Kasachstan treibt den Ausbau seiner Kernenergie voran und hat den Bau eines zweiten Atomkraftwerks offiziell genehmigt. Ministerpräsident Olschas Bektenow unterzeichnete die entsprechende Regierungsresolution am 26. Januar. Sie wurde am 2. Februar im staatlichen Rechtsregister veröffentlicht und trat mit der Unterzeichnung sofort in Kraft.
Das neue Kraftwerk soll im Bezirk Schambyl in der Region Almaty im Südosten des Landes entstehen. Die Entscheidung ist Teil der langfristigen Strategie, den Energiemix zu diversifizieren und die Versorgungssicherheit angesichts steigender Stromnachfrage zu stärken, wie aus der Regierungsmitteilung hervorgeht.
Kernenergie als strategischer Pfeiler
Die Genehmigung fügt sich in eine umfassendere energiepolitische Neuausrichtung ein. Die Regierung hatte bereits zuvor angekündigt, mehrere Kernkraftwerke errichten zu wollen. Während der russische Staatskonzern Rosatom mit dem Bau des ersten Kraftwerks in der Nähe des Balchaschsees beauftragt wurde, gelten für das zweite – ebenso wie für ein mögliches drittes – Projekt chinesische Unternehmen als Favoriten. In früheren Stellungnahmen war die staatliche China National Nuclear Corporation (CNNC) genannt worden.
Der Bau des ersten kasachischen Atomkraftwerks begann am 8. August 2025 mit Forschungs- und Vorbereitungsarbeiten nahe dem Dorf Ülken. Die Inbetriebnahme wird für die Jahre 2035 oder 2036 erwartet; die Bauzeit ist auf rund elf Jahre angesetzt.
Kasachstan verfügt über die weltweit größten Uranreserven, betreibt derzeit jedoch kein aktives Kernkraftwerk. Der letzte Reaktor aus Sowjetzeiten wurde 1999 stillgelegt. Seitdem wurde die Kernenergie immer wieder kontrovers diskutiert.
Steigender Strombedarf, zunehmende Zweifel an der langfristigen Zuverlässigkeit fossiler Kraftwerke sowie regionale Klimaziele haben die Debatte neu belebt. Mit dem Beschluss zum zweiten Kraftwerk unterstreicht die Regierung nun, dass Kernenergie künftig eine zentrale Rolle in der nationalen Energieinfrastruktur spielen soll.
Damit positioniert sich Kasachstan nicht nur als wichtiger Energielieferant, sondern auch als möglicher Stabilitätsanker der Energiewende in Zentralasien.
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