Ein von Advent International und FedEx unterstütztes Konsortium hat ein öffentliches Übernahmeangebot für den polnischen Paketlogistiker InPost vorgelegt. Ziel der Transaktion ist die vollständige Übernahme des Unternehmens sowie dessen anschließender Rückzug von der Börse Euronext Amsterdam.
Die beteiligten Investoren – darunter von Advent International verwaltete Fonds, die FedEx-Tochter FCWB, A&R Investments sowie die PPF Group – haben ihr Angebot über die eigens gegründete Gesellschaft IS Iris Lux Bidco abgegeben. Den Aktionären werden 15,60 Euro je Aktie in bar angeboten.
Bewertung von 7,8 Milliarden Euro
Der Angebotspreis bewertet InPost mit insgesamt 7,8 Milliarden Euro. Nach Angaben der Bieter entspricht dies einer Prämie von 53% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor Bekanntgabe des Angebots.
Bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung hatten Aktionäre, die rund 48% der ausstehenden InPost-Aktien vertreten, ihre Unterstützung für die Transaktion signalisiert.
Die erforderlichen regulatorischen Genehmigungen liegen in mehreren Ländern bereits vor. Die noch ausstehenden Prüfverfahren sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen werden.
Die offizielle Angebotsfrist läuft vom 26. Mai bis zum 27. Juli 2026, sofern sie nicht verlängert wird. Der Abschluss der Übernahme wird ebenfalls für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Delisting und weitere Expansion geplant
Nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion plant das Konsortium, InPost von der Börse zu nehmen. Je nach Anteil der angedienten Aktien sollen entweder ein Squeeze-out-Verfahren oder eine gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung mit anschließender Liquidation der börsennotierten Gesellschaft durchgeführt werden.
Die Investoren betonen, dass die Übernahme die Wachstumsstrategie von InPost beschleunigen soll. Geplant sind weitere Investitionen in das europaweite Netz automatisierter Paketstationen sowie in digitale Dienstleistungen für Verbraucher und E-Commerce-Unternehmen.
Darüber hinaus soll die Expansion in wichtigen europäischen Märkten fortgesetzt werden. Dazu zählen Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, die Benelux-Staaten sowie Großbritannien.
Trotz der Übernahme soll InPost seinen Markennamen behalten. Auch der Hauptsitz des Unternehmens wird weiterhin in Polen bleiben.
Starkes Wachstum im Paketgeschäft
Das Übernahmeangebot folgt auf eine Phase starken operativen Wachstums. Im ersten Quartal 2026 stellte InPost insgesamt 359,2 Millionen Pakete zu und übertraf damit den Vorjahreswert um 32%.
Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 31% auf 3,9 Milliarden Złoty (rund 900 Millionen Euro).
Mit seinem Netzwerk automatisierter Paketstationen zählt InPost inzwischen zu den führenden E-Commerce-Logistikunternehmen Europas. Die Investoren sehen insbesondere im anhaltenden Wachstum des Online-Handels und der Nachfrage nach flexiblen Zustelllösungen erhebliches weiteres Potenzial.


