China will Kasachstan beim Aufbau von Alatau City unterstützen – einem futuristischen Stadtentwicklungsprojekt, das sich zu einem regionalen Zentrum für Finanzen, Technologie und Innovation entwickeln soll. Das Vorhaben gilt als eines der wichtigsten Prestigeprojekte von Präsident Kassym-Jomart Tokajew.
Bei einer Handels- und Investitionsveranstaltung im chinesischen Shenzhen verständigten sich chinesische und kasachische Vertreter grundsätzlich auf 24 Kooperationsprojekte für die Entwicklung der neuen Stadt. Die geplanten Investitionen könnten nach offiziellen Angaben ein Gesamtvolumen von bis zu 6 Milliarden US-Dollar erreichen.
Nach Angaben der kasachischen Regierung umfassen die Vereinbarungen den Aufbau von Produktionsanlagen für Batterien der nächsten Generation, Energiespeichersysteme, moderne Landtechnik, Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Darüber hinaus sind Investitionen in Industrieanlagen, Energieprojekte, Verkehrs- und Logistikinfrastruktur sowie Smart-City-Technologien vorgesehen.
Kasachische Behörden beschreiben Alatau City als ein modernes urbanes Zentrum, das Nachhaltigkeit, technologische Innovation und grünes Wachstum miteinander verbinden soll. Das Projekt soll langfristig neue Investitionen anziehen und Kasachstans Position als Wirtschafts- und Technologiestandort in Zentralasien stärken.
China baut seine Präsenz in Zentralasien weiter aus
Die Unterstützung für Alatau City ist Teil einer breiteren wirtschaftlichen Zusammenarbeit Chinas mit den Staaten Zentralasiens.
Kasachstan
In der Region Turkestan wurden erfolgreiche Feldversuche eines gemeinsamen Projekts des kasachischen Forschungsinstituts für Pflanzenschutz und Quarantäne sowie der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften abgeschlossen. Dabei wurde eine neue Lösung zum Schutz von Weizenfeldern und Obstplantagen vor marokkanischen Heuschrecken getestet.
Kirgisistan
China und Kirgisistan verhandeln über die Modernisierung ihres Grenzregimes. Im Mittelpunkt stehen die Grenzübergänge Torugart und Irkeshtam. Ziel ist es, Logistikprozesse zu beschleunigen und gleichzeitig den Kampf gegen Schmuggel und illegale Migration zu verstärken.
Zudem wurden beim Bau der China-Kirgisistan-Usbekistan-Eisenbahn (CKU) mehrere Verstöße gegen Umweltauflagen festgestellt. Nach Angaben des kirgisischen Umweltministeriums wurden bei unangekündigten Kontrollen insgesamt 30 Verstöße dokumentiert.
Darüber hinaus hat sich die von chinesischen Investoren unterstützte Alma Finance Bank als eines der kapitalstärksten neuen Finanzinstitute des Landes etabliert. Das Eigenkapital der Bank liegt inzwischen bei mehr als 2 Milliarden Som (rund 28 Millionen US-Dollar).
Tadschikistan
Tadschikistan und das chinesische Unternehmen Guangzhou Zhizhi Enterprise Management Consulting haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in den Bereichen künstliche Intelligenz, moderne Technologien und Sprachbildung unterzeichnet. Ziel ist es, die technologische Ausbildung auszubauen und den Chinesischunterricht zu fördern.
Turkmenistan
Turkmenistan intensiviert ebenfalls die Zusammenarbeit mit China. Vertreter des staatlichen Rundfunk- und Filmkomitees besuchten die Volksrepublik, um sich über moderne Produktionsmethoden im Medienbereich zu informieren.
Zudem führten Wissenschaftler aus Turkmenistan und China gemeinsame Forschungsarbeiten in mehreren Naturschutzgebieten durch. Die Ergebnisse sollen in eine neue Ausgabe des Roten Buches Turkmenistans sowie in einen Atlas der Wüstenpflanzen einfließen.
Usbekistan
Usbekistan baut die Zusammenarbeit mit China sowohl im Zollwesen als auch im Verkehrssektor weiter aus. Vertreter des usbekischen Zollkomitees trafen sich in Peking mit dem chinesischen Zollmaklerverband, um den Informationsaustausch und gemeinsame Beratungsformate zu entwickeln.
Im Eisenbahnsektor wurden zwei von dem chinesischen Konzern CRRC modernisierte Elektrolokomotiven wieder in Betrieb genommen. Insgesamt sollen zwölf Lokomotiven modernisiert und bis 2034 weitere 38 neue Fahrzeuge geliefert werden.
Darüber hinaus fand in Shanghai das Usbekistan-China-Forum führender Think Tanks statt. Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden diskutierten dort die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen.
Die Entwicklungen unterstreichen Chinas wachsende wirtschaftliche und strategische Präsenz in Zentralasien. Projekte wie Alatau City zeigen zugleich, wie die Region zunehmend als wichtiger Bestandteil der chinesischen Investitions- und Handelsstrategie entlang der Neuen Seidenstraße positioniert wird.