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Hongkong und Usbekistan stärken ihre Zusammenarbeit als regionale Wirtschaftsdrehkreuze
Usbekistan · 10.06.2026

Hongkong und Usbekistan stärken ihre Zusammenarbeit als regionale Wirtschaftsdrehkreuze

Neue Handels- und Investitionsabkommen fördern die wirtschaftliche Vernetzung von Hongkong und Usbekistan.

Die dreitägige Handelsmission Hongkongs nach Usbekistan unter der Leitung des Regierungschefs der Sonderverwaltungszone, John Lee, endete am 6. Juni mit der Unterzeichnung von 23 Abkommen in den Bereichen Finanzen, Technologie, Luftfahrt und Investitionen.

Die Reise nach Usbekistan folgte dem ersten Teil der Mission im benachbarten Kasachstan. Insgesamt wurden während beider Reiseabschnitte 96 Absichtserklärungen und Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen.

Usbekistan, die zweitgrößte Volkswirtschaft Zentralasiens nach Kasachstan und zugleich das bevölkerungsreichste Land der Region, begrüßte Vereinbarungen mit Hongkong in Bereichen wie digitale Technologien, Finanzdienstleistungen, Infrastruktur, Logistik und fortschrittliche Fertigung.

Visafreiheit soll Austausch erleichtern

Hongkong und Usbekistan tauschten zudem diplomatische Noten über die Einführung einer gegenseitigen Visafreiheit für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen aus. Regierungsvertreter beider Seiten erklärten, die Maßnahme werde die Geschäftsbeziehungen sowie den Austausch zwischen den Bevölkerungen fördern.

„Dieser Besuch verfolgt drei Ziele. Erstens sollen neue Wachstumsmärkte erschlossen und eine solide Grundlage für die langfristige wirtschaftliche und handelspolitische Entwicklung geschaffen werden. Zweitens sollen die Beziehungen zwischen den Regierungen gestärkt und die bilaterale Zusammenarbeit vertieft werden. Drittens soll ein Kooperationsmodell zwischen wichtigen Wirtschaftsdrehkreuzen etabliert werden“, sagte Lee.

Lee führte eine Delegation mit 75 Wirtschaftsvertretern aus Hongkong und 17 Provinzen sowie Städten des chinesischen Festlands an. Die Teilnehmer repräsentierten Branchen wie Finanz- und Beratungsdienstleistungen, Logistik und Transport, Innovation und Technologie, Handel, Umweltwirtschaft und Medien.

Nach Angaben Lees nahm die Delegation an mehr als 20 Veranstaltungen teil und besichtigte zahlreiche Projekte in den Bereichen Finanzen, Technologie und Infrastruktur.

Kooperationen in Finanzen, Technologie und Luftfahrt

Zu den in Usbekistan unterzeichneten Vereinbarungen gehörten Partnerschaften zwischen dem Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) und der Handels- und Industriekammer Usbekistans, zwischen Cyberport und IT Park Uzbekistan sowie zwischen der Flughafenbehörde Hongkongs und der Fly Khiva Group.

Weitere Abkommen wurden zwischen Banken, Technologieunternehmen, Pharmafirmen und lokalen Behörden geschlossen.

Darüber hinaus vereinbarten unter anderem die China International Capital Corporation und die Nationalbank Usbekistans eine Zusammenarbeit. Auch die Allgemeine Handelskammer Hongkongs, die Anwaltskammern beider Länder sowie das Palastmuseum Hongkong und das Staatliche Geschichtsmuseum Usbekistans schlossen Partnerschaften.

Investitionsvolumen von 1,65 Milliarden US-Dollar

Vertreter Hongkongs erklärten, die gesamte Zentralasien-Mission habe Projekte und Vereinbarungen mit einem geschätzten Volumen von rund 1,65 Milliarden US-Dollar hervorgebracht.

Lee betonte, dass zahlreiche Vereinbarungen konkrete Investitionszusagen beinhalteten und Teil einer umfassenderen Strategie zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hongkong, Festlandchina und Zentralasien seien.

