Autor: Klaus Dormann
Russlands jährliches Wirtschaftswachstum ist von 4,9 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 1,0 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Das ergibt sich aus am Freitag veröffentlichten Schätzungen des Statistikamtes Rosstat. Bisher hatte Rosstat das Wachstum im Jahr 2024 auf 4,3 Prozent geschätzt. 2023 ist die russische Wirtschaft um 4,1 Prozent gewachsen. Das bestätigte Rosstat jetzt erneut.
Die Rosstat-Schätzung für das BIP-Wachstum Russlands im Jahr 2025 entspricht genau der September-Prognose des Wirtschaftsministeriums von 1,0 Prozent. Sie liegt auf der oberen Grenze der im Oktober veröffentlichten Prognosespanne der Zentralbank von 0,5 bis 1,0 Prozent.
Die Mehrzahl der Analysten hat bisher erwartet, dass Russlands Wirtschaftswachstum im letzten Jahr etwas niedriger als ein Prozent war. Bei einer von der russischen Zentralbank Ende Januar/Anfang Februar durchgeführten Umfrage wurde für 2025 im Mittelwert eine Prognose für das BIP-Wachstum von 0,9 Prozent ermittelt. Das „Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche“ (wiiw) veranschlagte das Wachstum der russischen Wirtschaft in seiner „Winterprognose“ in der letzten Woche noch etwas niedriger auf 0,7 Prozent.
Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage für Inflation, Leitzins und Wachstum
Die russische Zentralbank führte im Vorfeld ihrer nächsten Leitzinsentscheidung am 13.02. wieder eine Analysten-Umfrage durch (Survey Calendar). Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt der Ergebnisse dieser Umfrage.
Für das Jahr 2026 erwarten die rund 30 Teilnehmer folgende Entwicklung des Anstiegs der Verbraucherpreise, des Leitzinses und des Wachstums des realen Bruttoinlandsprodukts:
Der jährliche Anstieg des Indexes der Verbraucherpreise wird sich im Dezember 2026 auf 5,3 Prozent abschwächen. Im Dezember 2025 ist die jährliche Inflationsrate bereits auf 5,6 Prozent gesunken. Ende 2024 hatte sie 9,5 Prozent erreicht.
Im Jahresdurchschnitt 2026 wird die jährliche Inflationsrate auf nur noch 5,6 Prozent sinken. Im Jahresdurchschnitt 2025 war sie mit 8,7 Prozent noch etwas höher als 2024 (+8,4 Prozent).
Der Leitzins wird im laufenden Jahr im Jahresdurchschnitt mit 14,1 Prozent um gut 5 Prozentpunkte niedriger sein als 2025 (19,2 Prozent).
Das jährliche Wirtschaftswachstum zieht 2026 nur schwach auf 1,1 Prozent an. 2025 schwächte es sich voraussichtlich auf nur noch 0,9 Prozent ab.
Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage vom 30.01. bis 03.02.2026
(in Klammern Ergebnisse der Dezember-Umfrage)

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 04.02.26 (Auszug)
CBR-Umfrage: Die Inflation überschreitet Ende 2026 das 4%-Ziel noch deutlich
Die folgende Abbildung zeigt die voraussichtliche Entwicklung der Inflationsrate laut der Analysten-Umfrage. Die von der Zentralbank angestrebte Inflationsrate von 4,0 Prozent wird im Mittelwert der Einschätzungen der Umfrage-Teilnehmer Ende 2026 noch nicht erreicht (schwarze Linie). Im Dezember 2026 werden die Verbraucherpreise laut der Umfrage noch um 5,3 Prozent steigen (also die in der mittelfristigen Prognose der Zentralbank genannte Spanne von 4,0 bis 5,0 Prozent etwas überschreiten). Ende 2027 wird das Inflationsziel laut der Umfrage mit einem Preisanstieg von 4,1 Prozent fast erreicht.
Verbraucherpreisindex
Anstieg Dezember gegenüber Dezember des Vorjahres in %

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 04.02.26
Skeptische Wachstumsprognose für 2026: Das BIP steigt nur um rund 1 Prozent
Die Erwartungen der Umfrageteilnehmer zum Wirtschaftswachstum haben sich seit der Dezember-Umfrage nicht verändert. Nach einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent im Jahr 2025 erwarten sie im Jahr 2026 weiterhin ein kaum höheres Wachstum von 1,1 %. 2027 werde sich der BIP-Anstieg zwar auf 1,7 Prozent und 2028 auf 1,8 Prozent beschleunigen. Damit bleiben die Wachstumsprognosen der Analysten ab 2027 aber weit unter den Prognosen der Regierung, die 2027 und 2028 mit Wachstumsraten von 2,8 Prozent und 2,5 Prozent rechnet.
