere Konjunkturdaten für den Monat Januar. Beim Vorjahresvergleich zum Januar 2025 zeigt sich ein unerwartet starker Rückgang der Produktion der russischen Wirtschaft. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung schätzte, dass Russlands reales Bruttoinlandsprodukt im Januar 2,1 % niedriger war als im Januar 2025.

Eine gewisse Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit am Anfang des Jahres 2026 war zwar erwartet worden. So rechnete die russische Zentralbank damit, dass die 2026 bevorstehende Anhebung der Mehrwertsteuer und die angekündigte Erhöhung der Recyclinggebühr beim Autokauf die Nachfrage nur vorübergehend bis zum Jahresende 2025 verstärken würden. Anfang 2026 sei im Gegenzug zu diesem „Wachstumsschub“ am Jahresende mit einem Rückgang des Konsumwachstums zu rechnen, vermutete die Zentralbank.

Die Konjunkturdaten für Januar fielen jedoch zum Teil noch deutlich schlechter aus als erwartet. Bei einer Analysten-Umfrage von Interfax wurde zum Beispiel für Januar noch mit einem Anstieg der Industrieproduktion um 0,9 Prozent gerechnet. Tatsächlich sank die Industrieproduktion im Januar aber um 0,8 % im Jahresvergleich. Und der reale Einzelhandelsumsatz stieg im Januar nur noch um 0,7 %, weit weniger als die Analysten vermutet hatten (+1,9 %). Das berichtet Olga Belenkaya, Chef-Volkwirtin des Börsenunternhemens FINAM, in einer ausführlichen Analyse zum „schwachen Start“ der russischen Wirtschaft in das Jahr 2026.

Die Ausgangssituation der russischen Wirtschaft am Jahreswechsel 2025/2026

Im Moskauer Wirtschaftsmagazin Profile.ru umriss der leitende Korrepondent Vladislav Grinkevich Anfang März die aktuelle „Problemlage“ der russischen Wirtschaft zusammengefasst so:

„Tatsächlich steht die russische Wirtschaft vor zahlreichen Problemen: Das Wachstum verlangsamt sich, die Inflation bleibt hoch, der Industriesektor befindet sich im Abschwung, und der Arbeitsmarkt ist angespannt. Dennoch sind sich die meisten Experten einig, dass von einer Krise, geschweige denn einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft, keinesfalls die Rede sein kann. Man muss allerdings anerkennen, dass dieses Jahr das schwierigste seit 2022 sein wird.“

Grinkevich verweist dazu vor allem auf das steigende Defizit im Bundeshaushalt und den Rückgang der Produktion in vielen Industriebranchen außerhalb des Rüstungsbereichs.

Russlands föderales Haushaltsdefizit ist 2025 deutlich gestiegen

Das Haushaltsdefizit ist, so Grinkevich, bereits im Jahr 2025 auf 2,6 Prozent des BIP gestiegen, obwohl ursprünglich ein Rückgang auf 0,5 Prozent des BIP geplant war.

Laut „nachrichtendienstlichen Erkenntnissen“ des deutschen Bundesnachrichtendienst BND stieg das Defizit mit 8,0 Billionen Rubel sogar auf 3,7 Prozent des BIP (Die Welt, ZDF). Das Defizit sei damit rund 42 Prozent höher gewesen als von der Regierung angegeben wurde, teilt der BND mit.

Abbildung des BND:
Anstieg des Defizits im russischen Bundeshaushalt

Bundesnachrichtendienst, BND: Russische Wirtschaft in roten Zahlen: Sanktionen wirken, Defizit steigt deutlich, Investitionsstandort wird zum unwägbaren Risiko, 04.03.26

Grinkevich: Der Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen ist finanzierbar

Hauptursache für den Anstieg des Defizits im Jahr 2025 war laut Grinkevich der Rückgang der staatlichen Einnahmen aus dem Öl- und Gasbereich um 24 Prozent wegen niedriger Weltmarktpreise. Prognosen des in Finnland registrierten unabhängigen „Centre for Research on Energy and Clean Air“ (CREA) ließen 2026 einen weiteren Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen um 27 Prozent erwarten.

