Autor: Klaus Dormann
Russlands Statistikamt Rosstat hat am 29. Juli erste Daten für die Konjunkturentwicklung im gesamten ersten Halbjahr 2026 veröffentlicht. Das russische Wirtschaftsministerium schätzt auf dieser Basis, dass das reale Bruttoinlandsprodukt in der ersten Jahreshälfte im Vorjahresvergleich nur um 0,3 % gestiegen ist.
Angesichts dieses schwachen Anstieges werden viele Prognosen für das Wachstum der russischen Wirtschaft im Jahr 2026 weiter gesenkt. Vasily Astrov, Russland-Experte des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche, betonte in einem Podcast, die russische Wirtschaft stecke in einer „Stagnation“. Die Anfang Juli vom wiiw auf +0,6 Prozent gesenkte Prognose für das diesjährige Wachstum der russischen Wirtschaft würde er inzwischen wahrscheinlich „Richtung Null“ senken, so Astrov.
Das Institut für Wirtschaftsprognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften meint sogar, nur die Auswirkungen des Iran-Krieges würden Russland in diesem Jahr vor einer Rezession bewahren.
Die Chef-Volkswirtin der Börsenfirma FINAM, Olga Belenkaya, geht davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt 2026 nur um 0,3 bis 0,8 % steigen wird. Sie hat die Produktionsentwicklung der wichtigsten Wirtschaftszweige im ersten Halbjahr detailliert analysiert (siehe Tabelle am Schluss dieses Artikels).
Auch Zentralbank, Sberbank und VTB-Bank senkten ihre BIP-Prognosen
Das Wirtschaftsministerium prognostiziert seit Mitte Mai, dass sich das Wachstum der Wirtschaft im Gesamtjahr 2026 von 1,0 % auf nur noch 0,4 % abschwächen dürfte. Zuvor war die Regierung in ihrem Haushaltsplan vom Herbst 2025 noch davon ausgegangen, dass sich der BIP-Anstieg in diesem Jahr geringfügig auf 1,3 % beschleunigt.
Inzwischen hat auch die russische Zentralbank ihre Wachstumserwartungen für das Jahr 2026 in Richtung „Stagnation“ verschoben. Sie senkte bei ihrer Leitzinsentscheidung im Juli ihre Prognosespanne für den diesjährigen BIP-Anstieg auf 0,0 bis 1,0 %.
Große russische Staatsbanken schlossen sich diesem Trend an. Die Sberbank senkte ihre BIP-Prognose für 2026 von 0,5 bis 1,0 % auf 0,0 bis 0,5 % (Vedomosti). Die VTB-Bank verringerte ihre Prognose für das reale BIP-Wachstum von 1,0 % auf 0,6 % (1prime.ru).
Das Institut für Wirtschaftsprognosen der RAS erwartet weiterhin 0,7 % Wachstum
Das Institut für Wirtschaftsprognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften, IEF-RAS, bleibt in seiner Ende Juli veröffentlichten Prognose bei ähnlich niedrigen Wachstumserwartungen, die es bereits Anfang Juni veröffentlicht hat. Es geht davon aus, dass sich der Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts 2026 auf 0,7 % abschwächt und im nächsten Jahr mit 1,1 % kaum höher ist (GDP, erste Zeile der folgenden Tabelle).

IEF-RAS: Quarterly forecast of macroeconomic indicators of the Russian Federation, Auszug; 30.07.26
Träger des Wachstums im Jahr 2026 werden laut der Prognose der Verbrauch der Privaten Haushalte (+1,8%) und der Staatsverbrauch sein (+1,0%). Die Bruttoanlageinvestitionen werden hingegen sinken (-1,2%). Auch vom „Außenbeitrag“ ist kein Wachstumsimpuls zu erwarten. Die Ausfuhren steigen langsamer (+1,4%) als die Einfuhren (+3,3%).
