Der russische Internetkonzern VK hat seinen 25-prozentigen Anteil an der Tochka Bank verkauft. Käufer ist Interros, die Holding von Wladimir Potanin. Der Kaufpreis liegt bei 21,2 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 255 Millionen US-Dollar. Damit ist der Weg frei, dass Potanins T-Technologies ihren Einfluss auf die Digitalbank weiter ausbaut und perspektivisch die vollständige Kontrolle übernimmt.
Die Transaktion fügt sich in Potanins breitere Expansionsstrategie im Finanz- und Technologiesektor ein. Sowohl T-Technologies als auch Interros stehen unter seiner Kontrolle. T-Technologies, hervorgegangen aus der früheren TCS Banking Group, hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur im Bankgeschäft, sondern auch im Fintech- und Technologiesektor breiter aufgestellt.
Dazu zählt bereits der Erwerb von 64 Prozent am Fintech-Dienst Tochka, ebenso wie Beteiligungen am russischen Technologiekonzern Yandex und am Cloud-Anbieter Selectel. Mit dem Zukauf des VK-Anteils rückt nun auch eine vollständige Übernahme der Tochka Bank in greifbare Nähe.
Die Tochka Bank selbst ist auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert und betreut nach Unternehmensangaben rund 800.000 Kunden. Damit zählt sie zu den wichtigsten digitalen Finanzplattformen für den russischen Mittelstand.
Für VK dürfte sich das Geschäft finanziell gelohnt haben. Nach Angaben von The Bell hatte der Konzern die Beteiligung erst im vierten Quartal 2023 für 11,6 Milliarden Rubel erworben. Nun verkauft er sie für nahezu das Doppelte. Hinzu kommen Dividenden in Höhe von 4,3 Milliarden Rubel, die VK während der Haltedauer erhalten haben soll.
Der Verkauf zeigt zugleich, wie sich Beteiligungsstrukturen im russischen Technologie- und Finanzsektor weiter verschieben. Für Potanin ist der Schritt ein weiterer Baustein beim Ausbau eines eng verzahnten Ökosystems aus Bankdienstleistungen, digitalen Plattformen und Technologiebeteiligungen.