Reales Bruttoinlandsprodukt
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 04.02.26
Was Präsident Putin zum niedrigen Wachstum und zur Inflation sagt
„Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2025 war nicht nur zu erwarten; man könnte sogar sagen, sie sei menschengemacht“, kommentierte Staatspräsident Putin die aktuelle BIP-Entwicklung in seinen einleitenden Worten zur ersten diesjährigen Konferenz der Regierung zur Wirtschaftspolitik am 03. Februar (siehe Web-Seite des Präsidentenamtes). Das niedrigere Wachstum, so der Präsident, stehe im Zusammenhang mit den gezielten Maßnahmen zur Senkung der Inflation.
Putin wies, 3 Tage vor der Bekanntgabe der Rosstat-Daten für 2025, darauf hin, dass Russlands Wachstumsrate im Jahr 2025 mit 1 Prozent unter den hohen Wachstumsraten der beiden Vorjahre liege. Russlands Inflationsrate sei am Ende des Jahres 2025 auf 5,6 Prozent gesunken, nachdem sie ein Jahr zuvor noch 9,5 Prozent betragen habe.
Anfang 2026 habe sich die Inflation zwar auf 6,4 Prozent beschleunigt, merkte der Präsident an. Er betonte: „Auch dies war zu erwarten und ist teilweise auf die Umstrukturierung des Steuersystems, einschließlich der Mehrwertsteuererhöhung, zurückzuführen“ (Kommersant.ru).
Wachstumsprognosen des wiiw für Mittel- und Osteuropa sowie die Türkei
Das „Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche“ aktualisierte in der letzten Woche seine vierteljährliche Prognose für die Entwicklung der Volkswirtschaften in Mittel-, Ost- und Südosteuropa einschließlich der Türkei.
Die folgende Abbildung aus einem Bericht der österreichischen Zeitung „Die Presse“ zeigt die wiiw-Prognosen zur Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Polen, Ungarn, Russland, der Türkei und in der Ukraine im Vergleich mit der Wachstumsprognose für die 27 EU-Staaten.
Die Türkei wird von den ausgewählten Ländern 2026 am stärksten wachsen (3,9 Prozent).
Polen wird mit einem Wachstum von 3,7 Prozent in der Gruppe der 11 EU-Mitglieder in Mittel- und Osteuropa das höchste Wachstum erreichen, gefolgt von Litauen (3,0 Prozent) und Kroatien (2,8 Prozent)
In Ungarn, 2025 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von nur 0,3 Prozent das wachstumsschwächste Land in der Ländergruppe der EU-MOE 11, wird das Wachstum 2026 auf 2,2 Prozent anziehen.
Die gesamte Gruppe der 11 EU-Mitglieder in Mittel- und Osteuropa wird 2026 weiterhin fast doppelt so stark wachsen (2,6 Prozent) wie die Länder der Eurozone (+1,4 Prozent) und die EU-27 (1,6 Prozent).

Die Presse; David Freudenthaler:
wiiw-Prognose. Wachstum aus Trümmern: Ukraines Wirtschaft wächst trotz Angriffen weiter, 04.02.26
wiiw-Prognosen für Russland und die Ukraine
In Russland ist das bisherige starke Wirtschaftswachstum 2025 laut Schätzung des wiiw auf nur noch 0,7 Prozent eingebrochen. 2026 erholt es sich, so das Institut, auf 1,2 Prozent. Die Wirtschaft der Ukraine wächst 2026 mit 2,5 Prozent wie bereits 2025 gut doppelt so stark wie die russische Wirtschaft.
Diese wiiw-Prognosen für Russland und die Ukraine basieren auf der Annahme, dass der Krieg gegen die Ukraine anhält und es zu keiner Lockerung der US-Sanktionen kommt. Die Folgen einer Beendigung des Krieges für Russland schätzt die wiiw-Pressemitteilung so ein:
„Kurzfristig könnte der Wegfall der Ausgaben für die Löhne von Soldaten und Entschädigungen für ihre Angehörigen, die immerhin rund 2% des BIP ausmachen, zu einem Nachfrageschock führen. Mittelfristig dürfte die Wirtschaft über die Lockerung oder teilweise Aufhebung der US-Sanktionen aber profitieren.“
Vor allem der dann wieder mögliche Zugang zu westlicher Hochtechnologie wäre für die russische Wirtschaft von großer Bedeutung, wird Vasily Astrov, Russland-Experte des wiiw zitiert.
