Ungarn rechnet 2025 mit einem Rekordzufluss an Investitionen aus den USA. Amerikanische Unternehmen dürften in diesem Jahr rund 190 Milliarden Forint (etwa 500 Millionen Euro) in Ungarn investieren, sagte Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó am 18. Dezember während eines Besuchs in New York. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI.
Der Investitionsanstieg umfasst nach Angaben des Ministers drei neue US-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 21,5 Milliarden Forint. Sie sollen mit staatlichen Fördermitteln in Höhe von vier Milliarden Forint unterstützt werden und mehr als 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Neue US-Projekte und staatliche Förderungen
Zu den angekündigten Vorhaben zählt der Bau einer Sterilisationsanlage durch den Medizintechnikkonzern Becton, Dickinson and Company neben seinem bestehenden Spritzenwerk. Der Hersteller von Reinigungsprodukten Scrub Daddy will seine Aktivitäten in wirtschaftlich schwächeren Regionen Ungarns ausweiten. Das 3D-Druck-Unternehmen Formlabs plant, seine Softwareentwicklung nach Budapest zu verlagern.
Szijjártó führte den wachsenden Investitionszufluss auf einen neuen Rahmen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Ungarn und den USA zurück. Dieser sei im Zuge jüngster Gespräche von Ministerpräsident Viktor Orbán in Washington vereinbart worden.
Politische Annäherung und wirtschaftliche Erwartungen
Orbán hatte nach dem Wahlsieg Donald Trumps von einer neuen Phase in den bilateralen Beziehungen gesprochen. Während der Amtszeit der Demokraten hatten sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern deutlich abgekühlt. Regierungsvertreter in Budapest sprechen nun von einem „neuen goldenen Zeitalter“ der Zusammenarbeit.
Einzelheiten des angestrebten Abkommens wurden im November bekannt, nachdem Orbán das Weiße Haus besucht hatte. Demnach erhielt Ungarn eine Ausnahme von US-Sanktionen gegen russisches Öl. Zudem verpflichtete sich die Regierung zu umfangreichen Käufen von US-Flüssigerdgas, militärischer Ausrüstung sowie Technologien für kleine modulare Reaktoren (SMR).
Orbán hatte darüber hinaus von einem möglichen, durch die USA garantierten Finanzrahmen gesprochen, der Ungarn alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu EU-Mitteln eröffnen könnte. Diese Darstellung relativierte Trump später selbst. Die ungarische Regierung erklärte, entsprechende Gespräche – auch über mögliche Swap-Vereinbarungen – würden fortgesetzt.
Nach Angaben von Szijjártó sind derzeit mehr als 1.500 US-Unternehmen in Ungarn aktiv, die rund 100.000 Menschen beschäftigen. In den vergangenen zehn Jahren habe die Regierung 145 Investitionsprojekte amerikanischer Firmen unterstützt und damit rund 19.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Zuletzt hatten unter anderem der Industriekonzern Emerson sowie der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble neue Investitionen in Ungarn angekündigt. Zudem schloss die Regierung ein strategisches Kooperationsabkommen mit GE HealthCare.
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