Armenien will seine Wirtschaft stärker auf Hochtechnologie ausrichten – und setzt dabei gezielt auf die Halbleiterindustrie. Nach einer Sitzung des Regierungsrats unter Leitung von Premierminister Nikol Paschinjan kündigten Vertreter neue Initiativen an, die den Sektor in den kommenden Jahren deutlich ausbauen sollen.
Die Regierung sieht in Halbleitern einen Schlüsselbereich, um sich in globalen Technologiemärkten zu positionieren. Insbesondere die steigende Nachfrage durch Anwendungen der künstlichen Intelligenz verstärkt den strategischen Fokus auf diesen Industriezweig.
Aufbau eines technologischen Ökosystems
Die vorgestellten Programme zielen darauf ab, Forschung und Entwicklung im Halbleiterbereich auszubauen und die Ingenieurskapazitäten zu stärken. Gleichzeitig will die Regierung ein wettbewerbsfähiges Ökosystem schaffen, das bis Anfang der 2030er Jahre international anschlussfähig ist.
Dabei setzt Armenien auf bestehende Strukturen. Vertreter hoben die bereits vorhandenen Forschungs- und Entwicklungszentren hervor und planen, diese gezielt auszubauen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung und Bindung qualifizierter Fachkräfte, die als entscheidender Faktor für das Wachstum des Sektors gelten.
Der stellvertretende Parlamentspräsident Hakob Arshakyan verwies darauf, dass die aktuellen Pläne auf einem Kooperationsabkommen mit den Vereinigten Staaten aufbauen. Dieses wurde im vergangenen August unterzeichnet und umfasst neben Halbleitern auch Bereiche wie Robotik und künstliche Intelligenz.
Fokus auf KI, Robotik und Fachkräfte
Neben der Halbleiterindustrie rücken auch angrenzende Technologiefelder stärker in den Fokus. Politische Entscheidungsträger sehen insbesondere Robotik und künstliche Intelligenz als zentrale Treiber im globalen Wettbewerb.
Die Regierung plant, gezielt internationale Fachkräfte anzuziehen, klare Forschungsprioritäten zu definieren und die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Industrie zu intensivieren. Damit soll ein innovationsgetriebenes Umfeld entstehen, das langfristig neue Unternehmen und Investitionen anzieht.
Ruben Simonyan, stellvertretender Minister für die Hightech-Industrie, bestätigte, dass derzeit an einer umfassenden Technologiestrategie gearbeitet wird. Diese soll fortschrittliche Ingenieurslösungen und digitale Systeme in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung stellen.
Politische Steuerung und Umsetzung
Innerhalb der Regierung besteht Einigkeit darüber, dass die neuen Programme eng mit bestehenden Initiativen verzahnt werden müssen. Ziel ist es, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Umsetzung effizient zu gestalten.
Premierminister Paschinjan forderte die zuständigen Behörden auf, die Konzepte weiter auszuarbeiten und konkrete institutionelle Mechanismen zu entwickeln. Nur so könne sichergestellt werden, dass die ambitionierten Ziele tatsächlich erreicht werden.
Gleichzeitig unterstrich er die strategische Bedeutung von Hochtechnologie für die Zukunft des Landes. Armenien wolle sich langfristig als innovativer Standort positionieren – und sieht in der Halbleiterindustrie einen zentralen Baustein dieser Transformation.