Abwärtsrisiken für die wiiw-Prognosen:
Weitere US-Zölle, Haushaltsdefizite in MOE, ein „diktierter Frieden“ in der Ukraine
Das wiiw nennt folgende „Abwärtsrisiken“ für seine Prognosen:
Das größte Abwärtsrisiko stellen weitere Zölle der USA auf Importe aus der EU dar: „Obwohl die direkten Handelsströme zwischen den USA und Mittelosteuropa vernachlässigbar sind, könnte eine geringere US-Nachfrage nach europäischen Industrieprodukten aufgrund weiterer Zölle auf Importe aus der EU die Region Mittelosteuropa indirekt belasten, da sie eng mit der westeuropäischen Industrie verflochten ist“, erklärte Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des wiiw und Hauptautor der Winterprognose.
Ein Risiko sind, so Grieveson, auch die hohen Haushaltsdefizite in einigen Ländern in Mittel- und Osteuropa, insbesondere die Defizite Rumäniens, Ungarns, Polens und der Slowakei. Im Falle von Turbulenzen an den Anleihemärkten könnten sie die Regierungen zu wachstumshemmenden Sparmaßnahmen zwingen. Rumänien verfolge bereits eine solche Politik.
„Ein von Russland diktierter Frieden in der Ukraine“ könnte sich ebenfalls negativ auf die Region auswirken. „Das Fehlen glaubwürdiger Sicherheitsgarantien für die Ukraine dürfte Investoren abschrecken und zu erheblicher Unsicherheit führen, da Moskau in diesem Fall voraussichtlich die gesamte Region destabilisieren wird“, warnt Grieveson.
wiiw: Die sehr hohen Zinsen drückten Russlands Wirtschaft in eine „Flaute“
Das wiiw sieht die russische Wirtschaft aktuell in einer „Wirtschaftsflaute“. Zu den Ursachen heißt es in der wiiw-Pressemitteilung:
„Hauptverantwortlich für die aktuelle Wirtschaftsflaute in Russland sind die nach wie vor sehr hohen Leitzinsen der russischen Zentralbank von aktuell 16%, die Kredite teuer machen und damit die Wirtschaft abwürgen.“
„Erschwerend hinzu kommen der niedrige Ölpreis in Kombination mit den US-Sanktionen gegen den Energiesektor und die viel zu geringen Investitionen, die wohl weiter sinken werden.“
In seinem „Country Overview Russla“ meint das wiiw zu den Folgen der „äußerst restriktiven Geldpolitik“:
„Dank einer äußerst restriktiven Geldpolitik konnte die Inflation weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Dieser Erfolg ging jedoch mit einer Schwächung der Binnennachfrage und einem verlangsamten BIP-Wachstum einher.
Stagnation, moderate Ölpreise und ein starker Rubel setzten die Staatseinnahmen unter Druck, was weitere Steuererhöhungen, unter anderem bei der Mehrwertsteuer, zur Folge hatte.“
2026 erwartet das wiiw wie die Regierung etwas mehr Wachstum als 2025
Das wiiw schätzt das 2025 erreichte Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts auf 0,7 Prozent, also etwas niedriger als Rosstat am 04. Februar meldete (1,0 Prozent).
2026 erwartet das wiiw eine leichte Beschleunigung des BIP-Anstieges auf 1,2 Prozent. Die russische Regierung erwartet in diesem Jahr ein kaum stärkeres Wachstum (1,3 Prozent).
2027 rechnet die Regierung jedoch mit einer starken Beschleunigung des Wachstums auf 2,8 Prozent. Demgegenüber hält das wiiw im nächsten Jahr nur ein gut halb so starkes Wachstum von 1,5 Prozent für möglich.
Länder-Überblick Russland des wiiw

wiiw: Country Overview Russia, 04.02.26
Rosstat-Daten für 2025: So unterschiedlich entwickelten sich wichtige Branchen
Das wiiw konnte in seinem obigen Überblick die Rosstat-Meldungen vom 6. Februar zu den Konjunkturdaten für das Jahr 2025 noch nicht berücksichtigen. Berücksichtigt wurde aber offenbar, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresvergleich 2025/2024 auf 8,7 Prozent beschleunigt hat (siehe auch obige Tabelle der Ergebnisse der Umfrage der Zentralbank).