IEF-RAS: Russland wird 2026 vom Iran-Krieg vor einer Rezession bewahrt
Das IEF stellt in der Zusammenfassung seiner Prognose folgende These heraus:
„Die Änderung der externen Rahmenbedingungen bewahrt den russischen Staatshaushalt vor Kürzungen und die russische Wirtschaft vor einer Rezession.“
Aus den Erläuterungen des Instituts zu dieser These ergibt sich: Mit der „Änderung der externen Rahmenbedingungen“ meint das Institut den Anstieg der Exportpreise für russische Rohstoffe und auch den Anstieg der Nachfrage nach russischen Rohstoffen infolge der Schließung der Straße von Hormus wegen des Iran-Krieges. Damit ist, so das Institut, höchstwahrscheinlich der Eintritt eines für die russische Wirtschaft „ungünstigen Szenarios“ verhindert worden. In diesem „ungünstigen Szenarios“ wäre die Regierung bereits im Jahr 2026 gezwungen gewesen, ihre Haushaltsausgaben aufgrund sinkender Öl- und Gaseinnahmen ziemlich stark zu verringern. Eine gleichzeitige „gesteuerte Abwertung“ des Rubel zur weiteren Steigerung der staatlichen Öl- und Gaseinnahmen hätte dies nicht verhindern können.
Das Institut erklärt:
„Das Wachstum der Exporterlöse und die Stabilisierung der Öl- und Gaseinnahmen ermöglichen es, die geplanten Defizitindikatoren in diesem Jahr zu erreichen, ohne die Haushaltsausgaben zu reduzieren und die Lösung des Problems des Haushaltsausgleichs auf 2027 zu verschieben.“
Das „Problem des Haushaltsausgleichs“ wird sich nach Einschätzung des Instituts also bald erneut stellen. Das Institut geht in seiner Prognose von einer Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus in der zweiten Jahreshälfte 2026 aus. Damit werde ein Rückgang der Exportpreise sowie eine Stagnation der Deviseneinnahmen aus Exporten in den Jahren 2027 bis 2029 verbunden sein.
Das Institut nimmt außerdem an, dass sich die Geldpolitik „schrittweise normalisiert“. Die Inflationsrate werde aufgrund einer allmählichen Rubelabwertung und eines über dem Wachstum der Konsumnachfrage liegenden Inflationsdrucks stetig über dem Zielwert der Zentralbank von 4 Prozent bleiben.
wiiw-Experte Astrov will seine Russland-Prognose „Richtung Null“ senken
Eine ganz ähnliche Entwicklung der Produktion der russischen Wirtschaft wie das Institut für Wirtschaftsprognosen der RAS hat bereits Anfang Juli das „Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, wiiw“ prognostiziert (siehe „Country Overview Russia“). Es senkte vor gut einem Monat seine Wachstumsprognose für 2026 um weitere 0,3 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 % (IEF-Prognose: 0,7%). Im nächsten Jahr erwartet das wiiw ein Anziehen des Wachstums auf 1,3 % (IEF-Prognose: 1,1%).
Vasily Astrov, der Russland-Experte des wiiw, erklärte Ende Juli im Russland-Podcast der österreichischen Zeitung „Die Presse“ im Gespräch mit Eduard Steiner jedoch, dass er inzwischen seine Wachstumsprognose für Russland noch weiter senken würde (Minute 17:30).
Astrov betont in dem Gespräch zwar erneut, dass er die heutige Situation der russischen Wirtschaft nicht als eine „akute Krise“ bezeichnen würde. Bei einer akuten Krise handele es sich meistens um einen „Inflationssprung“, eine Währungsabwertung oder einen zweistelligen oder „einen großen“ BIP-Rückgang. Das alles, so Astrov, sehen wir in Russland derzeit nicht. Es handele sich eher um eine „Stagnation“. Heute würde er übrigens seine Prognose für das diesjährige Wachstum der russischen Wirtschaft noch niedriger ansetzen („wahrscheinlich Richtung Null“). „So oder so“ sei Russland in einer „Stagnation“.
Schätzung des VEB-Instituts: Im Juni wuchs das BIP
Das Forschungsinstitut der staatlichen Entwicklungsgesellschaft VEB hat auf der Basis der Rosstat-Zahlen berechnet, wie sich das reale Bruttoinlandsprodukt im Verlauf des ersten Halbjahres von Monat zu Monat saison- und kalenderbereinigt entwickelt hat. Im Juni 2026 wuchs das BIP laut seiner Schätzung gegenüber dem Vormonat Mai um 0,3 %.
