Usbekistan will den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien im Bergbau- und Geologiesektor deutlich ausweiten, um bis 2030 Investitionen in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar anzuziehen und die Effizienz der Branche zu steigern.
Präsident Shavkat Mirziyoyev wurde nach Angaben des Pressedienstes der Präsidialverwaltung über ein Maßnahmenpaket informiert, das die Einführung digitaler Technologien und KI-gestützter Lösungen in der geologischen Erkundung und im Bergbau beschleunigen soll.
Im Jahr 2025 machte der Bergbau- und Geologiesektor rund ein Fünftel der gesamten Industrieproduktion Usbekistans aus und erwirtschaftete Staatseinnahmen in Höhe von 118,5 Billionen UZS (9,8 Milliarden US-Dollar).
Die großen Bergbauunternehmen des Landes konnten ihre Betriebskosten im vergangenen Jahr um 7,3 Billionen UZS senken, während die Produktionskosten um 9,1% zurückgingen.
Zudem wurde das Geomonitoring-Informationssystem eingeführt, und Daten zu mehr als 2.000 Mineralvorkommen wurden digitalisiert.
Die Regierung plant in den kommenden fünf Jahren eine deutliche Ausweitung der bekannten Rohstoffreserven. Angestrebt werden zusätzliche Reserven von 879 Tonnen Gold, 510 Tonnen Silber und 676.000 Tonnen Kupfer.
KI soll Exploration und Produktion beschleunigen
Nach Einschätzung der Behörden kann künstliche Intelligenz die Analyse geologischer Daten beschleunigen, die Bewertung von Lagerstätten verbessern und die Effizienz von Explorations- und Bohrarbeiten erhöhen.
Mirziyoyev forderte den Aufbau eines fortschrittlichen Systems zur Steuerung und Analyse von Produktionsprozessen auf Basis von KI. Die wachsenden Mengen geologischer und betrieblicher Daten sollten auf einer einheitlichen digitalen Plattform zusammengeführt werden.
Vertreter der Regierung erklärten, dass die Integration von Kartenmaterial, geologischen Untersuchungen, Bohrprotokollen, Laboranalysen und Produktionsdaten in eine zentrale elektronische Datenbank schnellere Suchprozesse, präzisere 3D-Modellierungen und eine genauere Identifizierung von Rohstoffvorkommen ermöglichen würde.
Nach offiziellen Schätzungen könnten durch diesen Ansatz die Produktionskosten um bis zu 10% gesenkt, die Zeit zur Entdeckung neuer Lagerstätten halbiert und die Zahl potenzieller Investitionsprojekte vervierfacht werden.
Ein zentrales Element der Strategie ist die Schaffung einer nationalen geologischen Datenbank. Diese soll die Transparenz erhöhen und Investoren einen leichteren Zugang zu verlässlichen geologischen Informationen ermöglichen. Im Rahmen des Projekts sollen mehr als 36.000 bestehende Berichte und Primärdatensätze digitalisiert werden.
Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Zentrums für technologische Transformation geplant, das die Umsetzung der Digitalisierungsmaßnahmen koordinieren und überwachen soll. Nach Schätzungen der Behörden könnten sich dadurch Qualität und Geschwindigkeit der geologischen Datenerfassung verdoppeln. Auch die Modellierung von Lagerstätten und die Berechnung von Reserven sollen künftig doppelt so schnell erfolgen.
32 Digitalisierungsprojekte bis 2030 geplant
Zwischen 2026 und 2030 sollen insgesamt 32 Digitalisierungs- und KI-Projekte in sechs großen staatlichen Bergbau- und Metallurgieunternehmen umgesetzt werden. Dazu gehören die Navoi Mining and Metallurgical Company, der Almalyk Mining and Metallurgical Complex, Navoiyuran, Uzmetkombinat, Uzbekcoal sowie der Uzbekistan Technological Metals Complex.
Die Projekte konzentrieren sich auf die Automatisierung von Produktionsprozessen, digitale Unternehmenssteuerung, den Einsatz künstlicher Intelligenz, die Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie die digitale Transformation der geologischen Erkundung.
Nach Berechnungen der Regierung könnte das Programm die betriebliche Effizienz um 7%, die Anlagenzuverlässigkeit um 20% und die Energieeffizienz um 8% steigern. Gleichzeitig sollen menschliche Fehler und betriebliche Risiken um 15% reduziert werden.
Mirziyoyev wies die zuständigen Behörden an, konkrete Produktivitäts- und Effizienzziele in die Geschäftspläne der Bergbauunternehmen aufzunehmen und spezielle Programme für Technologie- und KI-Investitionen zu verabschieden.
Zudem betonte der Präsident die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums und forderte, für im Inland entwickelte digitale Lösungen und Technologien verstärkt Patente anzumelden.