Die Industrieproduktion ist laut Rosstat 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % gestiegen. Im Jahr 2024 hatte der Produktionsanstieg in der Industrie 5,1 % erreicht. Im Dezember 2025 beschleunigte sich das Wachstum der Industrieproduktion im Jahresvergleich auf 3,7 %, nach einem Anstieg von 0,4 % im November. Im Vergleich zum Vormonat November stieg die Industrieproduktion im Dezember saisonbereinigt um 2,3 % (Finam.ru).
Innerhalb der Industrie wuchs die Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ im Jahresvergleich 2025/2024 um 3,6 %. Gleichzeitig sank jedoch die Produktion im Bereich „Bergbau, Förderung von Rohstoffen“ um 1,6 % (Finmarket.ru).
Stärker als in der Industrie wuchs 2025 die Produktion in der Landwirtschaft (+ 4,9 %) und in der Bauwirtschaft (+2,5 %).
Während die Produktion im Großhandel um 2,8 Prozent sank, verzeichnete der Einzelhandel ein Wachstum von 2,9 %.
Der Warenverkehr ging 2025 um 0,7 Prozent zurück (Finmarket.ru).
Die Arbeitslosenquote fiel im Jahresdurchschnitt 2025 erstmals auf 2,2 Prozent (RT).
Das durchschnittliche real verfügbare Einkommen stieg 2025 um 7,4 Prozent (Interfax).
Tabelle aus dem Bericht des russischen Wirtschaftsministeriums
“Zur aktuellen Lage der Wirtschaft”,
u.a. mit Daten zum BIP und der Produktion nach Branchen

Quelle: Finam.ru: Die Industrieproduktion in Russland ist im Jahr 2025 um 1,3 % gewachsen, 06.02.26
wiiw-Experte Astrov: Der Lebensstandard der Bevölkerung beginnt zu stagnieren,
aber Russlands Regierung kann sich den Krieg finanziell noch leisten
Zur aktuellen Entwicklung der russischen Wirtschaft nahm der Russland-Experte des wiiw, Vasily Astrov, auch im Podcast der österreichischen Zeitung „Die Presse“ vom 21. Januar im Gespräch mit Eduard Steiner Stellung. Zusammengefasst meinte Astrov (ab Min.12):
Der Lebensstandard der russischen Bevölkerung beginnt zu stagnieren. Die Arbeitslosigkeit ist zwar immer noch sehr gering, aber das Wachstum der Löhne ist nicht mehr so hoch wie bisher.
Ich glaube, Präsident Putin ist sich schon bewusst, dass die russische Wirtschaft stagniert, dass die heimische Nachfrage durch die sehr hohen Zinsen gebremst wird und die Sanktionen in gewissen Bereichen durchaus Auswirkungen haben. So haben wir z.B. in den letzten Monaten gesehen, dass der Preisabschlag für russisches Öl aufgrund der Sanktionen, die von US-Präsident Trump gegen die zwei führenden russischen Ölunternehmen Rosneft und Lukoil verhängt wurden, massiv gestiegen ist.
Das ist keine gute Nachricht für die Entwicklung des russischen Budgets. Ein Viertel der Gesamteinnahmen des föderalen Haushalts stammt nämlich aus dem Energiesektor, also praktisch aus den Öl- und Gasverkäufen. Auf der anderen Seite kann es sich die russische Regierung rein finanziell immer noch leisten, den Krieg weiterzuführen. Die Regierung kann die Budgetdefizite durch die Aufnahme von Schulden bei heimischen Banken finanzieren.
Der Anteil der Ausgaben für den Krieg am Bruttoinlandsprodukt ist in Russland mit 7 oder 8 Prozent eigentlich auch nicht besonders hoch. Die Staaten im Baltikum und Polen geben mit rund 5 Prozent des BIP nicht viel weniger für das Militär aus, obwohl sie keinen Krieg führen (siehe GTAI: Baltische Staaten: Vorreiter bei Rüstungsinvestitionen, 05.09.25). .
Die folgende Abbildung aus einer vor einem Jahr veröffentlichten wiiw-Studie zeigt den Anstieg der Verteidigungsausgaben in den Nato-Staaten von 2014 bis 2024.