Index des realen Bruttoinlandsprodukts,
saison- und kalenderbereinigt (Jan. 2014=100)

VEB-Institut: Weltwirtschafts- und Marktausblick (24.–30. Juli 2026), 31.07.26
Zur Produktionsentwicklung in den Wirtschaftsbereichen stellt das VEB-Institut fest: Haupttreiber des Wachstums im Juni war der Bausektor. Auch der Güterverkehr, die Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie der Groß- und Einzelhandel entwickelten sich positiv. Bergbau, Verarbeitendes Gewerbe, Personenverkehr, Landwirtschaft, Gastronomie und Dienstleistungen verzeichneten hingegen im Juni einen Rückgang der Produktion gegenüber Mai.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 beschleunigte sich das BIP-Wachstum laut Schätzung des VEB-Instituts auf 1,2 %, etwas stärker als das Wirtschaftsministerium schätzt (+1,1 %; Interfax). Im zweiten Quartal 2026 stieg das BIP im Vorjahresvergleich um 0,9 %, so das VEB-Institut und auch das Ministerium. Zu beachten ist bei Vergleichen mit den jeweiligen Quartalen des Jahres 2025 die Wirkung des „Kalendereffekts“. Im zweiten Quartal 2026 gab es drei Arbeitstage mehr als im Vorjahresquartal. Im ersten Quartal 2026 war die Zahl der Arbeitstage hingegen um drei Tage geringer als ein Jahr zuvor.
BOFIT: „Leichte Erholung“ der Wirtschaft nach „schwachem Start“ ins Jahr 2026
Das Forschungsinstitut BOFIT der finnischen Zentralbank, das vor allem zur Entwicklung in den „emerging economies“ Russland und China forscht, erinnert in seinem jüngsten Wochenbericht „BOFIT Weekly“ daran, dass Russlands gesamtwirtschaftliche Produktion im ersten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um 0,2 % gesunken ist.
Gleichzeitig verweist das Institut darauf, dass die Produktion in den fünf wichtigsten Wirtschaftsbereichen im Zeitraum Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahr laut Rosstat um 0,2 % gewachsen ist (s.a. Finmarket.ru). Dieser Anstieg in den fünf „Kernbereichen“ der Wirtschaft (Landwirtschaft, Industrieproduktion, Baugewerbe, Güterverkehr sowie Groß- und Einzelhandel) deutet nach Einschätzung von BOFIT darauf hin, dass sich die Produktion der Gesamtwirtschaft nach dem „schwachen Jahresbeginn“ „leicht erholt“ hat.
Tatsächlich ist das reale Bruttoinlandsprodukt ja nach Schätzung des Wirtschaftsministeriums im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % gewachsen (RBC). Wegen des Rückgangs im ersten Quartal um 0,2 % ergab sich für das gesamte erste Halbjahr laut dem Ministerium aber nur ein BIP-Anstieg um 0,3 %.
Das Wachstum im ersten Halbjahr wurde vor allem von der Industrie getragen
BOFIT kommentiert in seinem Wochenbericht die Rosstat-Daten für das gesamte erste Halbjahr 2026 unter anderem so:
Das Wachstum in den ersten sechs Monaten wurde vor allem von der Industrieproduktion getragen. Sie stieg insgesamt um 0,4 % (Finmarket.ru). Der Anstieg basierte fast ausschließlich auf der Steigerung der Produktion von Rüstungsprodukten im „Verarbeitenden Gewerbe“.
Hierbei stiegen:
- die „Produktion von sonstigen Transportmitteln“ um rund 32 %,
- die „Produktion von sonstigen Metallerzeugnissen“ um 9 %,
- die „Produktion von Computern und optischen Geräten“ um 4 %
- und die „Produktion von pharmazeutischen Produkten“ um 14 %.
Die Produktion in anderen Bereichen des „Verarbeitenden Gewerbes“ sowie im Bergbau ging im ersten Halbjahr leicht zurück.
Der Anstieg der Industrieproduktion flaute in den letzten Jahren ab
Die folgende BOFIT-Abbildung zeigt die monatliche Entwicklung der gesamten Industrieproduktion und ihrer beiden größten Teilbereiche. Das sind der Bereich „Bergbau und Förderung von Rohstoffen“ („Mining & quarrying“) sowie der Bereich „Verarbeitendes Gewerbe“ („Manufacturing“).
Das Wachstum der Industrie hat sich verlangsamt
Veränderungen der Produktion zum Vorjahresmonat in % in der Industrie insgesamt, im Bereich „Bergbau, Förderung von Rohstoffen“ und im „Verarbeitenden Gewerbe“

BOFIT, Bank of Finland: BOFIT Weekly, 30.07.26
Insgesamt stieg die Industrieproduktion im Juni 2026 im Vergleich zum Juni 2025 um 0,6% (mittlere dunkelblaue Linie). Dabei sank die Produktion im Bereich „Bergbau, Förderung von Rohstoffen“ erneut (-2,4%; untere grüne Linie). Die Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ stieg hingegen im Juni im Vorjahresvergleich um 2,6 % (obere schwarze Linie).
