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Die Russland-Prognosen von Weltbank und IWF gehen etwas auseinander
Russland · 21.04.2026

Die Russland-Prognosen von Weltbank und IWF gehen etwas auseinander

Energiepreise treiben Prognosen nach oben – aber strukturelle Schwächen begrenzen das Wachstum der russischen Wirtschaft.


Autor: Klaus Dormann


Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds veröffentlichten anlässlich ihrer gemeinsamen Frühjahrstagung in der letzten Woche neue Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft. Mitte Januar hatten die beiden Internationalen Wirtschaftsorganisationen noch völlig übereinstimmend erwartet, dass die russische Wirtschaft im Jahr 2026 ein Wachstum von 0,8 Prozent erreicht, das sich 2027 auf 1,0 Prozent beschleunigen werde.

Die Folgen des inzwischen eingetretenen starken Anstiegs der Energiepreise auf die russische Wirtschaft schätzen IWF und Weltbank aber offenbar etwas unterschiedlich ein.

Der IWF sieht Russland wohl eher als „Profiteur“ des Energiepreisanstiegs. Er erhöhte jedenfalls seine Januar-Prognose für Russlands diesjähriges Wirtschaftswachstum von 0,8 jetzt auf 1,1 Prozent. Die Weltbank hielt hingegen an ihrer im Januar auf 0,8 Prozent gesenkten Wachstumsprognose für die russische Wirtschaft im Jahr 2026 fest.

Und im nächsten Jahr erwartet die Weltbank, dass sich Russlands Wirtschaftswachstum noch etwas weiter auf 0,7 Prozent abschwächen wird. Der IWF geht hingegen davon aus, dass die russische Wirtschaft 2027 erneut um 1,1 Prozent wachsen dürfte.

Aktuelle Wachstums-Prognosen für Russland im Überblick

Der Unterschied der Wachstumsprognosen von IWF und Weltbank für 2026 ist mit 0,3 Prozentpunkten aber gering. Die Prognosen von IWF und Weltbank liegen mit 1,1 Prozent und 0,8 Prozent etwa in der Mitte der Spanne von 0,5 bis 1,5 Prozent, die die russische Zentralbank im Februar für das diesjährige Wachstum der russischen Wirtschaft genannt hat. Am nächsten Freitag wird die Zentralbank bei der Aktualisierung ihrer „Mittelfristigen Wirtschaftsprognosen“ anlässlich ihres Leitzinsentscheides vermutlich bei dieser Wachstumsprognose bleiben. Dafür spricht jedenfalls das Ergebnis der Analysten-Umfrage, die die Zentralbank zur Vorbereitung der Leitzinsentscheidung wieder durchführte. Dabei ergab sich, dass die rund 30 Teilnehmer im Mittelwert weiterhin davon ausgehen, dass die russische Wirtschaft 2026 wie bereits 2025 um 1,0 Prozent wachsen dürfte.

BIP-Prognosen für Russland 2024 bis 2027
Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Weltbank: Russlands Wachstum sinkt 2026 und 2027 noch etwas weiter

Die Weltbank veröffentlichte auf ihrer „Poverty and Inequality Platform (PIP)“ eine Aktualisierung ihres „Macro Poverty Outlook“ für die Russische Föderation. In diesem „Länderbericht“ analysiert sie die Entwicklung der  Konjunktur in Russland ausführlicher als in ihrem „Europe and Central Asia Economic Update“ .

Der folgende Ausschnitt aus einer Tabelle zeigt, dass die Weltbank in den Jahren 2026 bis 2028 in Russland nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,7 bis 0,8 Prozent pro Jahr erwartet.

Weltbank: Verwendung des realen Bruttoinlandsprodukts in Russland

World Bank; Poverty and Inequality Platform (PIP):
Country Profile: Russian Federation; Macro Poverty Outlook Russian Federation; 07.04.26

Zusammengefasst erläutert die Weltbank ihre Russland-Prognosen so:

Die Prognosen sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Sie gehen von einer „vorübergehenden Störung“ der globalen Energieversorgung aus. Im Jahresdurchschnitt 2026 werden die Preise für Brent-Rohöl voraussichtlich um 36 Prozent, für Erdgas um 67 Prozent und für Düngemittel um 20 Prozent steigen.

Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts dürfte sich 2026 auf 0,8 Prozent verlangsamen. Infolge der restriktiven Geldpolitik und höherer Mehrwertsteuersätze verlangsamt sich der Anstieg des Konsums.

Die fiskalischen Wachstumsanreize werden voraussichtlich „begrenzt“ sein. Das Haushaltsdefizit wird sich 2026 dank der höheren Einnahmen durch den Anstieg der Energiepreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten voraussichtlich verringern und dann in den Jahren 2027–2028 allmählich auf rund 3,4 Prozent des BIP ansteigen.

Für die Jahre 2027 und 2028 wird ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent prognostiziert. Der Nachfragedruck wird aufgrund der voraussichtlich anhaltend restriktiven Geldpolitik nachlassen. Die Möglichkeiten für fiskalische Wachstumsimpulse dürften bei niedrigeren Energiepreisen weiter abnehmen. Es wird erwartet, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer den Konsum weiter dämpfen wird.

Wie die folgende Abbildung zeigt wird das Wirtschaftswachstum aber im gesamten Zeitraum 2026 bis 2028 vom Anstieg des Privaten Verbrauchs (blaue Säulenteile) und des Staatsverbrauchs (dunkelbraune Säulenteile) getragen. Die Veränderung der Brutto-Anlageinvestititonen (dunkelblaue Säulenteile) und der Netto-Ausfuhren (rosa Säulenteile) bremst hingegen das BIP-Wachstum.

Reales Wirtschaftswachstum in Prozent gegenüber dem Vorjahr (violette Linie),
Wachstumsbeiträge der Verwendungsbereiche in Prozentpunkten

World Bank: Macro Poverty Outlook Russian Federation; 07.04.26

Das Tempo des Rückgangs der Inflationsrate wird sich wegen der erwarteten starken Inflationsimpulse aus dem Ausland im Jahr 2026 voraussichtlich verlangsamen. Mittelfristig wird der Anstieg der Verbraucherpreise aber sinken, Voraussichtlich 2028 wird das Inflationsziel der Zentralbank von 4 Prozent erreicht werden. Die preistreibenden  externen Faktoren werden allmählich wegfallen.

Der Leistungsbilanzüberschuss wird dank der gestiegenen Energiepreise im Jahr 2026 voraussichtlich auf 2,6 Prozent des BIP steigen (siehe violette Linie in der folgenden Abbildung). In den Jahren 2027–2028 dürfte er sich aufgrund sinkender Energiepreise wieder verringern.

Außenwirtschaftliche Entwicklung: Leistungsbilanz und Außenhandel
blaue Säulen: Ausfuhr; Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent; linke Skala
graue Säulen: Einfuhr, Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent; linke Skala violette Linie: Leistungsbilanzsaldo in Prozent des BIP; rechte Skala

World Bank: Macro Poverty Outlook Russian Federation; 07.04.26

IWF: Russlands Wachstum beschleunigt sich 2026 auf 1,1 Prozent

Anders als die Weltbank hat der IWF seine Prognose für das diesjährige Wachstum der russischen Wirtschaft in der letzten Woche nicht gesenkt, sondern von 0,8 auf 1,1 Prozent angehoben (siehe Ostwirtschaft.de). Am Freitag berichtete das Forschungsinstitut der staatlichen Entwicklungsgesellschaft VEB.RF über die neue IWF-Prognose zusammengefasst unter anderem:

Der IWF hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2026 aufgrund des Konflikts im Nahen Osten nach unten korrigiert. Seine Erwartungen für Russlands Wachstum hob er angesichts steigender Energiepreise jedoch an.

Im Falle eines raschen Endes des militärischen Konflikts und einer Normalisierung des Ölmarktes bis Mitte des Jahres wird das globale Wirtschaftswachstum laut dem IWF

2026 3,1 Prozent betragen (-0,2 Prozentpunkte gegenüber der Januar-Prognose, siehe erste Zeile in der folgenden Tabelle des VEB-Instituts).