Defence spending by NATO members, % of GDP

wiiw; Richard Grieveson, Olga Pindyuk, Vasily Astrov:
Three years of full-scale war in Ukraine: What would a dictated peace mean? 24.02.25
Russland und die EU sind eigentlich „ideale Handelspartner“
Auf eine Frage Eduard Steiners zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der EU unterstrich Astrov, dass die EU und Russland „eigentlich ideale Handelspartner“ sind. Der Handel zwischen der EU und Russland biete beiden Seiten Vorteile. Astrov argumentiert so:
Europa bräuchte „eigentlich“ russische Energie und russische Rohstoffe. Und Russland bräuchte „eigentlich“ europäische Technologien, um sich zu modernisieren.
Momentan besteht aber das Risiko, dass Russland aufgrund der Sanktionen, vor allem aufgrund der Exportverbote für Hightech-Güter, mittel- bis langfristig technologisch immer weiter zurückfallen wird. Eine Lockerung oder am besten sogar eine Aufhebung der Sanktionen würden der russischen Wirtschaft sehr helfen.
Energie ist in Europa durch die Abkoppelung von Russland viel teurer geworden
Auf der anderen Seite würde es der europäischen Wirtschaft sehr helfen, wenn russische Energie wieder auf den europäischen Markt kommen würde. Auf dem Gasmarkt würde die jetzige Abhängigkeit Europas vom US-amerikanischen Flüssigerdgas (LNG) sinken. Dann gäbe es mehr alternative Gasanbieter für die EU. Das LNG aus den USA hat in Europa deutlich an Bedeutung gewonnen, seit der Krieg ausgebrochen ist und die Sanktionen gegen Russland verhängt wurden.
Energie ist in Europa durch die Abkoppelung von Russland viel teurer geworden. Wir haben gesehen, was in den energieintensiven Branchen in vielen europäischen Ländern und vor allem auch in Deutschland passiert ist. Sie sind massiv geschrumpft, weil sie mit den derzeitigen Energiepreisen international nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
Lesetipps:
- Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, wiiw: Winter forecast for Eastern Europe: Solid growth despite uncertainties; Press Releases: English, German; Forecast Report, Executive Summary; 04.02.26; Country Overview Russia; wiiw in the press
- wiiw, Doris Hanzl-Weiss: Osteuropa ist Österreichs wichtigster Handelspartner und bringt kräftige Wachstumsimpulse, 04.02.26
- wiiw: New Podcast – CEE Outlook 2026: Making Decisions Amid Uncertainty; Executive Director Mario Holzner and Deputy Director Richard Grieveson discuss the geopolitical and economic outlook for Central and Eastern Europe in 2026; 03.02.26
- RT.ru; Wladimir Zegojew: Rosstat prognostiziert für Russland ein Wirtschaftswachstum von Rekordwerten in Höhe von 213 Billionen Rubel im Jahr 2025. 2025 wird die russische Wirtschaft um 1 % wachsen; 07.02.26
- The Bell.io; Denis Kasyanchuk: Rosstat schätzt das Wirtschaftswachstum Russlands im Jahr 2025 auf 1 %, 06.02.26
- Finmarket.ru: Russlands BIP wuchs im Jahr 2025 um 1,0 %, 06.02.26
- Kommersant.ru: Russlands BIP wuchs im Jahr 2025 um 1 %, 06.02.26
- Finam.ru: Russlands BIP-Wachstum im Jahr 2025 betrug 1 %, 06.02.26
- Interfax.ru: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung meldete für Dezember einen Anstieg des BIP-Wachstums auf 1,9 %, 06.02.26
- Finmarket.ru: Die Produktion in den Kernaktivitäten der Russischen Föderation stieg 2025 um 1,4 %, 06.02.26
- Finam.ru: Die Industrieproduktion in Russland ist 2025 um 1,3 % gewachsen, 06.02.26
- Finmarket.ru: Die Industrieproduktion in Russland wird im Jahr 2025 um 1,3 % wachsen, 06.02.26
- Finam.ru: Die Arbeitslosenquote in Russland stieg im Dezember 2025 auf 2,2 %, 06.02.26
- Interfax.ru: Das reale verfügbare Einkommen der russischen Bevölkerung stieg 2025 um 7,4 %, 06.02.2
