Der Rückgang im kasachischen Dienstleistungssektor hat sich im Dezember spürbar verlangsamt. Das geht aus der jüngsten PMI-Umfrage von Freedom Holding und S&P Global hervor. Nachdem die Branche im November noch einen moderaten Einbruch verzeichnet hatte, meldeten die befragten Unternehmen zuletzt nur noch eine leichte Kontraktion.
Der zentrale Geschäftsaktivitätsindex blieb zwar unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, stieg jedoch von 48,7 auf 49,5 Punkte. Damit fiel der Produktionsrückgang so gering aus wie seit Beginn des aktuellen Abschwungs nicht mehr.
Schwäche bei Neuaufträgen und Arbeitsmarkt
Trotz der Stabilisierung der Geschäftstätigkeit blieb die Nachfrage verhalten. Das Neugeschäft nahm weiter ab, und auch der Arbeitsmarkt zeigte sich angespannt. Der Stellenabbau setzte sich bereits den vierten Monat in Folge fort und beschleunigte sich gegenüber dem Vormonat.
Zugleich trübte sich die Stimmung der Unternehmen ein. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken auf den niedrigsten Stand seit April 2020. Als Hauptgrund nannten die Befragten die Sorge vor einer geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer, die zusätzliche Kostenbelastungen erwarten lässt.
Steuerpläne belasten Erwartungen
Yerlan Abdikarimov, Direktor für Finanzanalyse bei Freedom Finance Global, sprach von einer „gemischten Entwicklung“. Zwar habe sich der Rückgang der Geschäftstätigkeit verlangsamt, doch die Neuaufträge folgten weiterhin einem klaren Abwärtstrend.
Die zuletzt nachlassende Inflation wertet Abdikarimov nicht als strukturelle Entspannung. Vielmehr reagiere die Kundschaft zunehmend preissensibel, was die Margen im Dienstleistungssektor unter Druck setze. Vor diesem Hintergrund seien die Erwartungen zwar nach unten korrigiert worden, bewegten sich jedoch weiterhin im Bereich eines vorsichtigen Optimismus. Entscheidend werde sein, wie flexibel sich die Branche an die anstehenden steuerlichen Änderungen anpassen könne.
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