Usbekistan und Kasachstan verfolgen ehrgeizige Pläne, sich als führende Technologiezentren Zentralasiens zu etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen beide Länder verstärkt auf die Anziehung internationaler Investoren, Startup-Gründer und Technologieunternehmen, die nach neuen Wachstumsregionen außerhalb der etablierten Tech-Märkte suchen.
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die Premiere des Global Tech Weekend Tashkent 2026. Die Veranstaltung brachte Startups, Investoren, Unternehmer und Technologieführer aus Zentralasien sowie aus internationalen Märkten zusammen und entwickelte sich zu einem der größten Innovations- und Technologieevents der Region.
Das dreitägige Festival wurde in Zusammenarbeit mit dem IT Park Uzbekistan organisiert und unterstrich die Ambitionen des Landes, sich als regionales Zentrum für Technologie, digitale Innovation und Unternehmertum zu positionieren.
Taschkent präsentiert sein wachsendes Startup-Ökosystem
Das Global Tech Weekend umfasste mehr als 40 Veranstaltungen und Aktivitäten, darunter Startup-Wettbewerbe, Demo-Days, Mentoring-Sitzungen, Investorentreffen, Diskussionsrunden zu Künstlicher Intelligenz, E-Sport-Events und Community-Treffen.
Hunderte Referenten und Tausende Teilnehmer diskutierten über Risikokapital, KI-Technologien, Startup-Finanzierung und die Entwicklung von Innovationsökosystemen in Schwellenländern.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Veranstaltung „Roots: Lokale Strategien für Investitionen und Unternehmensaufbau in Zentralasien“, bei der Gründer und Investoren über die nächste Wachstumsphase der regionalen Innovationswirtschaft diskutierten. Gleichzeitig erhielten lokale Startups direkten Zugang zu internationalen Investoren, Mentoren und Technologieexperten.
Die Veranstaltung spiegelte das zunehmende internationale Interesse an Usbekistans Startup-Szene wider. In den vergangenen Jahren hat sich das Land dank einer jungen Bevölkerung, wachsender digitaler Infrastruktur und steigender Investitionen in Unternehmertum zu einem der dynamischsten Technologiemärkte Zentralasiens entwickelt.
Investoren entdecken Zentralasien neu
Im Gespräch mit Medienvertretern erklärte Nodo Ivanidze, Mitbegründer des Global Tech Weekend, dass Usbekistan heute zu den spannendsten Technologiemärkten der Region gehöre.
„Wir haben uns für Taschkent entschieden, weil sich Usbekistan rasant zu einem der vielversprechendsten Technologiemärkte entwickelt. Das Niveau an Talent, Kreativität und Offenheit hat uns beeindruckt“, sagte Ivanidze.
Seiner Ansicht nach profitiert Zentralasien von mehreren Faktoren gleichzeitig: einer jungen Bevölkerung, einer vergleichsweise geringen Marktsättigung und Reformprogrammen, die gezielt internationale Investitionen fördern.
„Investoren, die die Region noch vor wenigen Jahren ignoriert haben, beobachten sie heute sehr genau. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten stimmen, und erste Investoren erzielen bereits attraktive Renditen“, erklärte er.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor sei zudem die aktive Rolle staatlicher Institutionen. Besonders der IT Park Uzbekistan und das Ministerium für digitale Technologien würden das Ökosystem nicht nur organisatorisch unterstützen, sondern auch aktiv dessen internationale Sichtbarkeit fördern.
„Diese institutionelle Unterstützung vermittelt internationalen Investoren Vertrauen und signalisiert Stabilität sowie eine klare strategische Ausrichtung“, betonte Ivanidze.
Der nächste Schritt: Von der Dynamik zu konkreten Ergebnissen
Trotz der positiven Entwicklung sieht Ivanidze die größte Herausforderung nun darin, die aktuelle Dynamik in langfristige wirtschaftliche Erfolge umzuwandeln.
„Usbekistan verfügt bereits über Veranstaltungen, Institutionen und eine enorme Energie. Jetzt geht es darum, nachhaltige Strukturen aufzubauen, Geschäftsabschlüsse zu fördern und die Verbindungen zwischen Gründern und Investoren weiter zu stärken“, sagte er.
Internationale Technologieveranstaltungen könnten dabei helfen, lokale Unternehmer direkt mit globalem Kapital zu vernetzen und die Distanz zwischen aufstrebenden Märkten und großen Investoren zu verringern.
Besonders beeindruckt zeigte sich Ivanidze vom hohen Professionalisierungsgrad der usbekischen Gründer.
„Ich habe Ehrgeiz erwartet, aber nicht dieses Maß an Vorbereitung. Die Gründer kannten ihre Märkte, konnten Erfolge vorweisen und stellten sehr gezielte Fragen“, erklärte er.
Auch die Qualität der lokalen Akteure in Acceleratoren, Innovationszentren und Technologieprogrammen habe ihn überrascht.
„Die Kluft zwischen Taschkent und etablierten internationalen Technologiezentren schließt sich deutlich schneller, als viele vermuten“, sagte er.
Nach Ansicht von Ivanidze suchen Investoren zunehmend nach neuen Wachstumsregionen, da viele etablierte Technologiemärkte bereits stark umkämpft und die Renditen dort rückläufig seien.
Mit rund 36 Millionen Einwohnern, einer jungen Bevölkerung, einer wachsenden digitalen Infrastruktur und einer investorenfreundlichen Reformpolitik verfüge Usbekistan über außergewöhnlich gute Voraussetzungen.
Die Organisatoren des Global Tech Weekend sehen ihre Aktivitäten daher als langfristiges Engagement. Ziel sei es, nachhaltige Netzwerke zwischen Technologieunternehmen, Investoren und Innovatoren aufzubauen.
„Taschkent besitzt alle Voraussetzungen, um sich zu einem bedeutenden Technologie- und Innovationszentrum Zentralasiens zu entwickeln“, sagte Ivanidze. „Das diesjährige Event war nur der Anfang. Wir freuen uns darauf, 2027 mit einer noch größeren Plattform und stärkerer internationaler Beteiligung zurückzukehren.“


