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Serbien verhandelt mit MOL über NIS-Übernahme
Serbien · 19.05.2026

Serbien verhandelt mit MOL über NIS-Übernahme

Serbien verhandelt kurz vor Ablauf der US-Frist intensiv mit MOL über die Übernahme des Energiekonzerns NIS.

Serbien will dem ungarischen Energiekonzern MOL seine endgültige Position zur möglichen Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Naftna Industrija Srbije (NIS) übermitteln. Eine Antwort des ungarischen Unternehmens wird Anfang der kommenden Woche erwartet, erklärte Energieministerin Dubravka Dedovic Handanovic.

Der Vorstand von MOL soll am 18. Mai über den Vorschlag entscheiden. Zuvor hatten mehrere Tage intensiver Gespräche stattgefunden, bei denen sich beide Seiten zwar annäherten, zentrale Streitpunkte jedoch ungelöst blieben.

„Wir haben uns in einigen Punkten geeinigt, aber wichtige Fragen bleiben offen – insbesondere der zukünftige Betrieb der Raffinerie in Pančevo und die Sicherstellung der Versorgung des serbischen Marktes“, sagte Dedovic Handanovic der Nachrichtenagentur Tanjug.

Raffinerie Pančevo bleibt Streitpunkt

Die Raffinerie in Pančevo deckt den Großteil des serbischen Kraftstoffbedarfs ab und gilt als zentraler Streitpunkt der Verhandlungen. Belgrad fordert Garantien für die Verarbeitungskapazitäten sowie für die Versorgungssicherheit des heimischen Marktes.

MOL befindet sich derzeit in exklusiven Gesprächen über den Erwerb von 56,15 Prozent der NIS-Anteile vom russischen Konzern Gazprom Neft sowie einem weiteren mit Gazprom verbundenen Unternehmen. Die russischen Eigentümer stehen aufgrund von US-Sanktionen aus dem Jahr 2025 unter Druck, ihre Beteiligungen zu verkaufen.

Nach Vorgaben des Office of Foreign Assets Control muss die Transaktion bis zum 22. Mai abgeschlossen werden. Dadurch bleibt nur wenig Zeit für eine endgültige Einigung.

Neue Interessenten bringen Bewegung in die Gespräche

Die Verhandlungen gerieten zuletzt ins Stocken, nachdem Serbien am 13. Mai ein überarbeitetes Angebot von MOL zurückgewiesen hatte. Nach Angaben der Regierung garantierte der Vorschlag keine ausreichende Versorgung des Binnenmarktes durch die Raffinerie in Pančevo.

Parallel dazu sind neue potenzielle Käufer aufgetreten. Der serbische Unternehmer Bogoljub Karic erklärte, ein Konsortium namens Tesla Energy sei bereit, ein „unwiderstehliches“ Angebot für NIS vorzulegen. Ziel sei es, Eigentum und Gewinne im Land zu halten.

Zuvor hatte bereits der Geschäftsmann Ranko Mimovic behauptet, ein Angebot über zwei Milliarden Euro vorbereitet zu haben. Dieses werde nach seinen Angaben von russischen Interessengruppen unterstützt und stoße zudem auf positive Signale aus den USA.

Experten zweifeln an alternativen Geboten

Analysten äußerten jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit solcher Offerten. Bei einer Übernahme eines strategisch wichtigen Energieunternehmens seien vor allem finanzielle Transparenz, regulatorische Stabilität und operative Erfahrung entscheidend.

Der frühere MOL-Manager Atila Holoda erklärte, es gehe nicht allein um den Kaufpreis, sondern auch um die Fähigkeit, eine „stabile, politisch akzeptable und professionelle Führung“ des Unternehmens sicherzustellen.

Präsident Aleksandar Vucic begrüßte zwar das Auftreten neuer Interessenten, machte jedoch deutlich, dass die Gespräche mit MOL weiterhin Priorität hätten. Eine Einigung sei möglich, sofern beim Betrieb der Raffinerie eine Lösung gefunden werde.

Das endgültige Ergebnis hängt jedoch maßgeblich von den russischen Eigentümern von NIS und ihrer Bereitschaft zum Verkauf ab. Der serbische Staat hält selbst lediglich 29 Prozent der Unternehmensanteile.

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