- Finam.ru: Die Reallöhne in Russland stiegen in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 um 4,8 %, 06.02.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Weitere Gründe für eine Pause vor der Sitzung der Bank von Russland am 13. Februar, 06.02.26
- Finam.ru; Yuri Kozlov: Was erwartet den Rubel im Jahr 2026? 06.02.26
- Finam.ru: Russlands Haushaltsdefizit belief sich im Januar auf 1,7 Billionen Rubel, 06.02.26
- Politcom.ru; Marina Voitenco: Januar-„Gleichstand“ der Makrotrends-2026; 05.02.26
- Finam.ru; Maria Babanova: Die Ölpreise haben uns im Stich gelassen. Steht der russische Haushalt am Rande des Zusammenbruchs? 05.02.26
- Alfa Bank: Wirtschaft und Trends: Makroökonomische Umfrage der Zentralbank: Was Experten erwarten, 04.02.26
- Finmarket.ru: Analysten haben ihre Inflationsprognose für Russland im Jahr 2026 auf 5,3 % angehoben, 04.02.26
- Finmarket.ru: Die Inflationssituation im November, Dezember und Januar entwickelt sich weitgehend im Einklang mit der Prognose der Zentralbank der Russischen Föderation vom Oktober. 04.02.26
- The Bell.io; Alexandra Prokopenko; Alexander Kolyandr: Alle Augen wieder auf die Inflation gerichtet, 04.02.26
- The Overshoot; Matthew C. Klein; Russlands Kriegsausgaben könnten ausgeschöpft sein, 03.02.26
- Finmarket.ru: Putin: Die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung auf das Preiswachstum werden nur von kurzer Dauer sein, 04.02.26
- Kommersant.ru: Putin bezeichnete die Verlangsamung des BIP-Wachstums im Jahr 2025 als menschengemacht. 03.02.26
- en.kremlin.ru: Meeting on economic issues. The President held a meeting on economic issues. 03.02.26
- Joe Blogs: Russia crumbles; I look at inflation, interest rates, employment, and growth prospects to explain why the slowdown is not temporary, but structural, Video, 18 Min., 04.02.26; Russia Breaking:This video breaks down what the latest PMI data is showing — including falling employment, weakening exports, inventory drawdowns, and persistently soft demand conditions, 02.02.26
- Finmarket.ru: Nach Ansicht von Analysten der Zentralbank erfordern die Folgeeffekte der Inflation im Januar eine Beibehaltung einer restriktiven Geldpolitik und vorsichtige Zinsentscheidungen, 03.02.26
- Zentralbank-Bericht “Talking Trends“ der volkswirtschaftlichen Abteilung: What are the trends saying? Archiv (RU); + Archiv (EN); Zentralbank Pressemitteilung: Was sagen die Trends? Nr. 1 (84) / Februar 2026; 03.02.26
- Euromaidan; Peeter Helme:Russia’s oil revenues collapse 24% as global prices slide further (INFOGRAPHICS); Deficit hits $72 billion—highest since 2009—as war spending peaks, 02.02.26
- Merkur.de; Nils Thomas Hinsberger: Heftige Klatsche für Putins Wirtschaft: Indien will laut Trump auf russisches Öl verzichten, 02.02.26
- Merkur.de; Vasily Astrov, wiiw, im Interview mit Matthias Schneider: „Schock“ für Russlands Wirtschaft: Experte zeigt, welche Sanktionen wirken. Sind die Sanktionen noch nicht hart genug?, 02.02.26.
- bne IntelliNews: Russian manufacturing PMI contracts at slower pace but VAT hike fuels sharp rise in inflation, 02.02.26
- ACRA Ratings: Makroökonomische Prognose für Russland: Wo ist das Gas, wo ist die Bremse: Russland und die Welt auf der Suche nach dem Gleichgewicht, 02.02.26
- Realnoevremya, Digitalökonomin Ravil Akhtyamova: Was wird aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds? Infrastruktur, Industrie und Banken sind die neuen Prioritäten des Fonds, 02.02.2026
- The Riddle; Andras Toth-Czifra: Russlands industrieller Winter; Andras Toth-Czifra über die politische Ökonomie des industriellen Niedergangs in der russischen Automobilindustrie und Metallurgie, 02.02.26
- Inosmi.ru; Berliner Zeitung, Michael Maier: Russisches Gasimportverbot: Hat die EU eine Lücke für US-Lieferungen gelassen? 01.02.26