Im Rahmen des Besuchs traf Lee mit Präsident Shavkat Mirziyoyev, Premierminister Abdulla Aripov und weiteren hochrangigen Regierungsvertretern zusammen.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Finanzen, Transport, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und grüne Energie.

Lee übermittelte dabei auch Grüße des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und hob die zunehmend engen Beziehungen zwischen China und Usbekistan hervor.

Generalkonsulat und Direktflüge geplant

Ein wichtiges Ergebnis der Reise war die Zusage Usbekistans, ein Generalkonsulat in Hongkong zu eröffnen. Dies soll die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen weiter stärken.

Der usbekische Außenminister Bakhtiyor Saidov erklärte zudem, beide Seiten hätten ihre Absicht bekräftigt, ein Abkommen über einen gegenseitigen visafreien Reiseverkehr abzuschließen.

Darüber hinaus wurden Entwürfe für ein Abkommen über zivile Luftverkehrsdienste fertiggestellt. Dies könnte künftig die Aufnahme von Direktflügen zwischen Hongkong und Usbekistan ermöglichen.

Weitere Wirtschaftsabkommen in Vorbereitung

Beide Seiten vereinbarten außerdem, Gespräche über ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie über Regelungen zum Schutz und zur Förderung von Investitionen aufzunehmen.

Nach Angaben des usbekischen Präsidialamtes soll ein umfassendes Kooperationsprogramm entwickelt werden, das Handel, Finanzen, industrielle Zusammenarbeit, Tourismus, Bildung, Flugverbindungen und konsularische Dienstleistungen umfasst.

Zu den prioritären Bereichen zählen grüne Energie, Landwirtschaft, Biotechnologie, Fintech, innovative Start-ups und Künstliche Intelligenz.

Hongkong setzt auf „Hub-to-Hub“-Modell

Das Programm ist Teil eines von Hongkong geförderten „Hub-to-Hub“-Ansatzes, der darauf abzielt, die Märkte Zentralasiens mit den Finanz-, Logistik- und Dienstleistungsnetzwerken Hongkongs zu verbinden.

Für Hongkong war die Mission Bestandteil einer Strategie zur Vertiefung der Beziehungen zu aufstrebenden Märkten und zur Stärkung seiner Rolle als Brücke zwischen Unternehmen des chinesischen Festlands und internationalen Geschäftsmöglichkeiten.

Handelsvolumen wächst deutlich

Der Besuch fand vor dem Hintergrund wachsender Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hongkong und Zentralasien statt.

Der Warenhandel zwischen Hongkong und den zentralasiatischen Staaten überstieg 2025 die Marke von 320 Millionen US-Dollar und lag damit 27% über dem Niveau von 2020.

Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel mit Usbekistan. Im ersten Quartal 2026 gehörte Hongkong zu den 20 wichtigsten Handelspartnern des Landes. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 155,7 Millionen US-Dollar gegenüber 24,4 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum der Jahre 2024 und 2025.

Teil der Neuen Seidenstraße

Die Mission spiegelt zugleich die wachsende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Zentralasien im Rahmen der Neuen Seidenstraße wider. Hongkong positioniert sich dabei zunehmend als Plattform für Investitionen, Handel und Unternehmensaktivitäten in der Region.

„Der Besuch in Zentralasien hat konkrete Ergebnisse gebracht und das Vertrauen der zentralasiatischen Länder in Hongkongs Rolle als Brücke erneut bestätigt“, erklärte Frederick Ma, Vorsitzender des Hong Kong Trade Development Council.

Er betonte, Hongkong diene sowohl Unternehmen vom chinesischen Festland als Sprungbrett für die internationale Expansion als auch ausländischen Firmen als Zugangstor zum chinesischen Markt.

Das HKTDC kündigte an, die während der Mission angestoßenen Projekte aktiv zu begleiten, um die Umsetzung der Vereinbarungen zu beschleunigen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Zentralasien weiter auszubauen.

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