BOFIT weist darauf hin, dass sich die durch die Drohnenangriffe der Ukraine verursachten Produktionsausfälle insbesondere im Rückgang der „Produktion von Koks- und Erdölprodukten“ zeigen. Hier sank die Produktion im Juni gegenüber dem Vormonat Mai um rund 12 %. Sie lag 22 % unter dem vor einem Jahr im Juni 2025 erreichten Niveau.
Kräftige Beiträge zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum im ersten Halbjahr leisteten, so BOFIT, auch die deutlich höheren realen Umsätze im Einzelhandel (+5,4 %) und im Hotel- und Gaststättengewerbe (+6,1 %). Die Wachstumsrate der übrigen privaten Dienstleistungen (+2,6 %) verlangsamte sich jedoch leicht.
Die Entwicklung der wichtigsten Branchen im Überblick
Die Chefvolkswirtin des Börsenunternehmens FINAM, Olga Belenkaya, hat wieder detailliert zusammengestellt, wie sich die wichtigsten Wirtschaftszweige im letzten Monat und seit Jahresbeginn 2026 entwickelt haben. Die folgende Tabelle bietet außerdem die Möglichkeit zu einem Vergleich mit der Konjunkturlage vor einem Jahr im Juni 2025.
Konjunkturindikatoren Juni 2026 im Vergleich mit Juni 2025
Veränderungen gegenüber Vorjahr im Juni 2026 und im ersten Halbjahr 2026 in %
| Juni 2026/ Juni 2025 |
Juni 2025/ Juni 2024 |
Jan.–Juni 2026/ Jan.–Juni 2025 |
Jan.–Juni 2025/ Jan.–Juni 2024 |
|
|---|---|---|---|---|
| Industrieproduktion insgesamt | 0,6 | 2,1 | 0,4 | 0,8 |
| Bergbau | -2,4 | -1,1 | -0,5 | -2,8 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 2,6 | 4,5 | 0,7 | 3,7 |
| Großhandel | 2,7 | -2,9 | 1,0 | -3,5 |
| Transportgewerbe, Frachtumschlag | 1,9 | 1,5 | -0,6 | -0,3 |
| Bauproduktion | 3,5 | 0,0 | -5,0 | 3,5 |
| Landwirtschaftliche Produktion | -2,9 | 1,5 | -0,8 | 1,1 |
| Einzelhandel/Dienstleistungen, reale Umsätze | 6,0 | 4,8 | ||
| Einzelhandel insgesamt | 7,3 | 3,4 | 5,4 | 3,1 |
| Einzelhandel mit Lebensmitteln | 4,6 | 2,2 | 3,1 | 2,2 |
| Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln | 9,8 | 4,6 | 7,6 | 3,8 |
| Kostenpflichtige Dienstleistungen | 1,7 | 3,3 | 2,6 | 3,1 |
| Gastgewerbe | 6,5 | 6,4 |
Lohneinkommen, nominal und real
| Mai 2026/ Mai 2025 |
Mai 2025/ Mai 2024 |
Jan.–Mai 2026/ Jan.–Mai 2025 |
Jan.–Mai 2025/ Jan.–Mai 2024 |
|
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittl. Nominallohn | 10,1 | 14,5 | 13,3 | 14,3 |
| Durchschnittl. Reallohn | 4,5 | 4,2 | 7,2 | 3,8 |
Quelle: Olga Belenkaya; Finam.ru: Ergebnisse Juni und erstes Halbjahr 2026; 30.07.26
Olga Belenkaya: „Die Nachhaltigkeit des Konsumwachstums ist ungewiss“
Belenkaya nimmt in ihrer Analyse unter anderem die Entwicklung des Konsums unter die Lupe. Sie stellt fest:
Laut dem Wirtschaftsministerium stieg der reale Gesamtumsatz des Einzelhandels, der Dienstleistungen für die Bevölkerung und der Gastronomie im Juni 2026 im Vorjahresvergleich um 6,0 %. Im ersten Halbjahr 2026 betrug das Wachstum dieser Konsumaktivitäten 4,8 % gegenüber dem Vorjahr (+6,0 % im zweiten Quartal 2026).