Die Prognosen für das diesjährige Wachstum in den meisten großen Volkswirtschaften und Staatengemeinschaften wurden gesenkt (USA: -0,1 Prozentpunkte; Eurozone: -0,2; Großbritannien: -0,5; Kanada: -0,1; China: -0,1 Prozentpunkte). Die Prognosen für Russland und Brasilien wurden hingegen deutlich angehoben (um jeweils 0,3 Prozentpunkte).

BIP-Prognosen des IWF nach Ländern
Reales Bruttoinlandsprodukt, Wachstum gegenüber Vorjahr in %;
Änderungen der BIP-Prognosen gegenüber den Januar-Prognosen in Prozentpunkten

Institut der staatlichen Entwicklungsgesellschaft VEB.RF:
Weltwirtschaft und Märkte, 10. April bis 16. April 2026; 17.04.26

Die Ölpreisprognose des IWF für 2026 wurde wegen der Transport- und Produktionsstörungen nach oben korrigiert. Der IWF geht jetzt davon aus, dass der Ölpreis (arithmetisches Mittel der Sorten Brent, WTI und Dubai) im Jahresvergleich um 21 % auf 82 US-Dollar steigt (siehe auch russland.capital).

OPEC-Sekretariat: Russlands Wachstum zieht 2026 sogar auf 1,3% an

Das Wiener OPEC-Sekretariat erwartet in seinem Mitte April veröffentlichten „Monthly Oil Market Report“ in Russland für das Jahr 2026 sogar weiterhin eine Beschleunigung des russischen Wirtschaftswachstums auf 1,3 Prozent. Diese Wachstumsrate prognostizierte bisher auch die russische Regierung. Wirtschaftsminister Reschetnikow kündigte jedoch an, dass die Prognose im April gesenkt werden dürfte. Das OPEC-Sekretatiat meint zur aktuellen Konjunkturentwicklung in Russland zusammengefasst unter anderem:

Nach einem moderaten Wachstum von 1,0 Prozent im Jahr 2025 ist für 2026 eine leichte Beschleunigung des Wachstums auf 1,3 Prozent zu erwarten. Angesichts des aktuellen Anstiegs der Rohstoffpreise erscheint die russische Wirtschaft „gut aufgestellt“.

Der Anstieg der globalen Rohstoffpreise wird sich aufgrund der weitgehenden „Selbstversorgung“ Russlands und der Möglichkeit der Regierung, Exportbeschränkungen zur Dämpfung der Inlandspreise zu verhängen, nur mäßig auf die Inflation auswirken.

Der Anstieg der Rohstoffpreise könnte der Regierung die Gelegenheit bieten, ihre Haushaltspolitik daran anzupassen. Sie wird ihre diesjährige Haushaltsplanung auf der Grundlage einer neuen gesamtwirtschaftlichen Prognose, die sie in den kommenden Wochen veröffentlicht wird, überarbeiten. Das Wachstum der russischen Wirtschaft dürfte 2026 zudem durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik und die anhaltend stabile Binnennachfrage gestützt werden. Gleichzeitig werden jedoch voraussichtlich „strukturelle Hemmnisse“ – darunter der anhaltende Arbeitskräftemangel, Kapazitätsengpässe und die weiterhin hohen Kreditkosten – Russlands Wachstumsaussichten weiterhin belasten.

Der Konsum dürfte der wichtigste Wachstumstreiber sein, gestützt durch ein anhaltendes Reallohnwachstum und eine damit einhergehende Erholung der privaten Kreditvergabe.

Mit steigenden Rohstoffpreisen haben sich zudem die Aussichten für Anlageinvestitionen, insbesondere im Bereich der Rohstoffgewinnung, verbessert.

Die Nettoexporte dürften 2026 und 2027 einen positiven Beitrag zum Wachstum leisten.

Die Verbraucherpreisinflation dürfte sich weiter abschwächen. Eine allmähliche Verlangsamung der Binnennachfrage dürfte in diesem Jahr die Preisentwicklung dämpfen. Die Inflationsrate dürfte im zweiten Halbjahr 2026 unter 5 % sinken.

Die Zentralbank senkte im März den Leitzins um weitere 50 Basispunkte, gestützt durch den nachlassenden Inflationsdruck. Es ist zu erwarten, dass die Zentralbank das Tempo der Zinssenkungen im April und möglicherweise darüber hinaus beibehalten wird.

Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage für Inflation, Leitzins und Wachstum

Die russische Zentralbank führte im Vorfeld ihrer nächsten Leitzinsentscheidung am 24. April vom 10. bis 14. April wieder eine Analysten-Umfrage durch (Survey Calendar). Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt der Ergebnisse dieser Umfrage.

Für das Jahr 2026 erwarten die rund 30 Teilnehmer folgende Entwicklung des Anstiegs der Verbraucherpreise, des Leitzinses und des Wachstums des realen Bruttoinlandsprodukts:

Der jährliche Anstieg des Indexes der Verbraucherpreise wird im Dezember 2026 mit 5,5 Prozent kaum niedriger als ein Jahr zuvor sein. Im Dezember 2025 ist die jährliche Inflationsrate bereits auf 5,6 Prozent gesunken. Ende 2024 hatte sie noch 9,5 Prozent erreicht.

Im Jahresdurchschnitt 2026 wird die jährliche Inflationsrate auf nur noch 5,6 Prozent sinken. Im Jahresdurchschnitt 2025 war sie mit 8,7 Prozent noch etwas höher als 2024 (+8,4 Prozent).

Der Leitzins wird im laufenden Jahr im Jahresdurchschnitt mit 14,1 Prozent um gut 5 Prozentpunkte niedriger sein als 2025 (19,2 Prozent).

Das jährliche Wirtschaftswachstum wird auch 2026 nur 1,0 Prozent erreichen – wie 2025.

Ergebnisse der Zentralbank-Umfrage vom 10.04. bis 14.04.2026 
(in Klammern Ergebnisse der März-Umfrage)

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.04.26 (Auszug)

Die Analysten erwarten einen langsameren Rückgang der Inflation als bisher

Die folgende Abbildung zeigt die voraussichtliche Entwicklung der Inflationsrate laut der Analysten-Umfrage. Die von der Zentralbank angestrebte Inflationsrate von 4,0 Prozent wird im Mittelwert der Einschätzungen der Umfrage-Teilnehmer erst Ende 2028 erreicht (dunkelrote Linie). Im Dezember 2026 werden die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat laut der Umfrage noch um 5,5 Prozent steigen. Auch Ende 2027 wird das Inflationsziel laut der Umfrage mit einem Preisanstieg von 4,4 Prozent noch merklich überschritten.

Im Vergleich mit den Ergebnissen der Zentralbank-Umfrage vom März (siehe eingeklammerte Daten in der Tabelle) haben sich die Inflationserwartungen der Analysten für Dezember 2026 von 5,3 Prozent auf 5,5 Prozent erhöht. Die durchschnittliche Inflationsprognose für Dezember 2027 stieg von 4,1 auf 4,4 Prozent.

Verbraucherpreisindex
Anstieg Dezember gegenüber Dezember des Vorjahres in %

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.04.26

Skeptische Wachstumsprognose für 2026: Das BIP steigt nur um 1,0 Prozent

Die Erwartungen der Umfrage-Teilnehmer zum Wirtschaftswachstum haben sich seit der Dezember-Umfrage kaum verändert. Im Jahr 2026 erwarten sie mit einem BIP-Anstieg von 1,0 Prozent weiterhin ein ebenso niedriges Wachstum wie 2025 erreicht wurde. Vom starken Anstieg der Energiepreise erwarten die Analysten also offenbar keine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, sondern allenfalls eine Stabilisierung. 

2027 rechnen sie zwar mit einem Anziehen des BIP-Anstieg auf 1,5 Prozent und 2028 auf 1,8 Prozent. Damit bleiben die Wachstumsprognosen der Analysten aber ab 2027 weit unter den bisherigen Prognosen der Regierung, die in ihrer Haushaltsplanung 2027 und 2028 mit Wachstumsraten von 2,8 Prozent und 2,5 Prozent rechnet.

