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Serbien will Verkauf der Gazprom-Beteiligung an NIS nicht blockieren
Serbien · 10.06.2026

Serbien will Verkauf der Gazprom-Beteiligung an NIS nicht blockieren

Serbien unterstützt den geplanten Verkauf der Gazprom-Beteiligung an NIS und will die Transaktion nicht behindern.

Serbien wird den geplanten Verkauf der russischen Mehrheitsbeteiligung am Ölkonzern NIS nicht behindern. Das erklärte Energieministerin Dubravka Đedović Handanović am 9. Juni, während die Verhandlungen zwischen Gazprom und dem ungarischen Energiekonzern MOL unter dem Druck einer von den USA gesetzten Frist in die entscheidende Phase eintreten.

Die Gespräche über die Veräußerung der russischen Anteile kämen „gut voran“, erklärte die Ministerin laut einer Mitteilung der serbischen Regierung. Die meisten zentralen Fragen seien bereits geklärt, nun müssten Käufer und Verkäufer die endgültigen Bedingungen festlegen.

„Serbien ist und wird kein Hindernis für die Transaktion sein“, sagte Đedović Handanović.

Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat die Frist für den Abschluss der Verhandlungen bis zum 16. Juni verlängert. Bis zu diesem Datum verfügt NIS auch über eine vorläufige Lizenz zur Fortsetzung seiner Geschäftstätigkeit.

Gazprom und Gazprom Neft, die gemeinsam rund 56% der Anteile an NIS halten, stehen seit den von Washington im Oktober 2025 verhängten Sanktionen unter Druck, ihre Beteiligungen zu veräußern. Die Maßnahmen führten zeitweise zu Unsicherheiten rund um den Betrieb der Raffinerie Pančevo, die etwa 80% des serbischen Kraftstoffbedarfs deckt. Dies belastete die Industrieproduktion des Landes während der Wintermonate.

Laut der Ministerin bleibt den Parteien nur wenig Zeit, um die Verhandlungen abzuschließen. Die endgültige Transaktion bedarf zudem der Zustimmung der US-Behörden.

„Es bleibt nicht mehr viel Zeit, aber alle Beteiligten versuchen, ihre jeweiligen Interessen zu schützen“, erklärte sie.

Trotz der Sanktionen habe Serbien bislang die Versorgungssicherheit mit Kraftstoffen sowie den kontinuierlichen Betrieb der Raffinerie gewährleisten können.

Parallel dazu führt Belgrad Gespräche mit den Vereinigten Staaten, um eine langfristige und für alle Seiten akzeptable Lösung für die Zukunft von NIS zu finden, fügte die Ministerin hinzu.

Darüber hinaus erklärte Đedović Handanović, dass Serbien US-Unternehmen eingeladen habe, ihr Interesse am geplanten Pumpspeicherkraftwerk Đerdap 3 zu bekunden. Das seit Jahren diskutierte Projekt könnte je nach Ausbaustufe eine Kapazität von 1.200 bis 2.400 Megawatt erreichen.

Das Vorhaben ist Teil des strategischen Energiepartnerschaftsabkommens, das Serbien und die Vereinigten Staaten im März 2025 unterzeichnet haben.

Gleichzeitig befindet sich Serbien in einer frühen Phase der Entwicklung eines zivilen Kernenergieprogramms. Eine Entscheidung über die künftige Technologie werde voraussichtlich frühestens in einem Jahr getroffen.

„Dies sind Entscheidungen mit Auswirkungen auf die nächsten 40 bis 50 Jahre und erfordern eine langfristige strategische Planung“, betonte die Ministerin.

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