Das jährliche Wachstum des gesamten Einzelhandelsumsatzes verlangsamte sich im Juni im Vergleich mit dem Wachstum im Mai leicht und erreichte 7,3 %. Dabei stieg der Umsatz mit Lebensmitteln um 4,6 %, während der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln rund doppelt so stark um 9,8 % gegenüber dem Vorjahr zunahm.
Zu diesen starken Wachstumsraten meint Belenkaya aber: „Die Nachhaltigkeit dieses Konsumwachstums ist ungewiss.“ Sie weist darauf hin, dass sich das Wachstum der Löhne verlangsamt hat.
Lesetipps
Deutsch-Russische Auslandshandelskammer
- Trotz steigender Inflationserwartung: Zentralbank senkt Leitzins auf 14%, 28.07.26
- Kraftstoffkrise: Top-Exporteur Russland setzt auf Importe, 21.07.26; Benzinkrise in Russland, 30.06.26
- Russlands Banken: Rekordgewinn, Kreditkrise und Bankenschwund, 14.07.26
„Die Presse“-Podcast: Russland – Gas, Sanktionen, Oligarchen
- Hat die Ukraine nun endgültig einen Hauptnerv der russischen Wirtschaft getroffen? Nach den Ölraffinerien setzen ukrainische Drohnenangriffe nun die Logistiklager des größten russischen Online-Händlers Wildberries in Brand. Hunderttausende Unternehmer sind betroffen. Wie angeschlagen ist die Wirtschaft? Ökonom Vasily Astrov (WIIW) im Gespräch mit Eduard Steiner; 47 Min., 29.07.26
- „Sind es nun die ukrainischen Drohnen, die Putin zu Fall bringen werden?“ Ex-Oberst Wolfgang Richter und Ökonom Vasily Astrov (WIIW) diskutieren mit Eduard Steiner, wie weit die Ukraine bei der Waffentechnologie ist, in welche Eskalationsgefahr der Westen mit Russland gerade schlittert und wie viel von der russischen Ölindustrie bereits zerstört ist (Min. 18-34); 49 Min., 15.07.26
Aktuelle Konjunkturentwicklung im Juni und im ersten Halbjahr; Wirtschaft insgesamt
- russland.capital: Russlands Unternehmensbilanzen zeigen ein gespaltenes Wirtschaftsbild, 01.08.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Ergebnisse für Juni und das erste Halbjahr: Verlangsamtes Wachstum der Löhne und Realeinkommen; Inflationsrisiken entstehen auch durch Angriffe auf Warenlager; 30.07.26
- BOFIT, Bank of Finland: BOFIT Weekly: Weak first half for Russian economy; EU expands sanctions; 30.07.26
- Finmarket.ru: Laut Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung wuchs das russische BIP im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent und im ersten Halbjahr um 0,3 Prozent. 29.07.26
- Finmarket.ru: Die Produktion in den Kernbereichen der Russischen Föderation stieg im Juni um 1,8% und im ersten Halbjahr um 0,2%. 29.07.26
- Finmarket.ru: Der Umsatz im russischen Einzelhandel stieg im Juni um 7,3%. 29.07.26
- Finmarket.ru: Das Gehaltswachstum in Russland betrug im Mai 4,5%, nach 5,1% im April. 29.07.26.
