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Rosatom-Pläne in Zentralasien unter Druck
Russland · 06.05.2026

Rosatom-Pläne in Zentralasien unter Druck

Rosatom plant Kernenergieprojekte in Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan, doch Finanzierung und Technologiezugang bleiben Risiken.

Ein Vertreter des russischen Sicherheitsrates wirft westlichen Staaten vor, eine groß angelegte Informationskampagne gegen den russischen Atomkonzern Rosatom zu führen. Ziel sei es, Rosatoms Projekte zum Bau von Kernkraftwerken in zentralasiatischen Partnerländern zu behindern.

Alexej Schewtsow, stellvertretender Sekretär des Sicherheitsrates, erklärte laut der Nachrichtenagentur TASS, die Initiatoren der Kampagne wollten verhindern, dass Rosatom schlüsselfertige Kernkraftwerksprojekte umsetzt. Er verwies dabei insbesondere auf das geplante erste Kernkraftwerk in Kasachstan, ein Angebot für ein kleineres Kernkraftwerk in Kirgisistan sowie Rosatoms Beteiligung am ersten Kernenergieprojekt in Usbekistan.

Nach Darstellung Schewtsows hält Rosatom rund 90 Prozent aller weltweiten Exportverträge im Bereich Kernenergie. Daraus leitete er ab, dass der Druck auf Rosatom nicht auf Zentralasien beschränkt bleiben dürfte.

Zweifel an Finanzierung und Technik

Ein kasachischer Analyst bewertete Schewtsows Aussagen gegenüber Azattyk Asia als demonstrative Rhetorik. Sie könne auch dazu dienen, mögliche spätere Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Rosatom-Projekten politisch zu erklären, etwa falls Finanzierungsprobleme oder technische Verzögerungen auftreten.

Der kasachische Energieexperte Asset Nauryzbayev, früherer Leiter des Netzbetreibers KEGOC, verwies auf praktische Risiken. Internationale Einschränkungen gegen Russland erschwerten die Zusammenarbeit Rosatoms mit globalen Technologiekonzernen, etwa bei der Lieferung komplexer Komponenten.

„Unternehmen wie Siemens Energy sind aufgrund der Sanktionen gegen Russland, Rosatom und Rosatom-Tochtergesellschaften in ihren Lieferungen eingeschränkt und wollen sich nicht länger an Rosatom-Projekten beteiligen“, sagte Nauryzbayev laut dem Bericht.

Ein Beispiel dafür ist das Rosatom-Projekt Akkuyu in der Türkei. Dort verzögerte sich die Inbetriebnahme des ersten Reaktors deutlich, nachdem Siemens Energy bestimmte Komponenten nicht lieferte. Das Unternehmen verwies auf fehlende Exportgenehmigungen aus Deutschland. Rosatom kündigte daraufhin rechtliche Schritte gegen Siemens Energy an.

Zentralasien prüft Alternativen

Auch in Kasachstan zeigen sich Verschiebungen. Die Regierung entschied sich beim Bau von drei Kohlekraftwerken nicht für russische Unternehmen, sondern für ein kasachisch-singapurisches Konsortium. Frühere Pläne mit Inter RAO-Export und Firma ORGRES wurden aufgegeben, nachdem erwartete Vorzugsfinanzierungen aus Russland ausblieben.

Der kasachische Ökonom Aidar Alibayev äußerte gegenüber Azattyk Asia Zweifel daran, ob Russland angesichts angespannter Staatsfinanzen und struktureller wirtschaftlicher Probleme große Auslandsprojekte im Nuklearbereich zuverlässig finanzieren könne.

Nauryzbayev warnte zudem vor langfristigen Abhängigkeiten. Eine Zusammenarbeit mit Rosatom binde ein Land nicht nur technologisch an Russland, sondern auch bei Fragen der Brennstoffversorgung und späteren Entsorgung nuklearer Abfälle.

Damit steht Rosatoms Rolle in Zentralasien weiter im Spannungsfeld zwischen Energiebedarf, geopolitischen Interessen, Finanzierung und technologischer Abhängigkeit.

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