Aserbaidschan und Israel haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz unterzeichnet. Mit dem Abkommen formalisieren beide Länder ihre Kooperation in einem strategisch wichtigen Technologiefeld, das sie als zentral für ihre wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Ambitionen betrachten.

Die Vereinbarung zielt darauf ab, die seit Jahren enge Partnerschaft beider Staaten auf die nächste Stufe strategischer Technologien zu heben. Israel bringt dabei seine Expertise in den Bereichen KI und Supercomputing ein, während Aserbaidschan den technologischen Umbau seiner Wirtschaft und den Ausbau seiner digitalen Infrastruktur vorantreiben will.

Zusammenarbeit bei Infrastruktur, Forschung und Ausbildung

Nach Angaben des israelischen Premierministerbüros umfasst die Absichtserklärung die Kooperation beim Aufbau von Supercomputing-Kapazitäten, den Einsatz von KI in kritischen zivilen Sektoren, die Entwicklung von Fachkräften sowie gemeinsame Forschungsinitiativen.

Unterzeichnet wurde das Abkommen in Jerusalem von Brigadegeneral Erez Askal, dem Leiter des israelischen Nationalen Direktorats für Künstliche Intelligenz, und dem aserbaidschanischen Minister für digitale Entwicklung und Verkehr, Rashad Nabiyev. Anwesend war auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.

Netanjahu: KI als Instrument der Gegenwart

Netanjahu bezeichnete die Vereinbarung als Ausdruck der langjährigen bilateralen Beziehungen und des gemeinsamen Anspruchs, technologisch zur internationalen Spitze zu gehören. Künstliche Intelligenz sei keine Zukunftstechnologie mehr, sondern bereits ein entscheidendes Instrument der Gegenwart.

„Wir müssen sicherstellen, dass wir zu den führenden Nationen auf diesem Gebiet zählen“, sagte Netanjahu. „Gemeinsam können wir deutlich mehr erreichen.“

Langfristige Ausrichtung statt Einzelprojekte

Auch Askal betonte, die Kooperation werde der Partnerschaft zwischen Israel und Aserbaidschan eine neue strategische Dimension verleihen. Konkrete Angaben zu finanziellen Volumina oder Zeitplänen für einzelne Projekte machten beide Seiten bislang nicht. Regierungsvertreter erklärten jedoch, dass weitere Ankündigungen folgen dürften, sobald gemeinsame Initiativen ausgearbeitet seien.

Im Kern geht es weniger um ein einzelnes Vorhaben als um die Institutionalisierung einer langfristigen technologischen Zusammenarbeit. Beide Regierungen sehen darin einen Baustein zur Stärkung ihrer politischen und sicherheitspolitischen Position in einer Region, in der digitale Fähigkeiten zunehmend als Machtfaktor gelten.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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