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Aserbaidschans Industrie schrumpft um 0,4%: Zentralbank kauft 1,5 Mrd. US-Dollar auf
Aserbaidschan · 12.09.2026

Aserbaidschans Industrie schrumpft um 0,4%: Zentralbank kauft 1,5 Mrd. US-Dollar auf

0,4% weniger Industrieproduktion als im Vorjahr meldet das Statistische Komitee Aserbaidschans für Januar bis August. Bis Juli hatte die Industrie noch 0,3% im Plus gelegen. Der Öl- und Gassektor zog den Wert ins Minus: Seine Wertschöpfung fiel um 0,8%. Die Gesamtwirtschaft wuchs um 1,2% auf 87,7 Mrd. Manat, rund 44,5 Mrd. Euro. Das Komitee veröffentlichte die Zahlen am 9. September.

Industrie außerhalb von Öl und Gas wächst um 5,4%

Die Industrie außerhalb von Öl und Gas legte um 5,4% zu, auf 14,6 Mrd. Manat oder 7,4 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt ohne Öl und Gas wuchs um 2,1%. Transport und Lagerei wuchsen um 8,7%, Information und Kommunikation um 10,7%, der Einzelhandelsumsatz um 3,9%. Die Landwirtschaft produzierte 2,6% mehr.

Die Investitionen in Sachanlagen stiegen um 10,0% auf 12,7 Mrd. Manat, rund 6,4 Mrd. Euro. Im Sektor außerhalb von Öl und Gas legten sie jedoch nur um 1,4% zu. Das Wachstum konzentriert sich damit auf die Ölindustrie. Die Inflation lag laut Statistikkomitee bei 5,7%. Die Zentralbank meldet für Juli 5,8%, bei einem Zielband von 4% plus oder minus 2 Prozentpunkte. Der Leitzins liegt seit Februar bei 6,5%.

Devisenzufluss zwingt Zentralbank zum Eingreifen

Im Außenhandel stiegen die Ausfuhren von Januar bis Juli um 39,1% auf 20,1 Mrd. US-Dollar. Die Einfuhren fielen um 27,4% auf 9,9 Mrd. US-Dollar. Die Ausfuhren außerhalb von Öl und Gas weist das Komitee mit 5,9 Mrd. US-Dollar aus, dem 2,8-Fachen des Vorjahreswerts.

Der Überschuss drückt auf den Devisenmarkt. Die Zentralbank Aserbaidschans kaufte im August 1,5 Mrd. US-Dollar auf. Sie begründet den Schritt in ihrer Mitteilung vom 7. September so: „Ein Überschuss in der Leistungsbilanz hat zusammen mit der anhaltenden De-Dollarisierung im Finanzsektor das Devisenangebot über die Nachfrage gehoben.“ Die Bank behält sich vor, die gekauften Devisen im weiteren Jahresverlauf wieder in den Markt zu geben.

Die Devisenreserven der Zentralbank stiegen seit Jahresbeginn um 3,8 Mrd. US-Dollar oder 33% auf den Rekordwert von 15,3 Mrd. US-Dollar. Die strategischen Währungsreserven des Landes beliefen sich zum 1. September auf 90,8 Mrd. US-Dollar, 15,7% mehr als vor einem Jahr. Die Auslandsschulden des Staates sanken um 7,8% auf 4,6 Mrd. US-Dollar. Der Manat bleibt bei 1,70 je US-Dollar fixiert.

Für deutsche Exporteure ist der Importrückgang um 27,4% das Warnsignal. Wer Maschinen oder Anlagen nach Aserbaidschan liefert, trifft auf einen Ölsektor, der schrumpft, und auf einen Nicht-Öl-Sektor, der bei Investitionen nur 1,4% zulegt. Zugleich schafft der Devisenüberschuss Spielraum: Die Zentralbank sitzt auf Rekordreserven, der Manat ist stabil, Zahlungsrisiken sind gering. Wachstumsfelder sind Transport, Telekommunikation und die verarbeitende Industrie außerhalb des Ölsektors.

Quellen: Statistisches Komitee Aserbaidschans, Makroökonomische Kennzahlen Januar–August 2026, 9.9.2026 (EN); Zentralbank Aserbaidschans, Mitteilung zur Devisenmarktintervention, 7.9.2026 (EN); Zentralbank Aserbaidschans, Wechselkurse und Leitzins (AZ)

SK, Frankfurt

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