Grinkevich betont aber, dass dieser Rückgang „kein Grund zur Panik“ sei. Nach Einschätzung von Sergei Khestanov (Associate Professor at the Russian Presidential Academy of the National Economy and Public Administration, RANEPA) verfüge der russische Staat über Reserven zur Deckung des Haushaltsdefizits. Der liquide Anteil des Nationalen Wohlfahrtsfonds betrage noch etwa 4 Billionen Rubel. Das Potenzial zur Aufnahme von Staatsanleihen umfasse weitere 3 bis 3,5 Billionen Rubel.

Auch Analysten der deutschen Bundesregierung rechnen laut „Die Welt“ nicht damit, dass Russland den Krieg in der Ukraine kurzfristig aus finanziellen Gründen beenden muss. Kürzlich hatte bereits der Chef des finnischen Militärgeheimdienstes Pekka Turunen gegenüber WELT erklärt, Russland könne den Krieg aus finanzieller Perspektive „zumindest in diesem Jahr und vielleicht auch im nächsten fortsetzen.“

Seit 2018 hat sich der Anteil der Einnahmen aus dem Öl- und Gasbereich an den gesamten Einnahmen des Bundeshaushaltes bereits halbiert. Nach Angaben von Tatiana Mitrova (Global Fellow at the Center on Global Energy Policy Columbia University) sank er von 46 Prozent im Jahr 2018 auf 23 Prozent im Jahr 2025.

Tatiana Mitrova (Columbia University): Russian Oil under Pressure: Adaptation, Fiscal Reconfiguration, and Domestic Constraints; in: RUSSIAN ANALYTICAL DIGEST No. 335, 18.02.26

Kann der Anstieg der Ölpreise Russland bei der Haushaltsfinanzierung helfen?

Als Folge des Krieges im Nahen Osten sind die Ölpreise stark gestiegen. Die folgende Abbildung aus dem am Freitag veröffentlichten Wochenbericht des Instituts der staatlichen russischen Entwicklungsgesellschaft VEB.RF zeigt: Der Preis von Brent-Öl stieg am 05. März auf rund 85 Dollar/Barrel. Russisches Urals-Öl wurde zu rund 72 Dollar/Barrel notiert. Der „Abschlag“ von Urals-Öl gegenüber Brent betrug damit rund 16 Prozent (graue Fläche, linke Skala in der folgenden Abbildung).

Ölpreise: Urals und Brent in US-$/Barrel; Urals-Abschlag in %

VEB-Institut: Weltwirtschafts- und Marktausblick, 06.03.26

Alexander Kolyandr, Senior Fellow beim „Democratic Resilience Program“ am „Center for European Policy Analysis (CEPA)“, meint allerdings laut der Überschrift seines CEPA-Artikel, der Iran-Krieg werde Russlands „marode Wirtschaft“ nicht retten. Russland stecke wegen des wachsenden Haushaltsdefizits in ernsten Schwierigkeiten.

Das Fazit seines Artikels: Die Auswirkungen des Krieges auf die Ölpreise könnten Russland zwar helfen. Sofern die Ölpreise aber nicht längerfristig auf hohem Niveau blieben und der Rubel nicht deutlich an Wert verliere, würden die Haushaltsprobleme wohl noch lange bestehen bleiben.

Laut Kolyandr scheint die russische Regierung nun bereit, ihre Haushaltsprobleme anzuerkennen. Offenbar sei es den Experten gelungen, Präsident Putin zu Ausgabenbeschränkungen zu bewegen. Damit werde der wichtigste Motor des Wirtschaftswachstums der letzten drei Jahre gebremst. Da Kürzungen der Militärausgaben praktisch unmöglich seien, würden die ohnehin schon stagnierenden zivilen Wirtschaftszweigen durch die Einsparung von Ausgaben unverhältnismäßig stark belastet werden.

Die Produktion der „zivilen“ Bereiche der Industrie stagniert oder sinkt

Die Entwicklung der russischen Industrie sieht auch Vladislav Grinkevich in zwei Blöcke gespalten: Der erste Block, die Rüstungsindustrie, werde prioritär vom Staat gefördert und wachse. Die Produktion im zweiten „zivilen“ Block der Industrie stagniere hingegen oder sinke sogar.

