Die Vorweihnachtseinkäufe könnten Polens Wirtschaft zum Jahresende spürbar beleben. Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur PAP vom 17. Dezember dürften die zusätzlichen Ausgaben das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um rund 0,5 Prozentpunkte erhöhen. Das entspräche einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung von etwa 5,6 Milliarden Złoty (1,33 Milliarden Euro).
Der Effekt ist vor allem auf einen saisonalen Anstieg des Konsums zurückzuführen. Nach Schätzungen von Analysten entfallen rund zehn Prozent des jährlichen Einzelhandelsumsatzes auf die Wochen vor Weihnachten. Die erhöhte Nachfrage sorgt regelmäßig für einen kurzfristigen Schub der wirtschaftlichen Aktivität.
Besonders profitieren davon Branchen mit hoher Binnenorientierung. Dazu zählen laut Analysten der VeloBank der Einzelhandel, der Transportsektor, die Logistik sowie die Gastronomie. Höhere Verkaufszahlen, mehr Transaktionen und eine gesteigerte Nachfrage nach Dienstleistungen führten zu zusätzlicher Wertschöpfung, hieß es.
Auch Marktdienstleistungen wie Lebensmittellieferungen und Transport verzeichnen demnach zum Jahresende eine erhöhte Nachfrage. Das stütze das Wirtschaftswachstum in den letzten Wochen des Jahres zusätzlich.
Nach Einschätzung der VeloBank ist der saisonale Effekt so ausgeprägt, dass die Vorweihnachtszeit das BIP-Wachstum um 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte anheben könnte. In absoluten Zahlen entspräche dies einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung zwischen 3,3 und 7,8 Milliarden Złoty. Die zentrale Prognose geht von einem Plus von 0,5 Prozentpunkten aus.
Für das Gesamtjahr 2025 erwarten Ökonomen ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent. Allerdings ist ein erneuter Konsumboom nicht garantiert. Bereits die Weihnachtssaison 2024 verlief schwächer als erhofft: Der Umsatz im Dezember stieg preisbereinigt lediglich um 1,9 Prozent und blieb damit deutlich unter den Erwartungen.
Zudem deuten Umfragen auf eine zunehmende Zurückhaltung der Verbraucher hin. Rund 69 Prozent der Polen planen demnach, ihre Weihnachtsausgaben aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten zu begrenzen.
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