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Fitch senkt Prognose für Polens BIP-Wachstum 2026 auf 3,3%
Mitteleuropa · 09.06.2026

Fitch senkt Prognose für Polens BIP-Wachstum 2026 auf 3,3%

Trotz gesenkter Wachstumsprognose bleiben Konsum, Investitionen und Arbeitsmarkt wichtige Stützen der polnischen Wirtschaft.

Fitch Global Ratings hat am 8. Juni seine Prognose für das Wirtschaftswachstum Polens im Jahr 2026 von 3,6% auf 3,3% gesenkt. Als Gründe nennt die Ratingagentur schwächere BIP-Daten sowie eine nachlassende Auslandsnachfrage.

Für 2027 beließ Fitch seine Wachstumsprognose unverändert bei 2,9%. Für 2028 erwartet die Agentur ein Wachstum von 3,2 % und damit eine Rückkehr zum geschätzten langfristigen Wachstumspotenzial Polens.

„Wir haben unsere Prognose für das reale BIP-Wachstum im Jahr 2026 von 3,6% auf 3,3% gesenkt. Dies spiegelt die schwächere wirtschaftliche Entwicklung sowie eine geringere Auslandsnachfrage wider, einschließlich der nach unten revidierten Wachstumsaussichten für die Eurozone“, erklärte Fitch.

Für 2027 erwartet die Agentur eine leichte Abschwächung des Wachstums, da die Haushaltskonsolidierung und rückläufige öffentliche Investitionen aus EU-Mitteln die wirtschaftliche Dynamik bremsen dürften.

Gleichzeitig sieht Fitch weiterhin mehrere Faktoren, die die polnische Wirtschaft stützen. Dazu zählen der angespannte Arbeitsmarkt, steigende Löhne, eine verbesserte Kreditvergabe der Banken sowie eine weiterhin vergleichsweise expansive Fiskalpolitik.

Darüber hinaus verweist die Agentur auf das SAFE-Darlehensprogramm der Europäischen Union im Umfang von 43,7 Mrd. Euro. Dieses soll die Verteidigungsausgaben unterstützen und langfristig den Beitrag der polnischen Rüstungsindustrie zum Wirtschaftswachstum stärken.

Auch bei der Inflation hat Fitch seine Erwartungen angepasst. Die Prognose für Ende 2026 wurde von 3,3% auf 3,5% angehoben. Als Hauptgrund nennt die Agentur steigende Energiepreise infolge der Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. In den darauffolgenden Jahren soll die Inflation jedoch schrittweise in Richtung des Zielkorridors der polnischen Zentralbank zurückgehen.

Beim Leitzins erwartet Fitch, dass die Polnische Nationalbank (NBP) den Referenzzins bis Ende 2026 bei 3,75% belässt. Für 2027 rechnet die Agentur mit einer Senkung um 25 Basispunkte auf 3,5%, wo der Zinssatz auch bis Ende 2028 verbleiben dürfte.

„Der Ausblick spiegelt den Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und einer weiterhin lockeren Fiskalpolitik, einem angespannten Arbeitsmarkt sowie erhöhten Inflationserwartungen wider“, erklärte Fitch.

Für den Wechselkurs prognostiziert die Agentur eine leichte Abschwächung des Zloty. Bis Ende 2026 dürfte die polnische Währung auf 3,65 Zloty je US-Dollar fallen, bis Ende 2027 auf 3,68 Zloty. Als Ursachen nennt Fitch aktuelle Markttrends sowie erwartete Veränderungen der makroökonomischen und außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Beim privaten Konsum rechnet Fitch für 2026 mit einem Wachstum von 3,8%. Dieses dürfte sich 2027 auf 2,6% und 2028 auf 2,4% verlangsamen. Die Investitionen sollen 2026 um 5,0% steigen, gefolgt von 2,9% im Jahr 2027 und 2,4% im Jahr 2028.

Unter den drei großen internationalen Ratingagenturen bewertet Moody’s Polen derzeit mit der Bonitätsnote A2 und einem negativen Ausblick am höchsten. Fitch und S&P stufen das Land jeweils mit A- ein. Während S&P einen stabilen Ausblick vergibt, hält Fitch an seinem negativen Ausblick für Polen fest.

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