Die Türkei hat den günstigen Zeitpunkt an den internationalen Kapitalmärkten genutzt und Anfang Januar zwei neue Eurobonds platziert. Wie das türkische Finanzministerium am 8. Januar mitteilte, nahm die Staatskasse bereits am Vortag insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar auf.

Platziert wurden eine siebenjährige Anleihe über 2 Milliarden US-Dollar mit einem Kupon von 6,30 Prozent und einer Rendite von 6,35 Prozent sowie eine zwölfjährige Anleihe im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar mit einem Kupon von 6,875 Prozent und einer Rendite von 6,90 Prozent. Die Emissionen stießen auf reges Investoreninteresse. Als Konsortialbanken fungierten unter anderem BNP Paribas, Citigroup, Goldman Sachs und Standard Chartered.

Der Markt honoriert die Platzierung: Der Credit Default Swap (CDS) der Türkei nähert sich der Marke von 200 Basispunkten, während die Rendite zehnjähriger türkischer Eurobonds weiterhin unter sieben Prozent liegt. Das Land wird von Fitch und S&P mit BB-/Stabil sowie von Moody’s mit Ba3/Stabil bewertet – jeweils drei Stufen unterhalb des Investment-Grade-Niveaus.

Sinkende Spreads und globaler Rückenwind

Die Risikoaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen gingen weiter zurück. Bei den siebenjährigen Papieren lagen sie zuletzt bei 245 Basispunkten, bei den zwölfjährigen bei 276 Basispunkten. Zum Vergleich: Bei einer elfjährigen Anleihe im November betrug der Spread noch 281 Basispunkte. Vor der wirtschaftspolitischen Kehrtwende nach der Ernennung des neuen Finanzteams im Juni 2023 lagen die Spreads teils bei 500 bis 600 Basispunkten.

Der Rückgang ist jedoch nicht allein auf die Rückkehr Ankaras zu einer orthodoxeren Wirtschafts- und Geldpolitik zurückzuführen. Auch global profitieren Schwellenländer von einem ausgeprägten Risikoappetit der Investoren. Marktbeobachter sprechen von einem außergewöhnlich starken Jahresauftakt für Eurobond-Emissionen in der CEEMEA-Region.

Eximbank testet ebenfalls den Markt

Parallel zur Staatskasse wagte sich auch die staatliche türkische Eximbank an den Markt. Sie bot am 8. Januar eine fünfjährige Anleihe an, mit einer anfänglichen Renditeindikation von 6,75 Prozent. Beobachter rechneten im Zuge des Bookbuildings mit weiter sinkenden Konditionen. Bereits im September hatte die Eximbank eine fünfjährige Euroanleihe über 600 Millionen US-Dollar mit einer Rendite von 6,50 Prozent platziert.

Die Eximbank wird von Fitch mit BB-/Stabil und von Moody’s mit Ba3/Positiv bewertet – ein Signal für das gestiegene Vertrauen der Investoren in türkische Emittenten.


Dieser Artikel entstand in Kooperation mit unserem Partner bne intelliNews

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