Reales Bruttoinlandsprodukt
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent

Russische Zentralbank: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 15.04.26

Präsident Putin verbreitet auch keinen „Wachstumsoptimismus“

In einer einleitenden Rede zu Beratungen mit Regierungsmitgliedern zur Entwicklung der russischen Wirtschaft rückte Präsident Putin am 15. April den aktuellen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion in den ersten beiden Monaten in den Vordergrund (en.kremlin.ru). Er erklärte:

„Insgesamt ging das BIP im Januar und Februar um 1,8 % zurück. Das verarbeitende Gewerbe und die Industrieproduktion insgesamt erlitten Produktionsverluste, ebenso wie ein so systemrelevanter Sektor wie das Baugewerbe.“

Putin wies zwar erneut darauf hin, dass die Witterungsbedingungen zum verlangsamten Wirtschaftswachstum in den beiden Wintermonaten beigetragen haben. Außerdem habe in diesem Jahr der Januar zwei Arbeitstage und der Februar einen Arbeitstag weniger als 2025 gehabt. Der Präsident betonte jedoch gleichzeitig:

„Ich erwarte heute detaillierte Berichte über die aktuelle Wirtschaftslage und darüber, warum die Entwicklung der makroökonomischen Indikatoren derzeit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Wirtschaftsentwicklung liegt nicht nur hinter den Erwartungen von Experten und Analysten, sondern auch hinter den Prognosen der Regierung und der Zentralbank Russlands zurück.“

Er erwarte Vorschläge, welche zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden müssten, um das Wachstum der russischen Wirtschaft zu gewährleisten (russland.capital mit Video mit deutscher Übersetzung der Rede Putins; Die Presse, Berliner Zeitung+; Vedomosti; BBC-Video: Rosenberg-Presseschau).

Kremlsprecher Dmitri Peskow berichtete am nächsten Tag zu den Beratungen, der nicht-öffentliche Teil des Treffens habe mehrere Stunden gedauert. Es seien zahlreiche Vorschläge gemacht worden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Peskow lehnte es aber ab, Einzelheiten zu nennen, so ein Reuters-Bericht. Zu den Teilnehmern gehörten Ministerpräsident Michail Mischustin, der stellvertretende Kreml-Stabschef Maxim Oreschkin, der Erste Stellvertretende Ministerpräsident Denis Manturow, der Stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak, Zentralbankchefin Elwira Nabiullina und der Vorstandsvorsitzende der PSB Bank, Pjotr ​​Fradkow.

Viele Experten erwarten im ersten Quartal ein niedrigeres BIP als vor einem Jahr

Vedomosti befragte einige bekannte Analysten zur voraussichtlichen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktion im ersten und zweiten Quartal.

Im ersten Quartal 2026 rechnen sie im Vorjahresvergleich mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts um 0,5 bis 1,5 Prozent oder einer annähernden Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Produktion. Besonders skeptisch beurteilt Alexander Shirov, Direktor des Instituts für Wirtschaftsprognosen an der Russischen Akademie der Wissenschaften, die aktuelle Wachstumsentwicklung. Er meint, dass die „wirtschaftliche Abkühlung“ immer mehr russische Unternehmen erfasst hat und einen „Dominoeffekt“ auslöst. Die aufgestaute Nachfrage könnte die Produktionsentwicklung zwar stützen. Shirov geht aber davon aus, dass dies nur möglich wäre, wenn der Leitzins schneller gesenkt würde als es derzeit der Fall sei. Er erwartet, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion im ersten Quartal um 1 % bis 1,5 % sinken wird. Für das zweite Quartal prognostiziert er lediglich ein „Nullwachstum“.

Laut Yegor Susin, Leiter des Zentrums für Marktstrategien der Gazprombank, unterschreitet das Wirtschaftswachstum nicht nur aufgrund einmaliger Kalendereffekte, sondern auch aufgrund von Steuererhöhungen die Prognosen. Die Wirkung der zum Jahresbeginn erhöhten Haushaltsausgaben werde sich erst in der zweiten Jahreshälfte zeigen können.

Gleichzeitig merkt Susin an, dass es im zweiten Quartal drei Arbeitstage mehr geben wird. Er sieht kein Rezessionsrisiko. Die steigenden Preise für Russlands Ausfuhren würden im zweiten Quartal die Produktionsentwicklung zusätzlich stützen. Auch Shirov erwartet ein Wachstum der Außenhandelseinnahmen im April und Mai.