- Finmarket.ru: Das real verfügbare Einkommen der russischen Bevölkerung stieg im zweiten Quartal um 1,5%. 29.07.26
- Finmarket.ru: Die Arbeitslosigkeit in Russland erreichte im Juni wieder 2,2%, nachdem sie im Mai mit 2,1% einen Tiefstand erreicht hatte; 29.07.26
- InvestFuture; TASS: Der Umsatz der russischen Gastronomiebranche stieg im Juni 2026 um 6,5%; 29.07.26
- RBC.ru: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung meldete im Juni einen deutlichen Anstieg des BIP-Wachstums. 29.07.26
- Vedomosti: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung berichtete, dass das russische BIP im Juni um 1,1% gewachsen sei. Im Mai stieg der Indikator um 0,3 %. 29.07.26
- Fnp.de; Christoph Gschoßmann; Putin kämpft an zwei Fronten: Zentralbank senkt Wachstumsprognose auf null, 29.07.26
- t-online: Selfmade-Milliardärin Tatjana Kim. Die mächtigste Händlerin Russlands, Ukrainische Drohnen greifen Standorte des Onlinehändlers Wildberries an; 29.07.26
- Merkur.de; Carmen Mörwald: Limit: Russlands Wirtschaft schwächelt. Ein Experte warnt nun vor einer möglichen Eskalation in der Ukraine. „Egal zu welchen Konditionen“: Ökonom Astrow erklärt, warum Frieden Russlands Wirtschaft retten würde, 28.07.26
- CMASF: Industrieproduktion im Juni; 27.07.26
- Kyiv School of Economics: Russia Chartbook: Stalled Domestic Borrowing Poses Threat to Budget Financing; Energy Windfall Fades as Oil Prices Moderate, 29.07.26
- Politcom.ru-Wochenbericht; Nikita Maslennikow: Die Wirtschaftstätigkeit kühlt sich wieder ab, 24.07.26
- Trading Economics; Larissa Caser: Russia Industrial Production Rebounds in June, 22.07.26
- FocusEconomics: Russia Industrial production June 2026, 22.07.26
- Finmarket.ru: Die Industrieproduktion in Russland stieg im Juni um 0,6%, nachdem sie im Mai um 0,7% gesunken ist. 22.07.26
- FR.de; Nils Thomas Hinsberger: Putins Zahlenspiel: Was der Kreml verschweigt, wenn er von „Stabilität“ spricht, 26.07.26
- Focus online; Cedric Kienhöfer: Ukraine attackiert „Nervenzentren der russischen Wirtschaft”. Mehrere ukrainische Angriffe treffen Lager des Onlinehändlers Wildberries, 26.07.26
- Tagesschau.de, Silke Diettrich: Angriffe auf Wildberries. Der Krieg erreicht "Russlands Amazon", 25.07.26
- MDR-Interview mit Wassili Astrow: Ukraine-Krieg. Russlands Wirtschaft ist getroffen. Einziger Kriegsgewinner ist die Rüstungsindustrie. Doch in der Bevölkerung herrscht Unmut; 25.07.26
- Bond Guide: Ukraine stichelt erfolgreich gegen Russland und bringt dessen Staatsfinanzen unter Druck. Russland kämpft mit steigenden Finanzierungskosten, wachsendem Budgetdefizit und neuen Drohnenangriffen auf zivile Logistik. Zugleich verharrt die Inflation auf hohem Niveau. Das berichten Alexandra Prokopenko und Alexander Kolyandr in ihrer aktuellen Analyse für The Bell. 25.07.26
- CMASF: Analyse makroökonomischer Trends, 24.07.26
- Reporter; Andrey Elistratov: Ein Experte wies auf das Hauptproblem der russischen Wirtschaft hin, 23.07.26; Juri Baranchik: Kommentar zur makroökonomischen Basisanalyse des CMASF, 23.07.26
- russland.capital: Russlands Unternehmerverband warnt vor Konkurswelle im Herbst, 23.07.26
- Politico.eu; Geoffrey Smith: Ukraine’s drone strikes pile pressure on Russian economy. As its refineries and warehouses burn, Russia’s financial markets are starting to freeze, 22.07.26
Konjunkturprognosen
- IEF-RAS: Quarterly forecast of macroeconomic indicators of the Russian Federation, 30.07.26
- Kommersant; Dmitry Kuvalin, Stellvertretender Direktor des Instituts für Wirtschaftsprognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften: Ein Finger im Himmel. Warum makroökonomische Prognosen unzuverlässig sind; in: Kommersant: „Geld“. Anhang Nr. 20 vom 30. Juli 2026
- Kommersant; Artem Chugounov: Die Verbraucher verlieren das Vertrauen, 29.07.26
- Vedomosti: Die Sberbank hat ihre Inflations- und BIP-Prognose für Ende 2026 nach unten korrigiert. 29.07.26
