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Slowakische Lebensmittel kosten 2,5% weniger: Inflation fällt auf 3,1%
Mitteleuropa · 15.09.2026

Slowakische Lebensmittel kosten 2,5% weniger: Inflation fällt auf 3,1%

Lebensmittel und alkoholfreie Getränke kosteten in der Slowakei im August 2,5% weniger als ein Jahr zuvor. So stark fiel diese Gruppe zuletzt im November 2016. Das slowakische Statistikamt ŠÚ SR veröffentlichte die Zahlen am 15. September. Die Jahresteuerung sank auf 3,1%, den niedrigsten Wert seit 20 Monaten.

Gegenüber Juli blieben die Verbraucherpreise unverändert. Teurere Kraftstoffe und höhere Wohnkosten glichen die billigeren Lebensmittel aus. Im Jahresvergleich verteuerten sich zwölf der dreizehn Ausgabengruppen. Nur die Lebensmittel wurden billiger.

Energie treibt, Nahrung bremst

Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe kosteten 7,4% mehr als vor einem Jahr. Das ist der höchste Wert seit August 2023. Gegenüber Juli blieb die Rate unverändert. ŠÚ SR führt sie auf die Regulierungsmaßnahmen vom Januar zurück. Wasserversorgung und Abwasser verteuerten sich zweistellig.

Bei den Lebensmitteln allein fielen die Preise um 3,0%. In fünf von neun Warengruppen sanken sie. Milch und Eier kosteten 5,8% weniger, Fleisch 5,2% weniger, Öle und Fette 10,9% weniger. Teurer wurden Gemüse, Getreideerzeugnisse samt Brot und Fisch.

„Die Inflation war im August die niedrigste seit 20 Monaten, die Lebensmittelpreise fielen sowohl im Jahres- als auch im Monatsvergleich“, schreibt ŠÚ SR in seiner Mitteilung. Im Monatsvergleich stieg allein der Verkehr um 1,3%, getrieben von 2,6% teureren Kraftstoffen.

Reallöhne steigen, Beschäftigung fällt

Im Juli stiegen die Nominallöhne in allen zehn monatlich erfassten Wirtschaftszweigen. Die Spanne reichte von 2,8% in Information und Kommunikation bis 7,5% im Großhandel. Nach Abzug der Inflation legten die Löhne in neun Zweigen zu, am kräftigsten im Großhandel mit 4,1%. Nur in Information und Kommunikation sanken sie real, um 0,5%.

Die Beschäftigung entwickelte sich gegenläufig. Sie ging in sieben der zehn Zweige zurück, am stärksten in Verkehr und Lagerei. Über die ersten sieben Monate wuchsen ausgerechnet dort die Reallöhne am kräftigsten, mit 2,5%. In Information und Kommunikation fielen sie im selben Zeitraum um 3,4%.

Deutsche Investoren in der Slowakei lesen daraus eine geteilte Rechnung. Die Energiepreise steigen mit 7,4% weiter deutlich und belasten energieintensive Fertigung. Die Löhne steigen real, die Beschäftigung sinkt. Unternehmen zahlen also mehr pro Kopf und beschäftigen weniger Köpfe.

Für Lieferanten von Konsumgütern dreht sich das Bild. Billigere Lebensmittel und reale Lohnzuwächse schaffen Luft im Haushaltsbudget. Wer Markenartikel, Haushaltsgeräte oder Fahrzeuge in die Slowakei verkauft, trifft 2026 auf mehr Kaufkraft als 2025. Die sinkende Beschäftigung in Verkehr und Lagerei mahnt zur Vorsicht: Sie deutet auf schwächere Logistiknachfrage hin.

Quellen: Štatistický úrad SR, Inflácia – indexy spotrebiteľských cien v auguste 2026, 15.09.2026 (SK/EN); Štatistický úrad SR, Zamestnanosť a priemerná mesačná mzda vo vybraných odvetviach hospodárstva v júli 2026, 14.09.2026 (SK/EN).

SK, Frankfurt

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