Der Dienstleistungssektor Kasachstans ist im April wieder gewachsen. Laut der von S&P Global veröffentlichten PMI-Umfrage von Freedom Holding Corp stieg die Geschäftstätigkeit so stark wie seit neun Monaten nicht mehr.
Der Index der Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 49,2 Punkten im März auf 53,9 Punkte im April. Damit überschritt er wieder die Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Rückgang trennt. Es war die erste Expansion des Dienstleistungssektors seit drei Monaten.
Die Umfrage deutet auf das stärkste Wachstum der Geschäftstätigkeit seit Juli 2025 hin. Gestützt wurde die Entwicklung vor allem durch einen deutlichen Anstieg der Neuaufträge. Viele Unternehmen berichteten von einer stärkeren Nachfrage, höheren Umsätzen und einer besseren Auslastung.
Mehr Nachfrage, aber höhere Kosten
Gleichzeitig nahm der Kostendruck wieder zu. Die Inflation der Inputkosten beschleunigte sich und näherte sich erneut den Höchstständen vom Januar, als Anpassungen im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer besonders stark wirkten.
Trotz höherer Kosten verlangsamte sich der Anstieg der Verkaufspreise. Einige Unternehmen setzten auf wettbewerbsfähigere Preise, um ihre Absatzmengen zu sichern und neue Kunden zu gewinnen.
Saltanat Mukhambetaliyeva, Leiterin der Abteilung für Wirtschaftsforschung und -analyse bei Freedom Holding Operations, erklärte: „Der Dienstleistungssektor Kasachstans verzeichnete im April nach drei Monaten des Rückgangs eine deutliche Beschleunigung. Der Geschäftsaktivitätsindex stieg auf 53,9 Punkte, ein Plus von 4,8 Punkten gegenüber dem Vormonat, unterstützt durch einen Anstieg der Neuaufträge.“
Erholung bleibt vorsichtig zu bewerten
Mukhambetaliyeva warnte jedoch davor, den starken monatlichen Anstieg überzubewerten. Eine so deutliche Verbesserung sei für den kasachischen Markt untypisch und sei in der Vergangenheit vor allem in Erholungsphasen nach Krisen zu beobachten gewesen, etwa nach der Pandemie oder im Jahr 2022.
Die Verbesserung bleibe begrenzt und gehe nicht mit einer grundlegenden Veränderung der Fundamentaldaten einher. Das zeige sich unter anderem an der weiterhin zurückhaltenden Beschäftigungspolitik und an verstärkten Restrukturierungsmaßnahmen.
Der Kostendruck werde inzwischen vor allem durch höhere Löhne und steigende Inputkosten getrieben, weniger durch steuerliche Faktoren. Das Wachstum konzentrierte sich laut Freedom Holding vor allem auf den Immobiliensektor, der vom Anstieg der Hypothekenvergabe um 16 Prozent im Jahresvergleich profitierte, sowie auf Unternehmensdienstleistungen. Konsumnahe Bereiche und der Transportsektor blieben dagegen verhalten.
Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate blieben moderat optimistisch, lagen aber weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt.