Der tschechische Rüstungs- und Munitionskonzern Czechoslovak Group (CSG) hat seine Pläne für einen Börsengang bestätigt. Über die Holding CSG BV sollen Aktien im Volumen von bis zu 750 Millionen Euro ausgegeben werden. Als Börsenplatz ist Amsterdam vorgesehen.

„Ein Börsengang würde die internationale Sichtbarkeit der CSG weiter erhöhen und uns zusätzliche finanzielle Flexibilität sowie breiter aufgestellte Finanzierungsquellen verschaffen“, erklärte CSG-CEO Michal Strnad in einer Mitteilung, die von der Nachrichtenagentur ČTK verbreitet wurde. Ziel sei es, das weitere Wachstum des Konzerns zu unterstützen.

Spekulationen über einen möglichen IPO kursieren seit Monaten. Neben Amsterdam galt zeitweise auch die Prager Börse als Option. Strnad sagte zuletzt gegenüber Reuters, Umfang und Zeitpunkt der Emission hingen von den Marktbedingungen ab. Zu den beratenden Banken sollen BNP Paribas, JPMorgan und UniCredit gehören.

Starkes Wachstum durch Rüstungsgeschäft

CSG hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt – durch organisches Wachstum ebenso wie durch Übernahmen. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verzeichnete das Unternehmen 2024 den weltweit stärksten prozentualen Umsatzanstieg unter den 100 größten Rüstungsproduzenten. Die Erlöse stiegen um 193 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. CSG habe stark von der sogenannten Czech Ammunition Initiative profitiert, einem von der tschechischen Regierung koordinierten Beschaffungsprogramm für Artilleriemunition.

Investoren, Dividende und Führung

Nach Medienberichten liegen CSG bereits unverbindliche Investorenangebote im Gesamtvolumen von rund 900 Millionen Euro vor, unter anderem von Artisan Partners, BlackRock und der Al-Rayyan Holding. Die Dividendenpolitik sieht vor, ab 2027 zwischen 30 und 40 Prozent des Nettogewinns auszuschütten.

Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft soll der Vorstand aus fünf Mitgliedern bestehen, darunter CEO Michal Strnad. Ergänzt wird das Gremium durch mehrere international erfahrene, nicht-exekutive Verwaltungsräte, unter anderem ehemalige Manager aus dem Nato-, Luftfahrt- und Finanzumfeld.

CSG zählt zu den wichtigsten Munitionsherstellern in Mitteleuropa, auch in der Slowakei. Dort steht Firmengründer Jaroslav Strnad regelmäßig wegen seiner Nähe zur Regierung von Ministerpräsident Robert Fico in der Kritik. Ungeachtet dessen gehört CSG inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen Tschechiens und belegt in der aktuellen Rangliste „Česká elita“ Platz fünf.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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