Nach Einschätzung von Grinkevich wird auch „in naher Zukunft“ der Schwerpunkt der öffentlichen Ausgaben bei der Finanzierung der „Sicherheitskräfte“ liegen. Die Ausgaben für „Nationale Verteidigung“ und „Nationale Sicherheit“ werden sich laut der Haushaltsplanung 2026 auf 12,1 Billionen Rubel bzw. 3,8 Billionen Rubel, zusammen also fast 16 Billionen Rubel belaufen. Zum Vergleich: Die Ausgaben für den zivilen Bereich „Nationale Wirtschaft“ werden 4,8 Billionen Rubel betragen.

Wie die Regierung den BIP-Rückgang im Januar 2026 erklärt

Zur Erklärung des Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Produktion im Januar 2026 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 wies das Wirtschaftsministerium auf die hohe Vergleichsbasis vom Januar des Vorjahres hin. Im Januar 2025 sei das reale BIP kräftig um 2,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Im Januar 2026 habe es nur 15 Arbeitstage gegeben – zwei Tage weniger als im Januar 2025 mit 17 Arbeitstagen.

Ein weiterer Grund sei das diesjährige deutlich kältere Wetter im Vergleich zum Januar 2025. Die Bauproduktion sei witterungsbedingt im Januar 2026 um 16 Prozent niedriger als vor einem Jahr gewesen.

CSR-Institut schätzt den kalenderbereinigten BIP-Rückgang auf 0,8 Prozent

Berücksichtigt man, dass es vor einem Jahr im Januar zwei Arbeitstage mehr gab sank das BIP im Januar 2026 „kalenderbereinigt“ im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 0,8 Prozent, so erste Berechnungen von Daniil Nametkin, Direktor des Zentrums für Investitionsanalyse und makroökonomische Forschung CSR (Pressemitteilung; Public News Service OSN). Nametkin betonte, der aktuelle Rückgang des BIP im Januar sei kein langfristiger Trend. Die künftige Entwicklung werde maßgeblich von der Geldpolitik der russischen Zentralbank abhängen. Sollte der Leitzins weiter gesenkt werden, sei mit einer Erholung der Geschäftstätigkeit und des Investitionswachstums in einer Reihe von Branchen zu rechnen.

So entwickelte sich die Produktion der „Kernbranchen“ im Januar

Der Index der Waren- und Dienstleistungsproduktion in den sogenannten „Kernwirtschaftszweigen“ der russischen Wirtschaft sank im Januar um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Produktionsrückgänge gegenüber Januar 2025 verzeichneten: die Industrie (-0,8 %), das Baugewerbe (-16 %), der Großhandel (-11,3 %) und der Warentransport (-5,8 %).

Zum Rückgang der Industrieproduktion um 0,8 Prozent zog Kommersant-Redakteur Artem Chugunov folgendes Fazit:

„Obwohl der Rückgang laut dem Ministerium auf Kalendereffekte zurückzuführen ist, deuten Analystenschätzungen und Daten aus Unternehmensumfragen auf einen anhaltenden Trend hin: Die zivile Industrie stagniert, und das Produktionswachstum ist nach einem starken Anstieg im Dezember wieder auf Null oder sogar ins Negative zurückgekehrt.“

Das Wachstum des realen Einzelhandelsumsatzes verlangsamte sich im Januar auf 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wuchsen die Umsätze mit Dienstleistungen für die Bevölkerung weiter um 2,7 %. Der Umsatzanstieg im Gastgewerbe beschleunigte sich sogar auf 15,1 % (trotz Presseberichten über Restaurantschließungen).

Konjunkturindikatoren am Jahresanfang 2026
Veränderungen gegenüber Vorjahr in %

Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse Januar 2026 – Ein schwacher Start ins Jahr, 05.03.26

Die Löhne stiegen im Dezember deutlich langsamer

Das Wachstum der Löhne hat sich nominal und real im Dezember deutlich verlangsamt (Rosstat veröffentlichte noch keine Daten für Januar). Olga Belenkaya sieht das als ein weiteres Zeichen für eine Entspannung am Arbeitsmarkt angesichts der anhaltenden Konjunkturabkühlung. Das Wachstum der Löhne nähere sich damit der Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität. Das sei, so die Zentralbank, eine wichtige Voraussetzung für die Reduzierung des anhaltenden Inflationsdrucks.

