Kasachstans verarbeitendes Gewerbe hat im Dezember wieder Wachstum verzeichnet. Das zeigen die jüngsten Daten des Einkaufsmanagerindex (PMI), die von Freedom Holding und S&P Global veröffentlicht wurden. Damit endet eine mehrmonatige Phase der Schrumpfung.

Der PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg im Dezember auf 51,0 Punkte, nach 49,0 Punkten im November. Damit überschritt der Index erstmals seit sieben Monaten wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Erholung fiel jedoch moderat aus, wie die Analysten betonten.

Getragen wurde der Aufschwung von steigender Produktion und einer Zunahme der Neuaufträge. Auch Beschäftigung, Konsum und Lagerbestände legten zu. Unternehmen berichteten von verbesserten Nachfragebedingungen gegenüber dem Vormonat.

Trotz der Rückkehr in den Wachstumsbereich blieb die Stimmung verhalten. Belastend wirkten vor allem Unsicherheiten im Zusammenhang mit einer erwarteten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Viele Unternehmen befürchten negative Auswirkungen auf Nachfrage und Kostenstruktur, was die Dynamik der Erholung dämpfen könnte.

Zum Jahresende nahm zudem der Preisdruck zu. Sowohl die Inputkosten als auch die Verkaufspreise stiegen schneller als im November. Insgesamt blieben die Anstiegsraten jedoch moderat, was auf einen weiterhin begrenzten Inflationsdruck hindeutet.

„Kasachstans verarbeitendes Gewerbe schloss das Jahr mit einem leichten Wachstum ab“, sagte Yerlan Abdikarimov, Leiter der Finanzanalyse bei Freedom Finance Global. Der Sektor leide jedoch weiterhin unter einer schwachen Nachfrage und einem gedämpften Geschäftsklima. Steigende Kosten und höhere Erzeugerpreise stellten zusätzliche Risiken für die Margen dar.

Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate trübten sich weiter ein und fielen auf ein Mehrjahrestief. Mit 57,2 Punkten liegen sie zwar noch im Wachstumsbereich, bleiben jedoch deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2025. Die weitere Entwicklung des Sektors dürfte davon abhängen, wie sich die neuen steuerlichen Rahmenbedingungen auswirken und ob die Nachfrage die begonnene Erholung tragen kann.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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