Marina Voitenco: Die Wirtschaftsaktivität liegt derzeit „unter dem Gefrierpunkt“

Die langjährige „wirtschaftspolitische Beobachterin“ der russischen Internet-Seite Politcom.ru, Marina Voitenco, gibt in ihrem jüngsten Wochenbericht folgenden Überblick zur Einschätzung der aktuellen Konjunkturentwicklung:

„Nach einem BIP-Rückgang von 1,8 % im Januar und Februar erwarten die meisten Experten im ersten Quartal eine negative BIP-Entwicklung mit Rückgängen zwischen 0,8 % und 1,5 %. Nur wenige Schätzungen gehen von einem Wachstum nahe null oder einem leichten Plus (bis zu 0,2 bis 0,4 %) aus. Die Investitionen dürften weiter sinken… .

Im zweiten Quartal wird sich die Lage dank der Exporte (vor allem aufgrund steigender Energie- und Düngemittelpreise) allmählich verbessern. Dennoch bleibt die Unsicherheit hinsichtlich der Aussichten für die weltwirtschaftliche Entwicklung äußerst hoch. Der Zeitpunkt für ein Ende des Konflikts im Nahen Osten ist ungewiss. Es bestehen weiterhin Risiken einer Eskalation und einer Verschlechterung des internationalen Handels und der Weltwirtschaft insgesamt. …

Die derzeit prognostizierte Wachstumsrate des russischen BIP im Jahr 2026 liegt bei durchschnittlich rund 1 %. Allerdings steigt auch der Anteil der Prognosen nahe null.

Die tatsächliche Wachstumsrate in diesem Jahr wird maßgeblich von den koordinierten Bemühungen der Regierung und der Währungsbehörden abhängen, das Preiswachstum auf etwa 5 % im Jahresvergleich zu senken und die Voraussetzungen für Investitionen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität zu schaffen.“

Finanzminister Siluanov: Das Defizit im Bundeshaushalt wird bald verschwinden

Beim Moskauer Börsenforum nahm der russische Finanzminister Anton Siluanov in einer Gesprächsrunde mit Wirtschaftsminister Reschetnikow und Zentralbankpräsidentin Nabiullina am 16. April zur Entwicklung des Bundeshaushalts Stellung. Er demonstrierte Zuversicht: Wegen des derzeitigen Haushaltsdefizits müsse man sich keine Sorgen machen, da es vorhersehbar war. Weil die Öl- und Gaseinnahmen im ersten Quartal zurückgegangen seien, seien die Einnahmen insgesamt im ersten Quartal leicht gesunken. Die aktuelle Entwicklung der Energiepreise kenne jeder. Das Defizit im Bundeshaushalt werde innerhalb eines Jahres ausgeglichen sein.

Zur Entwicklung des Rubel-Kurses merkte Silunaov an, der Wechselkurs werde mehrere Jahre lang stärker sein „als es vielen lieb sein dürfte“. Ein starker Wechselkurs stelle eine „strukturelle Herausforderung“ für die russische Wirtschaft dar. Um diese zu bewältigen, seien Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und im Management von Insolvenzen erforderlich.

Zentralbank-Präsidentin Nabiulla wies darauf hin, dass zum ersten Mal in der Geschichte des modernen Russlands ein Arbeitskräftemangel herrsche (Berliner Zeitung). Bei der Prognose der Zentralbank, dass die Inflationsrate Ende 2026 auf 4,5 bis 5,5 sinken wird, sei ein vorübergehender Anstieg der Inflation am Jahresanfang 2026 berücksichtigt worden. Die russische Zentralbank strebe nicht um jeden Preis eine Rückgang der Inflationsrate auf 4 Prozent an (Vedomosti.ru).


Lesetipps:

Krieg, Energieversorgung, Energiepreise und Russland:

Finanzpolitik; Staatshaushalt und Ölpreise:

Wirtschaftsentwicklung insgesamt:

Prognosen:

Energiepreise Einfluss Russland globale Konjunktur Prognosen Russland IWF Russland Wachstum 2027 IWF Weltbank Vergleich Russland russisches BIP Wachstum Prognose Russland Wirtschaft Prognose 2026 Weltbank Russland Analyse Wirtschaft Zentralbank Russland Wachstum
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