- Finmarket.ru: Die VTB hat ihre Gewinnprognose für 2026 präzisiert und rechnet mit einem Gewinn von rund 600 Milliarden Rubel. Gleichzeitig revidierte sie ihre makroökonomischen Prognosen, 28.07.26
- Kommersant; Artem Chugunov: Zwischen Stabilisierung und einem leichten Rückgang. Die russische Zentralbank und Analysten haben ihre Prognosen für das zweite Halbjahr 2026 aktualisiert; 27.07.26
- Finmarket.ru: Die Zentralbank der Russischen Föderation hat ihre erste Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2029 veröffentlicht – ein Anstieg von 1,5 bis 2,5 Prozent, 24.07.26
- Russische Zentralbank: Bank of Russia’s medium-term forecast following the Bank of Russia Board of Directors’ key rate meeting on 24 July 2026, 24.07.26
- Eurasian Fund for Stabilization and Development: Regional Economic Outlook, 16.07.26
- russland.capital: Russlands Wirtschaft wächst kaum noch – hohe Zinsen bleiben länger, 16.07.26
- Radio "Kommersant FM"; Leonid Pasternak: Die Inflation hat das Budget umgeschrieben. Was Unternehmer über die Wirtschaftsprognosen der Zentralbank sagen, 16.07.26
Kraftstoffversorgung, Energiewirtschaft
- bne Intellinews; Ben Aris: The Russia, Ukraine drone war shifts to crippling ports, 01.08.26
- bne Intellinews: Ukraine's refinery campaign is turning oil into Russia's weakest economic link, Riddle Russia's Vakhtang Partsvania argues that Kyiv's shift from export terminals to refineries has found the one part of Russia's oil sector that sanctions alone could never touch: domestic fuel supply, 01.08.26
- DW.com; DW auf Russisch: Der Angriff der Ukraine auf Wildberries: Ursachen und Folgen, u.a.:
Oleg Loginov: Angriffe auf Wildberries: Kaskadeneffekt auf die russische Wirtschaft, Die Unterbrechung der Nachschubwege zur Front ist nur eines der Ziele der Angriffe, 30.07.26 - Finmarket.ru: Die Benzinpreise in Russland stiegen vom 21. bis 27. Juli um 0,56%, während die Dieselpreise um 0,06% sanken. 29.07.26
- Interfax.com: Fuel situation in Russia stabilizing, several oil refineries operating again – Russian deputy PM, 27.07.26
- ntv.de; Caroline Amme: Moskaus neue Tankstelle. Russland kauft sein Rohöl aus Indien zurück – als raffiniertes Benzin; auch als Podcast „Wieder was gelernt verfügbar; 23.07.26
- russland.capital: Russlands Regierung meldet Entspannung auf dem Treibstoffmarkt, 22.07.26
- ntv.de; Max Borowski: Warnung vor Diesel-Engpass. Zerstörung russischer Raffinerien treibt europäische Spritpreise in die Höhe, 22.07.26
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer; Analyse: Kraftstoffkrise: Top-Exporteur Russland setzt auf Importe, 21.07.26
- Meduza; Julia Starostina: How much damage can Russia’s fuel crisis do to the economy? 21.07.26
Preisentwicklung
- Finmarket.ru: Die Benzinpreise in Russland stiegen vom 21. bis 27. Juli um 0,56%, während die Dieselpreise um 0,06% sanken. 29.07.26
- russland.capital: Russlands Inflation steigt auf 5,8 Prozent – Bevölkerung erwartet fast 15 Prozent, 23.07.26
- Finanzmarktwelt; Josephine Bollinger-Kanne: Russland im Griff von Kraftstoffkrise und Ausgabenspirale. Ukraine-Krieg zeigt immer stärker seine Auswirkungen; 15.07.26
- Russische Zentralbank, PM: Inflation in Russland Nr. 6 (126) • Juni; 15.07.26
- Bank of Russia: Price growth accelerates in June due to one-off factors, 15.07.26
Geldpolitik: Berichte zur Leitzinssenkung am 24. Juli
- Politkom.ru; Marina Voitenko: Die russische Zentralbank senkte den Leitzins und verschärfte das Signal, 31.07.26
- Kommersant; Vitaly Gaidaev: Die Wirtschaft wartet auf Veränderungen. Nach Angaben des Russischen Verbandes der Industriellen und Unternehmer (RSPP) führt der hohe Leitzins der Zentralbank zu einer Welle von Insolvenzen. Kommersant: „Geld“. Anhang Nr. 20 vom 30. Juli 2026, S. 8; 30.07.26
- bne Intellinews, Ben Aris: Analysts split on how far Russia's key rate still has to fall, 28.07.26
- Merkur.de: Putin kämpft an zwei Fronten: Zentralbank senkt Wachstumsprognose auf null, 27.07.26