Nominal verlangsamte sich der Anstieg der Löhne im Dezember auf +8,1 % gegenüber dem Vorjahr (nach +12,8 % im November). Real sank der Lohnanstieg auf +2,4 % (nach +5,8 % im November). Bei dieser starken Verlangsamung des Anstiegs der Löhne im Dezember muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Löhne ein Jahr zuvor im Dezember 2024 sehr stark gestiegen sind, weil die Auszahlung der jährlichen Boni vor dem Inkrafttreten einer schärferen Einkommensteuerprogression in den Dezember 2024 vorgezogen wurde. Im Dezember 2024 stiegen die Löhne so nominal um 21,9 % und real um 11,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Industrie produzierte im Januar 0,8 Prozent weniger als vor einem Jahr

Erstmals seit Februar 2025 sank die Industrieproduktion im Januar 2026 im Vorjahresvergleich wieder. Nachdem sie im Dezember noch stark zugelegt hatte (+3,7 % im Jahresvergleich), war sie im Januar um 0,8 % niedriger als vor einem Jahr (Finmarket.ru). Zum jährlichen Wachstum des russischen Bruttoinlandsprodukts um real 1,0 Prozent im letzten Jahr hat die Industrie 2025 mit einem Anstieg ihrer Produktion um 1,3 Prozent beigetragen.

Im Januar 2026 stagnierte die Industrieproduktion laut einer ersten Schätzung des Statistikamtes Rosstat saison- und kalenderbereinigt auf dem im Dezember 2025 erreichten Niveau. Die Bitcoin-Hotline von Evgeny Kogan veröffentlichte dazu die folgende Kopie einer Rosstat-Abbildung. Die Stagnation des Indexes der saison- und kalenderbereinigen Produktion der Industrie zeigt die graue Linie, die teilweise von der von Rosstat berechneten hellblaue Trendlinie überlagert wird.

Indizes der Industrieproduktion laut Rosstat

dunkelblaue Linie: unbereinigt; graue Linie: saison- und kalenderbereinigt; hellblaue Linie: Trend 
Quelle: Evgeny Kogan: Die russische Industrie stagniert nach einem turbulenten Dezember; 27.02.26

Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes war im Januar 3 Prozent niedriger

Der Rückgang der gesamten Industrieproduktion um 0,8 Prozent im Januar 2026 im Vorjahresvergleich ergab sich vor allem aus der Abnahme der Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ um 3,0 Prozent.

Die Produktion Im Bergbau und bei der Förderung von Rohstoffen war im Januar hingegen um 0,5 % höher als vor einem Jahr. Laut Schätzungen von Interfax stieg die Erdgasproduktion im Januar um 6,5 % gegenüber dem Vorjahr (der höchste Anstieg der letzten vier Jahre), was auf die kalte Witterung zurückzuführen ist. Die Kohleproduktion ging hingegen um 6,6 % zurück.

Zu den wenigen „Wachstumstreibern“ im Verarbeitenden Gewerbe zählten im Januar zwei Branchen aus dem Bereich der Rüstungsindustrie: Die Produktion von „Sonstigen Transportfahrzeugen und -ausrüstungen (einschließlich Flugzeugbau, Schiffbau usw.) stieg um fast ein Viertel (+24,5 %). Die Produktion von Computern, Elektronik- und Optikprodukten wuchs um fast ein Zehntel (+9,8 %). Die Herstellung von Metallerzeugnissen – verzeichnete hingegen einen Rückgang von 6 % im Jahresvergleich.

Die Produktion der Automobilindustrie blieb im Januar nach einem Rückgang von 20,2 % im Dezember weiterhin stark rückläufig (-21,3 % gegenüber dem Vorjahr). Die Pkw-Produktion sank im Januar um 13 % gegenüber dem Vorjahr, die Lkw-Produktion sogar um fast 36 %.

Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse Januar 2026 – Ein schwacher Start ins Jahr, 05.03.26

Der Frachtumschlag im Transportgewerbe sank im Januar im Vergleich zum Vorjahr im Januar um 5,8 % (der stärkste Rückgang seit Oktober 2022), nach einem Rückgang von 1,3 % im Dezember. Die Bauproduktion war – witterungsbedingt – 16 % niedriger, die landwirtschaftliche Produktion stieg hingegen (+ 1,1 %).

Sehr gegensätzliche Schätzungen zur saison- und kalenderbereinigten Entwicklung

Während laut den ersten Rosstat-Schätzungen die Industrieproduktion im Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt auf dem Niveau vom Dezember 2025 stagnierte, kamen andere Schätzungen zu deutlich anderen Ergebnissen. Das Moskauer „Zentrum für makroökonomische Analyse und Kurzfristprognose“ (CMASF) hat seine eigenen Schätzungen mit den Rosstat-Schätzungen und Schätzungen der Moskauer „Higher School of Economics“ (HSE) in der folgenden Abbildung verglichen.

Die obere rote Linie zeigt, dass die Industrieproduktion laut Rosstat im Januar bereinigt auf dem Indexstand 112,7 stagnierte.

Die mit der hellblauen Linie dargestellten Schätzungen des CMASF waren bisher nur wenig von den Rosstat-Schätzungen abgewichen. Im Januar sank die Industrieproduktion laut CMASF jedoch um 1,7 % gegenüber dem Vormonat.

Laut dem Konjunkturforschungszentrum der HSE (grüne Linie) ist die Produktion hingegen um 0,8 % gegenüber Dezember gestiegen.

Industrieproduktion laut Rosstat, CMASF- und HSE-Schätzungen
(saisonbereinigt, Monatsdurchschnitt 2021 = 100)

* Herstellung von Metallerzeugnissen, die keiner anderen Gruppe zugeordnet sind; Computer, Elektronik- und optische Produkte; Luft- und Raumfahrtindustrie; Sonstige Transportfahrzeuge, die keiner anderen Gruppe zugeordnet sind

Die dunkelblaue Linie zeigt CMASF-Schätzungen, wie sich die Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ ohne die Produktion der Rüstungsindustrie und der Mineralölraffinerien entwickelt. Sie ist im Verlauf des Jahres 2025 stark gesunken und hat im Januar 2026 einen neuen Tiefpunkt errreicht. 

Die untere braune Linie zeigt CMASF-Schätzungen, wie sich die gesamte Industrieproduktion ohne vom Rüstungskomplex dominierte Branchen entwickelte.

Akademischer Direktor der HSE: „Wir müssen die Quartalsergebnisse abwarten“

Georgy Ostapkovich, Akademischer Direktor des Zentrums für Marktforschung an der Higher School of Economics, merkte gegenüber dem Moskauer Wirtschaftsportal globalmsk.ru zu den bisher veröffentlichten Konjunkturdaten für Januar an, dass im verarbeitenden Gewerbe, dem Hauptmotor des BIP-Wachstums mit einem Anteil von über 30 % am BIP, zwar ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen sei. Er meinte jedoch, es sei noch zu früh für Schlussfolgerungen:

„Man muss bedenken, dass diese Daten vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel stammen. Diese Behörde führt alle Berechnungen nach ihren eigenen Methoden durch. …

Der Januar war schon immer ein ungeeigneter Monat für genaue Wirtschaftsanalysen, daher müssen wir die April-Daten abwarten, wenn Rosstat die Quartalsergebnisse zusammenfasst.“


Lesetipps:

Konjunkturdaten und -prognosen:

Einkaufsmanager-Indizes Februar 2026:

Bruttoinlandsprodukt im Januar 2026:

Weitere Konjunkturdaten Januar 2026:

Industrieproduktion im Januar 2026:

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Klaus Dormann
Der Autor
Klaus Dormann

Autor bei ostwirtschaft.de. Berichtet über wirtschaftliche Entwicklungen in Russland und den GUS-Staaten.

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