Der Inflationsdruck im kasachischen Dienstleistungssektor hat im Januar deutlich zugenommen. Auslöser war das Inkrafttreten einer Erhöhung der Mehrwertsteuer, wie aus der jüngsten Umfrage von Freedom Holding und S&P Global PMI hervorgeht.
Dem Begleitbericht zufolge stieg der Kostendruck so stark wie nie zuvor seit Beginn der Datenerhebung im März 2019. Die meisten Dienstleister gaben die höheren Kosten rasch an ihre Kunden weiter, was zu einem außergewöhnlich kräftigen Anstieg der Verkaufspreise führte.
Trotz der deutlichen Preissteigerungen blieb die Stimmung der Dienstleistungsunternehmen im historischen Vergleich schwach. Das Geschäftsklima lag nur geringfügig über dem Tiefstand vom Dezember und deutet weiterhin auf eine hohe Unsicherheit über die Entwicklung im kommenden Jahr hin.
Erste Anzeichen einer Stabilisierung
Gleichzeitig zeigten die Daten erste Signale einer leichten Stabilisierung. Nach drei aufeinanderfolgenden Monaten des Rückgangs nahm die wirtschaftliche Aktivität im Dienstleistungssektor im Januar wieder zu. Auch die Beschäftigung legte erstmals seit mehreren Monaten wieder zu.
Der saisonbereinigte Geschäftsaktivitätsindex überschritt erneut die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Er stieg von 49,5 im Dezember auf 50,5 im Januar und signalisierte damit erstmals seit vier Monaten wieder ein moderates Wachstum.
Dienstleistungssektor federt Schock ab
„Im Januar verzeichnete der Dienstleistungssektor Kasachstans weiterhin Wachstum bei Geschäftstätigkeit und Nachfrage“, sagte Yerlan Abdikarimov, Leiter der Finanzanalyse bei Freedom Finance Global. Trotz des rekordhohen Anstiegs der Verkaufspreise infolge der Mehrwertsteuererhöhung zeichne sich der Sektor traditionell durch geringere Schwankungen aus als das verarbeitende Gewerbe.
Diese relative Stabilität habe dazu beigetragen, dass der Gesamt-PMI im Vergleich zum Dezemberwert von 49,7 unverändert geblieben sei. Ein stärkerer Rückgang habe so trotz der Schwäche in der Industrie vermieden werden können.
Margen als Puffer – vorerst
Die historisch niedrigen 12-Monats-Erwartungen deuten darauf hin, dass der Dienstleistungssektor den Steuerschock zunächst über eigene Margen abfedert. Gleichzeitig bleiben die Risiken eines verzögerten Rückgangs der Kaufkraft bestehen.
Marktbeobachter verweisen jedoch auf erste Anpassungen bei Produktlinien und Geschäftsmodellen, die darauf hindeuten, dass der Sektor seine vergleichsweise hohe Widerstandsfähigkeit zumindest kurzfristig bewahren könnte.
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

