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Polens Energieplan: Erneuerbare Energien sollen bis 2040 den Stromsektor dominieren
Mitteleuropa · 10.06.2026

Polens Energieplan: Erneuerbare Energien sollen bis 2040 den Stromsektor dominieren

Polens neuer Energieplan sieht bis 2040 einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien und der Kernenergie vor.

Der aktualisierte Nationale Energie- und Klimaplan Polens (KPEiK) sieht bis 2040 einen deutlichen Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten sowie eine stärkere Rolle erneuerbarer Energien und der Kernenergie vor. Dies teilte die polnische Regierung am 8. Juni mit.

Der Plan wird nun an die Europäische Kommission übermittelt – mehr als zwei Jahre nachdem Polen die Aktualisierung ursprünglich hätte einreichen sollen.

Der KPEiK umfasst zwei Szenarien. Das WEM-Szenario („With Existing Measures“) basiert auf den derzeit geltenden Strategien und Maßnahmen. Das WAM-Szenario („With Additional Measures“) geht von zusätzlichen politischen Maßnahmen und einer schnelleren Umsetzung der EU-Klima- und Energieziele aus.

Dem Plan zufolge soll die installierte Leistung des polnischen Stromnetzes bis 2030 auf mehr als 90 Gigawatt (GW) und bis 2040 auf rund 128 bis 156 GW steigen. Damit würde sich die Kapazität gegenüber dem Niveau von 2025 nahezu verdoppeln.

Den größten Anteil am Ausbau sollen erneuerbare Energien übernehmen. Ihre installierte Leistung könnte bis 2040 auf 84 bis 92 GW anwachsen und damit mehr als die derzeitige Gesamtkapazität des polnischen Stromsystems erreichen. Erneuerbare Energien würden dann nahezu 60% der gesamten installierten Leistung ausmachen.

Ihr Anteil an der Stromerzeugung wird je nach Szenario bis 2030 auf 51,6% bis 53,2% und bis 2040 auf 65,6% bis 68,9% steigen.

Auch im Bereich Heizung und Kühlung soll die Bedeutung erneuerbarer Energien zunehmen. Ihr Anteil wird für 2030 auf 31,6% bis 36,5% und für 2040 auf 43,5% bis 56,7% prognostiziert.

Darüber hinaus sieht der Plan einen deutlichen Ausbau der Kernenergie vor. Die ersten großen Kernkraftwerke sowie kleine modulare Reaktoren (SMR) sollen in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre in Betrieb gehen. Zusammen könnten sie rund 40 Terawattstunden (TWh) Grundlaststrom erzeugen und damit etwa 20 % des erwarteten Strombedarfs decken.

Zudem soll die Abhängigkeit Polens von Energieimporten sinken. Die Nettoimportquote bei Energieträgern könnte bis 2040 im WEM-Szenario um rund 11% und im ambitionierteren WAM-Szenario um etwa 27% zurückgehen.

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