- Finam.ru; Victor Tunev, Truevalue Telegram-Kanal: Die mittelfristige Prognose der Zentralbank bleibt weiterhin hinter den Erwartungen für das BIP-Wachstum zurück. Obwohl sie im Hinblick auf die Dynamik von M2, Krediten und Zinssätzen realistischer geworden ist, 27.07.26
- Lviv Herald; in cooperation with Prognoz News www.prognoznews.co.uk: Russia’s Economy Encounters the Limits of War, 26.07.26
- russland.capital: Russlands Zentralbank senkt Leitzins auf 14 Prozent – und warnt zugleich vor neuer Inflation, 25.07.26
- Tagesschau.de, Björn Blaschke: Russische Zentralbank senkt Leitzins erneut, 24.07.26
- Finam.ru; Dmitry Nikitin: Kurzlebige Freude. Welche Auswirkungen werden die Entscheidungen der Zentralbank auf den Markt und die Wirtschaft haben? 24.07.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Die russische Zentralbank – eine unerwartete Senkung des Leitzinses, ein erwarteter Übergang zu einem neutralen Signal und eine Verschärfung der makroökonomischen Prognose. Der prognostizierte Anstieg des durchschnittlichen Leitzinses ist eher moderat; 24.07.26
Geldpolitik; Russische Zentralbank: Leitzinssenkung von 14,25 auf 14,0 Prozent und neue Prognosen
- Russische Zentralbank: Statement by Bank of Russia Governor Elvira Nabiullina in follow-up to Board of Directors meeting on 24 July 2026, 24.07.26
- Russische Zentralbank: Bank of Russia cuts the key rate by 25 bp to 14.00% p.a., 24.07.26
- Russische Zentralbank: Bank of Russia’s medium-term forecast following the Bank of Russia Board of Directors’ key rate meeting on 24 July 2026, 24.07.26
Finanzpolitik; Staatshaushalt
- Finanzmarktwelt; Dói Ennoson: China verweigert Hilfe. Geldnot im Kreml: Keine Käufer mehr für Russlands Anleihen. Zinsen über 16 Prozent, 29.07.26
- Vedomosti: Der Föderale Steuerdienst rechnet mit einem weiteren Wachstum der Nicht-Öl- und Nicht-Gas-Einnahmen des russischen Staatshaushalts, 29.07.26; Föderaler Steuerdienst: Die Mehrwertsteuererhöhung auf 22% brachte dem Staatshaushalt im ersten Halbjahr 426 Milliarden Rubel ein; 29.07.26;
- Fakti.bg, Milen Ganev: Politico: Russische Wirtschaft bricht unter Druck zusammen. Kiews neue Taktik: Massive ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe bringen das Finanzsystem des Kremls an den Rand des Zusammenbruchs. 25.07.26
Außenwirtschaft, Sanktionen
- Carnegie Europe; Rym Momtaz: Are the EU’s Watered-Down Russia Sanctions Better than None? The EU had to compromise to adopt a twenty-first sanctions package against Russia, exposing growing cracks in the union’s resolve. 28.07.26
- Bundeszentrale für Politische Bildung; Sebastian Hoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZoiS): Was bleibt von den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Russland? 29.07.26
Politisches Umfeld
- Finanzmarktwelt; Josephine Bollinger-Kanne: Russland zwischen Wirtschaftszusammenbruch und Nordkorea. Rückabwicklung hin zu Gelenkter Wirtschaft – Russland tendiert zu einem Zusammenbruch wie Anfang der neunziger Jahre; 27.07.26
- Bloomberg Podcasts: Russland sieht sich in der Ukraine wachsendem Druck gegenüber. Andrew Kramer, Leiter des Kiewer Büros der New York Times, sagt, die für nächste Woche erwarteten, von den USA unterstützten Gespräche böten eine Chance, die ins Stocken geratenen Verhandlungen wieder aufzunehmen, doch die großen Meinungsverschiedenheiten über die Kontrolle der Donbass-Region blockierten weiterhin Fortschritte, 25.07.2026
- Der Standard-Interview von Florian Niederndorfer: Historiker Timothy Snyder: "Putin führt den Krieg nur mehr wegen Trump", 26.07.26
- Kommersant.ru: „Legt die ganze Sache auf Eis.“ Kassym-Jomart Tokajew machte Wladimir Putin einen Heiratsantrag und sprach dabei über den Krieg in der Ukraine. Am 25. Juli reiste der russische Präsident Wladimir Putin zum 22. russisch-kasachischen interregionalen Kooperationsforum nach Omsk. Dort traf er mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew zusammen, 26.07.26


