Polen steigt in die Hochgeschwindigkeitsklasse auf. Der staatliche Bahnbetreiber PKP Intercity hat erstmals eine Ausschreibung für Züge angekündigt, die Geschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde erreichen können. Der Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein beim geplanten Ausbau eines polnischen Hochgeschwindigkeitsnetzes.
Bislang hinkt Mittel- und Osteuropa beim Schienenverkehr deutlich hinter Westeuropa her. Hohe Kosten, unzureichende Infrastruktur und begrenzte Finanzierung verhinderten bislang den Einsatz von Zügen jenseits der 250-km/h-Marke. Die Ausschreibung aus Warschau deutet nun auf ambitioniertere Pläne hin – auch mit Blick auf internationale Verbindungen.
Konkret umfasst das Verfahren die Beschaffung von 20 elektrischen Hochgeschwindigkeitszügen, einschließlich Wartung, technischer Planung und dem Bau begleitender Anlagen. Zusätzlich sichert sich PKP Intercity eine Option auf weitere 35 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am 2. Januar mitteilte.
Mit dem neuen Rollmaterial will die Bahn schnellere nationale und grenzüberschreitende Verbindungen ermöglichen. Zugleich soll sich die Qualität des Fernverkehrs spürbar verbessern. Derzeit verkehren polnische Züge auf ausgewählten Strecken mit maximal 200 Kilometern pro Stunde.
Die geplanten 320-km/h-Züge würden Polen in eine Liga mit Hochgeschwindigkeitsnetzen in Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Spanien bringen. Angaben zum Auftragsvolumen oder zu Lieferterminen machte PKP Intercity bislang nicht.
Die Ausschreibung fällt in eine Phase intensiver Infrastrukturinvestitionen. Die polnische Regierung treibt den Ausbau der Schiene gezielt voran, um die Anbindung der Metropolregionen zu verbessern und die Integration in das europäische Bahnnetz zu stärken.
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