Ein Konsortium um die Private-Equity-Gesellschaft Advent und den US-Logistikkonzern FedEx will den polnischen Paketdienst InPost übernehmen. Das Unternehmen teilte am 9. Februar mit, dass sich beide Seiten auf ein empfohlenes öffentliches Übernahmeangebot geeinigt haben.
Die Investoren bieten 15,60 Euro je Aktie inklusive Dividende und bewerten InPost damit mit rund 7,8 Milliarden Euro. Der Deal soll im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden.
Klare Machtverhältnisse im Konsortium
Nach dem Vollzug wollen Advent und FedEx jeweils 37 Prozent der Bietergesellschaft halten. Die Investmentgesellschaft A&R von InPost-Gründer Rafał Brzoska soll 16 Prozent übernehmen, während die tschechische Gruppe PPF zehn Prozent erhält.
PPF will im Rahmen des Angebots alle eigenen Aktien verkaufen, jedoch einen Teil des Erlöses wieder investieren. Dadurch sichert sich die Gruppe eine indirekte Beteiligung von zehn Prozent an der neuen Holding.
Advent kennt das Unternehmen gut, denn der Investor hielt bereits vor dem Börsengang die Mehrheit an InPost. Seit 2021 notiert der Paketdienst an der Börse in Amsterdam.
Das Konsortium will das Angebotsmemorandum im zweiten Quartal 2026 vorlegen. Anschließend rechnen die Beteiligten mit einem Abschluss im zweiten Halbjahr – vorausgesetzt, die Aufsichtsbehörden stimmen zu.
FedEx setzt auf Partnerschaft statt Integration
FedEx plant keine klassische Übernahme mit vollständiger Integration. Stattdessen soll InPost eigenständig bleiben, während beide Seiten strategisch kooperieren.
FedEx-CEO Raj Subramaniam erklärte, man sehe „einen klaren Weg, um Wachstum zu generieren und die Effizienz der B2C-Last-Mile-Abläufe in Europa zu steigern“. Damit will der Konzern seine Position im europäischen Endkundengeschäft stärken.
Auch Gründer Rafał Brzoska betonte die Eigenständigkeit. Hauptsitz, Marke und Management blieben in Polen, zudem bilde das Land weiterhin das strategische Zentrum der Expansion. Mit den neuen Partnern wolle InPost seine Position als E-Commerce-Infrastruktur in Westeuropa ausbauen.
Expansion mit Paketstationen
InPost wuchs in den vergangenen Jahren vor allem mit automatisierten Paketstationen. Das Unternehmen installiert seine Schließfächer an Verkehrsknotenpunkten, in Wohngebieten oder bei Supermärkten und wirbt mit geringeren Kosten sowie einer besseren Umweltbilanz als bei der Haustürzustellung.
Zugleich expandierte InPost durch Übernahmen, etwa in Großbritannien und Spanien. Im vergangenen Jahr wickelte das Unternehmen 1,4 Milliarden Pakete ab – das entspricht einem Wachstum von 25 Prozent.
Der Angebotspreis liegt rund 17 Prozent über dem Schlusskurs vom 6. Februar. Allerdings bleibt er unter dem Ausgabepreis von 16 Euro beim Börsengang 2021. Damit honorieren die Käufer zwar die jüngste Kursentwicklung, nicht jedoch die ursprüngliche IPO-Bewertung.
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

