Rund 57 Prozent der russischen Unternehmen nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz in ihren Personalprozessen. Das berichtete das IT-Portal CNews am 23. Januar unter Berufung auf eine Studie der Recruiting-Plattform HeadHunter (HHR). Besonders häufig kommt KI in der Personalbeschaffung zum Einsatz.

Die Verbreitung nahm deutlich zu: Gegenüber 2024 stieg der Anteil der Unternehmen mit KI-Einsatz um 26 Prozentpunkte. 37 Prozent der befragten Firmen gaben an, ihre Nutzung von KI-Tools im Jahr 2025 gezielt ausgeweitet zu haben.

Große Erwartungen, begrenzte Umsetzung

Russische Unternehmen setzen KI damit breiter ein als viele westliche Wettbewerber. Bereits 29 Prozent planten den Einsatz entsprechender Technologien im Jahr 2023 – mehr als der EU-Durchschnitt von 22 Prozent. Allerdings verfügen nur rund 25 Prozent der Unternehmen über klar definierte KI-Strategien oder Budgets, die über Pilotprojekte hinausgehen.

Das macht viele Firmen anfällig. Einschränkungen beim Zugang zu moderner Chiptechnologie und Cloud-Infrastruktur erschweren den Ausbau komplexer KI-Anwendungen.

„Es ist bezeichnend, dass Unternehmenschefs die Einführung von KI-Technologien als eine der wichtigsten Errungenschaften des vergangenen Jahres nennen“, zitierte CNews Maria Ignatova, Forschungsdirektorin bei HeadHunter. Aus Sicht des Managements dient KI vor allem der Effizienzsteigerung, der Automatisierung von Routinetätigkeiten und der Reduzierung menschlicher Fehler.

Zugleich gilt der Einsatz neuronaler Netze in vielen Unternehmen als Signal technologischer Modernität und Innovationskraft.

HR-Prozesse im Fokus

Obwohl mehr als die Hälfte der Unternehmen KI einsetzt, nutzen nur 4 Prozent die Technologie systematisch über alle HR-Prozesse hinweg. Weitere 27 Prozent setzen KI punktuell ein, meist ohne übergreifende Strategie.

Große Unternehmen sind weiter als kleine: Firmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten erreichen eine Nutzungsquote von 62 Prozent, während Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern bei 53 Prozent liegen.

Der häufigste Anwendungsbereich ist die Personalrekrutierung (31 Prozent), gefolgt von Personalverwaltung (22 Prozent) sowie Aus- und Weiterbildung (17 Prozent).

Zurückhaltung bei sensiblen Entscheidungen

Für 2026 planen viele Unternehmen, KI stärker in HR-Prozesse zu integrieren – insbesondere bei Anpassung bestehender Systeme (22 Prozent), Schulungen (21 Prozent) und Rekrutierung (18 Prozent).

Bei sensiblen Themen bleibt die Zurückhaltung groß. Die Hälfte der Unternehmen schließt den Einsatz von Algorithmen für Vergütung und Sozialleistungen aus. Aktuell nutzen lediglich 7 Prozent KI zur Berechnung von Gehältern und Boni; weitere 12 Prozent planen eine Einführung bis 2026.

Trotz der Dynamik bleibt KI insgesamt noch eine Minderheitentechnologie. Im Jahr 2024 setzten lediglich 5,8 Prozent der russischen Unternehmen und staatlichen Organisationen KI systematisch ein – statistisch etwa jede siebzehnte Organisation.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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