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Verbandspräsident Schochin zu westlichen Firmen und Zusammenarbeit mit Amerika
Russland · 02.04.2026

Verbandspräsident Schochin zu westlichen Firmen und Zusammenarbeit mit Amerika

Trotz geopolitischer Spannungen wirbt der RSPP für Kooperation mit westlichen Unternehmen und skizziert mögliche Projekte mit den USA.

Alexander Schochin, Präsident des Russischen Unternehmerverbandes RSPP hat in Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Lanze für westliche, weiter in Russland tätige Unternehmen gebrochen. „Wir sind der Ansicht, dass die normalen Betriebsbedingungen für freundliche Unternehmen aus unfreundlichen Ländern so weit wie möglich erhalten bleiben müssen“, erklärte Schochin bei der gestrigen RSPP-Jahresversammlung. Die Wendung „freundliche Unternehmen aus unfreundlichen Ländern“, die Russland sanktionieren, hatte Schochin während der RSPP-Jahresversammlung vor zwei Jahren geprägt. An Präsident Putin gewandt, sagte Schochin diesmal: „Und Sie haben den Begriff, soweit ich es wahrnehme, unterstützt – mit dem Hinweis, dass es unfreundliche Eliten (in diesen Ländern) gibt, die Unternehmen (aus diesen Ländern) aber in Russland weiterarbeiten und sogar ihre Präsenz ausbauen können.“

Im Vorfeld der Versammlung hatte der Unternehmerverband seine Vorschläge zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA „im Falle günstiger Bedingungen“ erarbeitet. Die Vorschläge wurden in der gestrigen Printausgabe der russischen Tageszeitung RBC vorgestellt.

Was der RSPP zur russisch-amerikanischen Zusammenarbeit vorschlägt:

Nach Einschätzung von RBC könnte der RSPP dabei auch die Erschließung und Nutzung von Seltenen Erden im Blick haben. In diesem Bereich belegt Russland weltweit den vierten Platz bei den Reserven und den siebten Platz bei der Förderung. Die inländischen Vorkommen Seltener Erden gibt das russische Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt zum 1. Januar 2024 mit 28,5 Mio. Tonnen Seltene-Erden-Oxide (REO) an. Derzeit ist die Region Murmansk das wichtigste Fördergebiet für Seltene Erden. Die Verarbeitung des Loparit-Konzentrats aus den Erzen der Lowosero-Lagerstätte im Gebiet Murmansk erfolgt allerdings nur im Solikamsker Magnesiumwerk (SMZ) im Gebiet Perm. Zu den möglichen Kooperationsprojekten gehört darüber hinaus die gemeinsame Produktion von Aluminium, dessen Hauptabnehmer der Luftfahrtkonzern Boeing sein könnte.

Was Präsident Putin sagte

In seiner Rede auf der RSPP-Versammlung kündigte Präsident Wladimir Putin gleich zu Beginn an, nichts „wirklich Revolutionäres“ mitzuteilen: „Mit einigen – oder mit vielen – der Anwesenden im Saal treffen wir uns regelmäßig und besprechen die drängendsten Themen für ihre Unternehmen. […] Daher sind wir alle, wie man so sagt, im Bilde.“

Wir haben die wichtigsten Aussagen Putins für Sie zusammengestellt:

„Es ist wichtig, den Kurs der allmählichen Entwicklung des Landes beizubehalten, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu steigern und die Positionen inländischer Unternehmen und Betriebe sowohl auf dem Auslands- als auch auf dem Binnenmarkt zu stärken. Dafür müssen wir die eigene Souveränität festigen.“

„Wir werden weiterhin Investitionen der Wirtschaft in die Modernisierung von Betrieben und Produktionskapazitäten auf der Grundlage eigener Technologien fördern. Besonders unterstützen wollen wir die Einführung von Lösungen in drei zentralen Querschnittstechnologien: künstliche Intelligenz, autonome Systeme und digitale Plattformen. In diesem Bereich gibt es Spielraum für die Zusammenarbeit mit anderen Staaten, auch aus den wachstumsstarken Regionen der Welt, dem asiatisch-pazifischen Raum und dem Süden Eurasiens. Wir wollen solche Kooperationen ausbauen, vor allem im Rahmen des Staatendbundes BRICS.“

„Um Investitionen zu steigern und den Spielraum für unternehmerische Initiative zu erweitern, werden wir weiterhin die Aufwendungen für Unternehmen und Organisationen senken und bürokratische Hürden abbauen, worüber wir ständig sprechen – ich meine dabei auch den Einsatz elektronischer Dienste.“

„Ich habe bereits mehrfach auf die Fortschritte Russlands in internationalen Rankings zur Unternehmensführung hingewiesen. Dabei handelt es sich nicht nur um Expertenbewertungen, sondern auch um die Meinungen der Unternehmer selbst, wie komfortabel es ist, in Russland Geschäfte aufzubauen und auf unseren Märkten tätig zu sein. Dennoch muss das unternehmerische Umfeld ständig verbessert werden. Und wir gehen diese Arbeit systematisch an – unter Beteiligung von RSPP und anderen Unternehmensverbänden.“


Dieser Beitrag erschien zuerst im exklusiven Newsletter der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer

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