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Serbien erhält chinesische Investitionen über 953 Mio. Euro
Serbien · 29.05.2026

Serbien erhält chinesische Investitionen über 953 Mio. Euro

China baut seinen wirtschaftlichen Einfluss in Serbien weiter aus. Neue Investitionen von fast 1 Milliarde Euro fließen in Industrie, Fertigung und Infrastrukturprojekte.

Serbien hat sich im Rahmen des Staatsbesuchs von Präsident Aleksandar Vučić in Peking neue chinesische Investitionen in Höhe von fast 1 Milliarde Euro gesichert. Das teilte Vučić am 27. Mai nach der Unterzeichnung mehrerer Abkommen mit führenden chinesischen Industrie- und Automobilunternehmen mit.

Die Verträge mit einem Gesamtvolumen von 953 Millionen Euro wurden unter anderem mit der Minth Group, Shanghai Automotive Chassis (SHAC), BMTS Technology und Xingyu Automotive Lighting Systems abgeschlossen.

„953 Millionen Euro ist das gesamte Investitionsvolumen, das wir heute vereinbart und unterzeichnet haben. Das ist eine enorme Summe für mein Land“, schrieb Vučić nach der Eröffnung eines chinesisch-serbischen Jugendkulturzentrums auf Instagram.

Die Vereinbarungen umfassen Investitionen in die serbische Automobilzulieferindustrie, die industrielle Produktion sowie moderne Fertigungstechnologien. Damit stärkt Belgrad seine Strategie, sich als regionales Zentrum für chinesische Investitionen und Hightech-Industrie zu etablieren.

Zusätzliche Investitionen wurden außerdem von Linglong Tire und Yusei Holdings angekündigt.

Vučić erklärte, dass sich die Gespräche mit chinesischen Partnern nicht nur auf die Industrieproduktion beschränkten, sondern auch Infrastruktur, Energie und neue Technologien umfassten. Diese Projekte könnten nach seinen Worten „einen neuen Wirtschaftszyklus“ in Serbien auslösen.

Automobilindustrie im Mittelpunkt

Den größten Teil des Investitionspakets macht der Automobilsektor aus. Zwei Projekte der Minth Group im Gesamtwert von 226 Millionen Euro sollen rund 820 Arbeitsplätze in den westserbischen Städten Loznica und Šabac schaffen.

SHAC investiert 33,5 Millionen Euro in ein Werk in Novi Sad, während BMTS Technologies eine automatisierungsorientierte Investition von 13,3 Millionen Euro plant. Xingyu Automotive Lighting Systems will rund 77 Millionen Euro in eine Fabrik für moderne Fahrzeugbeleuchtungssysteme in Niš investieren.

Linglong Tire kündigte zudem eine Erweiterung seines bestehenden Werks in Zrenjanin im Umfang von 566 Millionen Euro an. Dadurch sollen etwa 400 neue Arbeitsplätze entstehen. Yusei Holdings plant eine Investition von 27 Millionen Euro in Niš und will dort rund 280 Stellen schaffen.

Während seines Aufenthalts in China besuchte Vučić auch das Innovationszentrum der Minth Group. Dabei betonte er, dass Serbien vom Technologietransfer in Bereichen wie Robotik und automatisierter Fertigung profitieren könne.

China baut wirtschaftlichen Einfluss aus

Der Präsident der serbischen Handelskammer, Marko Čadež, erklärte, chinesische Unternehmen hätten bislang bereits zwischen 7,7 und 8 Milliarden Euro in Serbien investiert. Die 37 größten chinesischen Firmen beschäftigten inzwischen mehr als 40.000 Menschen im Land.

„Es kommen neue Großinvestitionen – von Infrastruktur bis Robotik – und Serbien wird zunehmend attraktiv für Hightech-Projekte“, sagte Čadež dem staatlichen Fernsehsender RTS.

Derzeit sind rund 2.000 Unternehmen mit chinesischem Kapital in Serbien aktiv. Laut Čadež ist die Beschäftigung in großen chinesischen Firmen innerhalb der vergangenen drei bis vier Jahre um etwa 45% gestiegen.

Minth-Gründer Qin Ronghua bezeichnete Serbien als einen zentralen Produktionsstandort für die europäischen Aktivitäten seines Unternehmens. Die serbischen Werke würden zahlreiche Minth-Standorte in Europa beliefern.

„Wir liefern von Serbien aus nach Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Spanien und in andere Länder. Die Anlagen in Serbien funktionieren wie eine große Zentralküche für unsere europäischen Werke“, sagte Qin laut der Nachrichtenagentur Tanjug.

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