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Kasachstan warnt vor Bewässerungsengpässen
Kasachstan · 13.05.2026

Kasachstan warnt vor Bewässerungsengpässen

Kasachstan warnt vor Bewässerungsengpässen in vier Regionen, da Zuflüsse sinken und Stauseestände unter Vorjahresniveau liegen.

Kasachstan rechnet in diesem Jahr mit Engpässen bei der Bewässerungswasserversorgung in vier Regionen. Betroffen sind vor allem Kyzylorda, Turkestan, Zhambyl sowie Teile der Region Almaty.

Der kasachische Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, Nurschan Nurschigitow, erklärte laut Vlast, dass geringere Zuflüsse aus den Oberläufen wichtiger Flüsse und niedrigere Stauseestände die Versorgung belasten werden.

Die Sorge vor zunehmender Wasserknappheit in Zentralasien wächst seit Jahren. Neben klimatischen Faktoren verschärfen auch infrastrukturelle und regionale Entwicklungen den Druck auf die Wasserressourcen. Kirgisistan fordert von den Nachbarstaaten zusätzliche Mittel für den Ausbau von Wasser- und Speicherinfrastruktur. Zugleich sorgt der in Afghanistan entstehende Qosh-Tepa-Bewässerungskanal für neue Unsicherheit, da er künftig erhebliche Mengen Wasser aus dem Amudarja ableiten könnte.

Besonders betroffene Regionen

Nurschigitow zufolge sollten sich Kyzylorda, Turkestan, Zhambyl und Teile der Region Almaty auf Einschränkungen einstellen. Diese Gebiete hängen stark von den Flussbecken des Syr Darja, Schu und Talas ab.

Auf einer Regierungssitzung erklärte der Minister, dass die Stauseestände in den Nachbarländern entlang des Syr-Darja-Beckens derzeit um 1,6 Milliarden Kubikmeter niedriger liegen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Da diese Stauseen während der Sommerperiode Wasser zurückhalten werden, dürfte der erwartete Zufluss nach Kasachstan nur 70 Prozent des langjährigen Durchschnitts erreichen“, sagte Nurschigitow. Das entspreche Niedrigwasserbedingungen und berge erhebliche Risiken für den mittleren und unteren Abschnitt des Beckens.

Auch in der Nähe des Kurty-Stausees in der Region Almaty drohen Engpässe. Der Stausee enthält derzeit 64 Millionen Kubikmeter Wasser und damit 38 Millionen Kubikmeter weniger als vor einem Jahr.

Niedrige Stauseestände in Kirgisistan

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in den Becken von Schu und Talas. Der Minister verwies besonders auf die Stauseen Kirow und Orto-Tokoi in Kirgisistan.

Der Kirow-Stausee ist derzeit zu 78 Prozent gefüllt, enthält aber 89 Millionen Kubikmeter weniger Wasser als im Vorjahr. Der Orto-Tokoi-Stausee liegt bei 83 Prozent, ebenfalls 79 Millionen Kubikmeter unter dem Vorjahreswert. Dadurch wurde die Wasserentnahmegrenze für das Einzugsgebiet bis 2026 von 1,2 Milliarden auf 900 Millionen Kubikmeter gesenkt.

Aufgrund der aktuellen hydrologischen Lage hat Kasachstan die Bewässerungsgrenzen auf 3,2 Milliarden Kubikmeter für die Region Kyzylorda und 3,8 Milliarden Kubikmeter für die Region Turkestan festgelegt.

Trotz des zunehmenden Drucks bezeichnete Nurschigitow die Gesamtsituation bei der Wasseransammlung in den heimischen Stauseen als stabil. Das Ministerium geht jedoch davon aus, dass die Vegetationsperiode 2026 weiterhin von den Folgen der Dürre des Jahres 2025 geprägt sein wird.

Kasachstan gehört zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Nur 2,8 Prozent seines Staatsgebiets sind von Wasser bedeckt, während rund zwei Drittel aus ariden und semiariden Flächen bestehen. Ein großer Teil der Wasserressourcen stammt aus dem Ausland. Dadurch bleibt das Land stark von grenzüberschreitenden Flüssen abhängig.

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