Jastrzębska Spółka Węglowa (JSW), der größte Produzent hochwertiger Kokskohle in der Europäischen Union, hat für 2025 erneut hohe Verluste gemeldet. Parallel dazu genehmigte die polnische Regierung ein Unterstützungsprogramm, das den staatlich kontrollierten Bergbaukonzern stabilisieren soll.
JSW verzeichnete 2025 einen geschätzten EBITDA-Verlust von 4,989 Milliarden PLN, umgerechnet rund 1,174 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen noch ein positives EBITDA von 396 Millionen PLN erzielt. Der Nettoverlust lag 2025 bei 6,255 Milliarden PLN, nach einem Verlust von 7,242 Milliarden PLN im Vorjahr. Die Umsatzerlöse gingen von 11,326 Milliarden PLN im Jahr 2024 auf 9,408 Milliarden PLN zurück.
Produktion steigt leicht
Trotz der schwierigen Finanzlage erhöhte JSW seine Kohleproduktion. Die Gesamtförderung lag 2025 bei 13,0 Millionen Tonnen, nach 12,25 Millionen Tonnen im Jahr zuvor. Die Produktion von Kokskohle stieg von 9,92 Millionen auf 11,0 Millionen Tonnen. Gleichzeitig sank die Förderung von Kraftwerkskohle von 2,33 Millionen auf 2,0 Millionen Tonnen.
Auch die Koksproduktion legte leicht zu. Sie erreichte 3,15 Millionen Tonnen, nach 3,06 Millionen Tonnen im Jahr 2024.
Für 2026 hatte JSW seine Produktionsprognose bereits Anfang April gesenkt. Das Unternehmen rechnet nun mit rund 13,3 Millionen Tonnen Kohle statt der im November 2025 erwarteten 13,5 Millionen Tonnen. Grund dafür sind unter anderem Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Strebbaus N-9 im Bergwerk Pniówek.
Regierung beschließt Unterstützungsprogramm
Um die angespannte Lage des Unternehmens abzufedern, verabschiedete das polnische Kabinett am 28. April ein neues Programm unter dem Titel „Unterstützungsprogramm für den Steinkohle-Kokereisektor in Polen – Schutzmaßnahmen“.
Das Programm soll von 2026 bis 2031 laufen und vor allem den Personalumbau erleichtern. Nach Angaben des Ministeriums für Staatsvermögen umfasst es Schutzmaßnahmen für Beschäftigte von JSW, darunter Bergarbeiterurlaub, Sonderurlaub für Mitarbeiter von Kohleaufbereitungsanlagen und einmalige Abfindungen.
Das Ministerium erklärte, die Annahme des Programms sei notwendig, damit JSW entsprechende Unterstützungsmechanismen nutzen könne. Ziel ist es, die Kosten des Personalabbaus abzufedern und die Umstrukturierung des Unternehmens sozial zu begleiten.
